Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

So ein Tag

Es gibt Tage, das glaubt keiner. Und trotzdem werden sie international anerkannt und gepflegt, mit unterschiedlicher Intensität zwar, den kulturellen Gepflogenheiten des Landes folgend. Der Weltschifffahrtstag wird in Hamburg bestimmt mehr Anhänger haben, als in der Wüstenstadt Timbuktu. Da dürfte der Weltwassertag schon eher Sinn machen.

Kolly_kleinDer ursprüngliche Gedanke hinter dem Gedenktag war, auf wichtige gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen oder an bedeutende Ereignisse oder allenfalls Persönlichkeiten zu erinnern.
Der erste Welttag wurde 1947 durch die Vereinten Nationen proklamiert. Heute kann jede Person oder Organisation einen solchen Tag ins Leben rufen. Das animiert offenbar, wie die kalendarischen Kuriositäten zeigen. Der «Ehrentag des Unkrauts» am 28. März soll Unkräutern, die meist dort wachsen, wo sie nicht wachsen sollen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ob, um ihnen zu huldigen oder sie zu vernichten, bleibt offen. Den Internationalen Kiffertag begehen wir am 20. April – ich werde mich im nächsten Jahr darauf achten. Der Welthurentag am 2. Juni, ich weiss nicht recht, wie der zu verstehen ist. Gewähren die Damen dann Sonderrabatt, verzichten die Zuhälter auf die Abgaben oder bringen die Freier zu Ehren Blumen? Über den «Schnitzel-und-Blowjob-Tag» mag ich gar nicht weiter nachdenken. Den Welttag der Feuchtgebiete feiern wir am 2. Februar. Er wird aber nicht zu Ehren von Charlotte Roches Bestseller begangen. Die Naturschützer vom WWF wollen damit auf die Bedeutung der Feuchtgebiete für das Klima hinweisen. Warum es den Welttag des Fernsehens braucht, ist dann allerdings wieder fraglicher, wo doch jeden Tag eh schon rund 5,5 Milliarden Menschen vor der Glotze sitzen. Das führt dann zum Tag des Chronischen Erschöpfungssyndroms am 12. Mai. Wer darunter leidet, sollte sich lieber mal ausruhen statt gedenken, sinnigerweise am besten sofort.
Was haben Sie am 19. November gemacht? Da war Welttoilettentag… Linda Kolly