Rigi Anzeiger
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Sommerserie: Der Rettungsdienst Küssnacht – Folge 5

Der Rettungsdienst ist eine vom Bezirk Küssnacht getragene Organisation, welche vor allem Primäreinsätze (Notfälle) fährt. Die insgesamt 17 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen führen diese anspruchsvolle Aufgabe im Nebenamt durch. Welches sind die spezifischen Aufgaben des Rettungsdienstes? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Funktionen innerhalb dieser wichtigen Notfallorganisation? Red und Antwort stehen in dieser Serie die Leiterin des Rettungsdienstes, ein Experte Anästhesiepflege, ein Rettungssanitäter, eine Transportsanitäterin und eine Transporthelferin.

Umgang mit Patienten und Notfällen gewohnt

Sandra Schwarz, Mutter von drei Töchtern und ausgebildete Medizinische Praxisassistentin, gehört seit 19 Jahren zum Team des Rettungsdienstes. Als Transporthelferin unterstützt sie den gleichzeitig im Einsatz stehenden Rettungssanitäter und ist meistens als Fahrerin eingeteilt.

Sandra Schwarz, Transporthelferin, stellte sich vor sechs Jahren der Herausforderung und fährt den grossen Rettungswagen. Bild zVg.

Sandra Schwarz, Transporthelferin, stellte sich vor sechs Jahren der Herausforderung und fährt den grossen Rettungswagen. Bild zVg.

ju./pd. «Es war schon immer mein Ziel, im Rettungsdienst mitzuwirken. Zum definitiven Eintritt bewogen haben mich vor 19 Jahren Edgar Hägi und Daniel Hurschler, damals noch beide Mitarbeitende des Rettungsdienstes. Sie motivierten mich, den Schritt zu tun und mich als Transporthelferin auszubilden. Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin war ich den Umgang mit Patienten und Notfällen gewohnt», betont Sandra Schwarz.

Wie umschreiben Sie die damalige Motivation zum Einstieg in den Rettungsdienst?
Einerseits reizte mich die Herausforderung unterschiedliche Situationen zu meistern und um Menschen Erste Hilfe zu leisten. Anderseits freute ich mich darauf, vieles zu lernen, zu vertiefen und mich nach der Grundausbildung zur Transporthelferin immer wieder weiterzubilden. Motiviert hat mich auch das super Team des Rettungsdienstes mit vielen lässigen Leuten. Im Laufe der Jahre sind wir zu einer grossen Familie geworden. Wir schätzen und unterstützen uns gegenseitig.

Welches sind Ihre Hauptaufgaben als Transporthelferin?
Als Transporthelferin bin ich immer als Fahrerin eingeteilt. Ich unterstütze den mitfahrenden Rettungssanitäter, indem ich beispielsweise Medikamente bereithalte, Infusionen aufziehe und vornehme. Aufgrund meiner medizinischen Ausbildung und meiner 19-jährigen Erfahrung darf ich auch nicht dringende Einsätze leiten und den Patienten betreuen, überwachen, Medikamente verabreichen oder beispielsweise ein EKG durchführen.

Stellt für Sie als Frau das Lenken des grossen Rettungswagens eine besondere Herausforderung dar?
Ja, das kann man so sagen. Bis vor sechs Jahren habe ich mich gegen das Fahren gesträubt. Seither stelle ich mich dieser Herausforderung. Das Manövrieren des grossen Fahrzeugs ist dabei nicht zu unterschätzen. Das anspruchsvolle Fahren ist streng und erfordert eine hohe Konzentration, damit nichts passiert. Ich fahre im Rettungseinsatz wohl ein bisschen weniger schnell als die männlichen Kollegen, fühle mich dadurch aber sicherer.

Wie viele Einsätze leisten Sie pro Jahr als Mitarbeiterin des Rettungsdienstes?
Ich habe im Rettungsdienst ein Pensum von 20 Prozent und komme pro Jahr auf rund 100 Einsätze. Daneben bin ich für die Einteilung des Dienstplans zuständig, damit unser Einsatz während 24 Stunden pro Tag gewährleistet werden kann.
Gibt es Einschränkungen bei der Mitarbeit im Rettungsdienst weil Sie eine Frau sind?
Grundsätzlich gibt es keine. Kleinere Einschränkungen gibt es beim Tragen der Patienten. Wird es für mich zu schwer, kann ich Hilfe holen. Unsere Gesundheit ist auch wichtig.

«Sandra 01» steht hinten am Rettungswagen. Sind Sie dafür verantwortlich?
(Lacht). Darauf werde ich regelmässig angesprochen. Das ist der Funkruf unseres Fahrzeugs, mit mir hat dies überhaupt nichts zu tun.

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