Rigi Anzeiger
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Sommerserie: Der Rettungsdienst Küssnacht – Folge 3

Der Rettungsdienst ist eine vom Bezirk Küssnacht getragene Organisation, welche vor allem Primäreinsätze (Notfälle) fährt. Die insgesamt 17 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen führen diese anspruchsvolle Aufgabe im Nebenamt durch. Welches sind die spezifischen Aufgaben des Rettungsdienstes? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Funktionen innerhalb dieser wichtigen Notfallorganisation? Red und Antwort stehen in dieser Serie die Leiterin des Rettungsdienstes, ein Experte Anästhesiepflege, ein Rettungssanitäter, eine Transportsanitäterin und eine Transporthelferin.

Ich bin nicht der «Rettungsrambo»

Als Transportsanitäterin hat Regina Grossrieder vielfältige Aufgaben. Die ausgebildete Pflegefachfrau ist seit zwölf Jahren eine wichtige Stütze des Rettungsdienstes.

ju./pd. Während ihrer langjährigen Tätigkeit als Pflegefachfrau in einem Spital begann Regina Grossrieder, parallel im Rettungsdienst zu arbeiten und liess sich zuerst zur Transporthelferin und später zur Transportsanitäterin ausbilden. «Weil sich der Spitalalltag und das Berufsbild total verändert hatten, drängte sich für mich ein Wechsel auf. Als Mitarbeiterin des Rettungsdienstes konnte ich mein Hobby zum Beruf machen.» 2013 wechselte sie komplett zum Rettungsdienst.

Nicht einfach: Rettungssanitäterin Regina Grossrieder bringt Familie, Rettungsdienst und Sport unter einen Hut. Bild zVg.

Nicht einfach: Rettungssanitäterin Regina Grossrieder bringt Familie, Rettungsdienst und Sport unter einen Hut. Bild zVg.

Vielfältige Aufgaben
Als Transportsanitäterin ist Regina Grossrieder für nicht lebensbedrohliche Rettungseinsätze zuständig. In Zusammenarbeit mit dem im Einsatz mitfahrenden Rettungssanitäter beurteilt und betreut sie kranke oder verletzte Personen, die sich in einem nicht kritischen Gesundheitszustand befinden. Bei anderen Einsätzen nimmt sie kompetent assistierende Funktionen wahr und steht als Fahrerin im Einsatz. Innerhalb des Rettungsdienstes ist Regina Grossrieder zudem für das Materialwesen zuständig. «Ich bin für den Einkauf zuständig und schaue, dass bei den Medikamenten immer alles da ist, was benötigt wird», betont die quirlige Transportsanitäterin, deren Lachen ansteckend wirkt.

Welches ist Ihre Motivation, sich im Rettungsdienst zu engagieren?
Da steckt sehr viel Herzblut drin. Als Krankenschwester habe ich gelernt, dass der Patient als Ganzes im Vordergrund steht. Ich bin nicht der «Rettungsrambo», welcher sich über schnelle Fahrten mit Blaulicht freut. Es geht mir darum, dem Menschen helfen zu können. Einerseits mit unserem fundierten Wissen und Können, anderseits mit einem optimalen Einsatz unseres Materials. Ein wichtiges Kriterium für das Engagement im Rettungsdienst ist auch das lässige Team. Wir haben miteinander schon sehr vieles erlebt, während und ausserhalb unserer Einsätze.

Wie hoch ist Ihr zeitliches Engagement für den Rettungsdienst?
Von Montag bis Freitag handelt es sich um ein 30-Prozent-Pensum. Zähle ich die Einsätze in der Nacht und an Wochenenden dazu, komme ich auf 40 Prozent.

Wie bringen Sie Familie, Rettungsdienst und weitere Tätigkeiten und Hobbys unter einen Hut?
Von Seiten der Familie erfordert es viel Verständnis, Flexibilität und Einsatz. Wenn ich von morgens fünf bis halb acht Uhr Pikett habe, muss mein Ehemann die Kinder schulfertig machen. Das Gleiche gilt für Einsätze über den Mittag bezüglich des Mittagessens. Ohne diese Unterstützung würde es nicht gehen. Ansprüche stelle ich natürlich auch an mich selber. Ich bin sportlich aktiv und mache Krafttraining, damit ich bei den Einsätzen mit anpacken kann.

Früher engagierten sich mehrheitlich Männer für diese Rettungsorganisation. Fühlen Sie sich als Frau wohl in Ihrer Tätigkeit?
Ja. Meine Tätigkeit ist absolut ein Job für Frauen. Ich fühle mich von der Leitung und vom Team getragen. Bei den Einsätzen ergänzen sich Frauen und Männer ideal. Wir transportieren regelmässig ältere Leute, deren Gesundheitszustand nicht sehr dramatisch ist. Auf der Fahrt ins Spital, welche je nach Route zwischen 20 und 45 Minuten dauert, kann ich mich im Umgang mit den Patienten als Frau sehr gut einbringen.