Rigi Anzeiger
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Solche Bilder brennen sich auf der Festplatte ein

Brand in Wohnhaus in Ebikon

Der Brand in der Nacht auf Montag an der Zugerstrasse in Ebikon forderte ein Todesopfer. Neun Personen konnten rechtzeitig gerettet werden. Im Einsatz standen Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und rund 60 Eingeteilte der Feuerwehren Ebikon/Dierikon, Buchrain und der Stadt Luzern. Verantwortlich für die Koordination auf Platz war Alois Camenzind, Kommandant der Feuerwehr Ebikon/Dierikon.

Alois Camenzind, wie geht es Ihnen, nun, einen Tag nach dem Einsatz?
Es geht nicht schlecht. Verdaut ist die Sache jedoch noch lange nicht. Solche Bilder brennen sich auf der «Festplatte» ein. Das ist einfach so.

Ein Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Wie schwierig sind solche Situationen für die Feuerwehr?
Während des Einsatzes ist das überhaupt kein Problem. Da ist man voll konzen-triert, funktioniert automatisch, trifft alle notwendigen Entscheidungen und tätigt die erforderlichen Massnahmen. Jedoch nach dem Ereignis, wenn Ruhe einkehrt und die Spannung abfällt, kommt man schon ins Grübeln. Da spult der ganze Film wieder ab. Bei Wohnungsbränden besteht immer die Gefahr von möglichen Opfern. Doch wir hoffen stets, dass dem nicht so ist.

Werden die Feuerwehr-Mitglieder auf solche Situationen vorbereitet?
Wir besprechen nach dem Ereignis den gesamten Ablauf mit dem Kader und den direkt Betroffenen, also jenen Einsatzkräften, die direkt mit der Bergung des Opfers zu tun hatten. Einige verkraften die Situation besser, andere benötigen für die Verarbeitung mehr Zeit. Wichtig ist darüber zu reden. Bei Bedarf ziehen wir Careteams hinzu.

Kannten Sie den Mann?
Ja. Das macht die Sache nicht einfacher. Am schwierigsten ist es für mich, wenn Kinder unter den Opfern sind. Beispielweise bei Verkehrsunfällen. Das sind Bilder, die vergisst man nie.

Waren Sie auch für die Evakuierung verantwortlich?
Nein. In diesem Falle waren die Wohnungen, bis auf jene des Opfers, bereits geräumt, als wir eingetroffen sind. David Habermacher aus Root, welcher den Brand bemerkt und den Alarm ausgelöst hatte, ist selber Mitglied der Feuerwehr und hat sämtliche erforderlichen Massnahmen umgehend eingeleitet.

Wenn Menschen mitten in der Nacht auf die Strasse müssen, ist die psychische Belastung gross. Wie läuft die Hilfe ab?
Da die Hausbewohner das Opfer kannten, war die Situation besonders schwierig. Sanität und ein Careteam haben sich um die Bewohner gekümmert. Das wichtig-ste war, sie in einen geschützten Raum zu bringen, weg vom Objekt. Im Tennisclub Zentrum in Ebikon haben wir hier hierfür eine gute Lösung gefunden. Wir konnten geheizte Räume benützen und Getränke anbieten. In einem zweiten Schritt wurden die Schlafmöglichkeiten organisiert.

Wissen Sie etwas über die Brandursache?
Nein, das ist noch Gegenstand der Abklärungen. Da das Opfer ein Sammler war, kommen viele Ursachen in Frage.

Wie lange dauerte der Einsatz für Sie persönlich?
Vor Ort bis Dienstagmittag. Aber beendet ist er noch lange nicht. Nun folgt die gesamte Nachbearbeitung. Wirklich abgeschlossen ist der Fall erst, wenn alle Wohnungen wieder bezogen sind.

Das Wohnhaus nach dem Löschen des Brandes.
Bild zVg/Luzerner Polizei

Aktueller Stand
Die Obduktion des Opfers hat stattgefunden. Diese ergab, dass der Mann an einer Rauchgasvergiftung gestorben ist.
Die Ermittlungen zur Brandursache sind derzeit am Laufen und konzentrieren sich auf das Innere der Wohnung des Opfers.
Es bestehen keine Hinweise auf eine Dritteinwirkung von aussen.