Rigi Anzeiger
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Sommerserie: Der Rettungsdienst Küssnacht – Folge 4

Der Rettungsdienst ist eine vom Bezirk Küssnacht getragene Organisation, welche vor allem Primäreinsätze (Notfälle) fährt. Die insgesamt 17 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen führen diese anspruchsvolle Aufgabe im Nebenamt durch. Welches sind die spezifischen Aufgaben des Rettungsdienstes? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Funktionen innerhalb dieser wichtigen Notfallorganisation? Red und Antwort stehen in dieser Serie die Leiterin des Rettungsdienstes, ein Experte Anästhesiepflege, ein Rettungssanitäter, eine Transportsanitäterin und eine Transporthelferin.

Sich auf Unerwartetes vorbereiten

Mit seinen 20 Dienstjahren gehört Edgar Hägi schon fast zum «Inventar» des Rettungsdienstes. Den wichtigen Ausgleich findet der routinierte Rettungssanitäter bei seiner Familie sowie beim Alphornspielen und Segeln.

«Ich wollte etwas Soziales machen. Zur Auswahl standen die Feuerwehr und der Rettungsdienst», sagt Rettungssanitäter Edgar Hägi. Bild zVg.

«Ich wollte etwas Soziales machen. Zur Auswahl standen die Feuerwehr und der Rettungsdienst», sagt Rettungssanitäter Edgar Hägi. Bild zVg.

ju./pd. Edgar Hägi wurde in seinen jugendlichen Jungwacht-Zeiten vom «Virus» erfasst. Mitverantwortlich dafür war sein Kollege Michael «Sven» Achermann, welcher ihm den Samariterdienst übertrug, als er die Jungwacht verliess. «Nach der Jungwacht wollte ich etwas Soziales machen. Zur Auswahl standen die Feuerwehr und der Rettungsdienst», erklärt Edgar Hägi. Er entschied sich für den Rettungsdienst und absolvierte den klassischen Ausbildungsweg; zuerst die Ausbildung zum Transporthelfer und ein Jahr später jene zum Rettungssanitäter. «Heute bin ich zu 80 Prozent als Elektromechaniker angestellt und zu 20 Prozent als Rettungssanitäter. Pro Jahr bestreite ich mit dem Rettungsdienst rund 130 Einsätze», betont der begeisterte Alphornbläser und Segler.

Was unterscheidet einen Rettungs- von einem Transportsanitäter?
Der Rettungssanitäter verfügt über mehr Kompetenzen, insbesondere was die Leitung der Einsätze und die Abgabe von Medikamenten betrifft. Als Rettungssanitäter trage ich die Verantwortung für die Einsätze.

Wie läuft ein «durchschnittlicher» Einsatz aus Ihrer Sicht ab?
Wenn ich nicht fahre, unterstütze ich den Fahrer oder die Fahrerin beim Navigieren zum Einsatzort. Unterwegs besprechen wir Unklarheiten und bereiten uns auf den Einsatz vor. Wir ordnen ein, was uns geschildert wurde. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, dass wir uns auch auf Unerwartetes vorbereiten müssen. Im Kopf verteile ich die Chargen und überlege mir die Aufteilung der Arbeiten: Wer trägt, wer macht was, was brauche ich? Als Einsatzleiter übernehme ich die Verantwortung und kommuniziere mit dem Patienten, damit ich herausfinden kann, wo das Problem liegt. Meine Begleitperson unterstützt mich dabei, bringt Medikamente, stützt den Kopf des Patienten etc. Gemeinsam führen wir den Einsatz nach einem klar definierten Schema durch. Befindet sich ein Patient in einem kritischen Zustand, können wir über die Einsatzzentrale Unterstützung anfordern. In fünf bis zehn Prozent der Fälle benötigen wir einen Notarzt.

Welches ist für Sie das wichtigste Ziel bei Ihrer Tätigkeit?
Mein Ziel ist es immer, den Patienten in einem besseren Zustand im Spital abzugeben als ich ihn angetroffen habe. Es geht also nicht «nur» um den Transport, sondern auch um die Erstversorgung eines Patienten und um das Ergreifen der richtigen Massnahmen. Ein zweites Ziel ist es, uns selber nicht zu gefährden, sei es durch ein risikohaftes Verhalten oder einen Unfall. Unsere Sicherheit muss jederzeit gewährleistet sein.

Welche Bedeutung hat für Sie Ihr Engagement im Rettungsdienst?
Ich möchte Menschen helfen, sie unterstützen und etwas Gutes tun. In unserem Rettungsdienst bin ich mit viel Herzblut bei der Sache. Wenn Probleme und Her­ausforderungen optimal gelöst werden können, kann man sich auch einmal selber auf die Schultern klopfen. Wir haben keinen Tagesstress, wie dies bei grossen Organisationen der Fall ist. Bei uns sind Patienten Menschen und keine Nummern. Jeder Einsatz ist anders, dies alles gefällt mir.

Der Rettungsdienst Küssnacht – Folge 3, Ich bin nicht der «Rettungsrambo»

Der Rettungsdienst Küssnacht – Folge 2, Familiär bedingtes Engagement

Der Rettungsdienst Küssnacht – Folge 1, «Im Rettungseinsatz zählt jede Minute»