Rigi Anzeiger
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«Singstunden wären schon sehr cool»

Dierikon: Die knapp 13jährige Milla Gabriel hat mit einem Cupsong den Talentwettbewerb des diesjährigen Rooter Kultur- und Künstlerfestival gewonnen. Dabei sang sie als Kind überhaupt nicht gerne.

Dieser Stein ist einer von Milla Gabriel Lieblingsplätzen in Dierikon. Bild Claudia Surek

Dieser Stein ist einer von Milla Gabriel Lieblingsplätzen in Dierikon. Bild Claudia Surek

«Ich habe am selben Tag wie die Schweiz Geburtstag.» Das sagt Milla Gabriel mit einem Strahlen. Allerdings ist sie nicht hierzulande, sondern in einem kleinen Dorf in der Nähe von Rio de Janeiro geboren, zog zusammen mit ihren Eltern – der Vater ist ein Schweizer und die Mutter eine Brasilianerin – nach Dierikon. Damals war Milla Gabriel sieben Jahre alt, sprach vornehmlich portugiesisch und nur ein paar Brocken Deutsch. Als sie die erste Primarklasse besuchte, waren Verständnisprobleme an der Tagesordnung. Doch durfte sie immer wieder auf Unterstützung ihrer Klassenkameradinnen und -kameraden zählen.

Heute spricht sie die deutsche Sprache fliessend. «Ich habe während den Ferien ab Tonband die deutsche Sprache und den Schweizer Dialekt geübt», verrät das Mädchen, das eine lebendige Erzählerin und zugleich eine gute Zuhörerin ist. Fussballspielen tat sie damals am liebsten, bis zur vierten Primarklasse, als ihre Lehrerin sagte, dass sie gut singen könne. Als Milla Gabriel im 2012 den Trailer zur Komödie «Bitch Perfect» und den Cup-Song «When I’m Gone» entdeckte, erwachte in ihr die Lust am Singen tatsächlich und das Fussballspielen trat in den Hintergrund. Sie probierte die Rhythmen mit dem Becher (Cup) nachzumachen. Erst als sie sie beherrschte, übte sie auch das Lied und führte das später in der Schule vor. Ihr Talent blieb nicht verborgen. In der 6. Klasse war es erneut eine Lehrerin, die sie dazu animierte am Talentwettbewerb des Rooter Kultur- und Künstlerfestival teilzunehmen. Hier begeisterte sie mit «When I’m Gone» zuerst die Jury und während weiteren Auftritten auch das Publikum. Zugleich gelang es der bald 13Jährigen mit einer schlichten Performance ohne Background-Musik die ZuhörerInnen und -schauerInnen in den Bann zu ziehen. Zwischenzeitlich beherrscht Milla Gabriel weitere Cup-Songs, trat mit ihnen vor kurzem während zwei Anlässen auf.

Experimentieren und singen
Den grossen Schoggipokal, den Milla Gabriel am Rooter Kultur- und Künstlerfestival erhielt, teilte sie mit ihrer Familie. «Aber ich ass am meisten», fügt sie lachend hinzu. Milla Gabriel ist gerne fröhlich, beschäftigt sich auch intensiv mit Themen, die berühren. Sie interessiert sich für die Musik von bekannten Interpretinnen wie Selina Gomez oder Demi Lovato, ebenso für deren Biographien, die zuweilen Parallelen zu Milla Gabriels Leben aufweisen. «Ich ziehe mich immer wieder selber hinauf, wenn es mir nicht gut geht», sagt das Mädchen, das gerne experimentiert und einmal als Chemielaborantin bei Roche arbeiten oder eine Laufbahn als Sängerin, die Botschaften vermittelt, bestreiten möchte. Milla möchte auch gerne Singstunden nehmen.

Zurzeit geniesst Milla die Ferien vornehmlich mit Lesen, Basteln oder Unternehmungen mit Kolleginnen und Kollegen. Danach besucht sie die erste Oberstufe in Root. Wer weiss, vielleicht gibt es hier wieder eine Lehrperson, die Milla Gabriels Talent weiter fördert.