Rigi Anzeiger
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Spektakuläre Bauweise für neue Brückenkonstruktion

Neue Brückenkonstruktion: SBB-Unterführung Talstrasse, Küssnacht

Die über 100-jährige Unterführung wird durch eine neue Brückenkonstruktion ersetzt. Die Arbeiten beginnen im Juni. Die neue Unterführung wird ausserhalb des heutigen Tunnels erstellt und anfang Oktober durch eine Spezialfirma hydraulisch an den definitiven Standort verschoben.

Im Bereich der SBB-Unterführung Talstrasse in Küssnacht hat der Bezirk Küssnacht Anfang Mai die alte Meteorwasserleitung auf einer Länge von 43,8 Metern durch eine neue Leitung ersetzt und vergrössert. Der Bezirk als Bauherr dieses Projekts bedankt sich bei den Anwohnern und den Verkehrsteilnehmern für das wohlwollende Verständnis, welches den damit verbundenen Behinderungen entgegengebracht wurde.

Gemeinschaftsprojekt Bezirk–SBB
Am gleichen Standort folgt nun der grosse bauliche «Brocken»; der Neubau der SBB-Unterführung Talstrasse. Das Gemeinschaftsprojekt des Bezirks Küssnacht und der SBB wird im Juni 2013 gestartet. Dazu Jakob Riediker, Projektleiter der SBB: «In einem ersten Schritt wird der Voraushub durchgeführt, indem auf der linken Seite des bestehenden Tunnels ein Teil der Böschung abgetragen wird. Auf einem Teil der Gsteigstrasse wird im Juni der Installationsplatz errichtet. Das heisst, dass diese Stelle der Gsteigstrasse bis im Oktober für jeglichen Verkehr gesperrt werden muss (siehe Planausschnitt rechts). Auf die Erschliessung hat dies aber keinen Einfluss. Sämtliche Häuser an der Gsteigstrasse werden weiterhin erreichbar sein. Und auch die Achse Bodenstrasse–Talstrasse wird, mit leichten Behinderungen, während der Bauzeit des neuen Tunnels geöffnet sein.»

Erstellung ausserhalb des heutigen Tunnels
Das Besondere am Neubauprojekt ist, dass die neue Unterführung ausserhalb des heutigen Tunnels, sieben Meter entfernt auf der Höhe des Blattlirings, erstellt wird. Zuerst wird die linke Seite der neuen Brückenkonstruktion gebaut, dann die rechte Seite. «Es handelt sich hier nicht um ein konventionelles Vorgehen. Die gewählte Bauweise bringt den Vorteil, dass die Baustelle stets von oben mittels Kran zugänglich ist. Zudem bietet sie die bestmögliche Sicherheit bei tieferen Kosten», betont Jakob Riediker. «Auch während der Bauarbeiten ist die Verbindung Talstrasse–Bodenstrasse geöffnet. Die Baustelle wird in der Mitte durchfahren. Dieses Vorgehen ist erst- und einmalig für Küssnacht.» Wie der Projektleiter der SBB weiter festhält, verfolgt die Bauherrschaft das Ziel, die Behinderungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten.

600 Tonnen werden verschoben
Die spektakulären Arbeiten zur Erstellung der neuen Brückenkonstruktion werden Anfang Oktober ihren Höhepunkt erleben: Vom 4. bis 6. Oktober 2013 erfolgt mittels hydraulischer Unterstützung der Einbau der neuen, 600 Tonnen schweren Unterführung. Dieser Vorgang dürfte für interessierte Schaulustige zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.

Das Bauwerk wird hydraulisch auf Strahlträger gehoben und an den definitiven Standort verschoben. Diese anspruchsvolle Arbeit wird eine spezialisierte Zuger Firma ausführen, welche über vorzügliche Referenzen verfügt: Die Firma Iten aus Morgarten verschob beispielsweise am 1. April 1960 die rund 160 Tonnen schwere Astridkapelle von der oberen auf die untere Seite der Luzernerstrasse in Küssnacht.

Für den Abbruch des heutigen Tunnels und den Einbau des neuen Tunnels muss die Unterführung dann von Freitag bis Sonntag während 72 Stunden für den Verkehr gesperrt werden.

Der Einschub des neuen Tunnels erfolgt absichtlich in den Herbstferien, damit sich in dieser Zeit möglichst wenige Fussgänger im Bereich der Unterführung aufhalten. Die Fertigstellung des Tunnels ist im Dezember 2013 vorgesehen, der Einbau des Strassendeckbelags im Frühjahr 2014.

6 Meter hohe Unterführung
Die Durchfahrtsbreite wird von heute 4,0 auf 9,2 Meter verbreitert. Dies entspricht einer 6,20 Meter breiten Fahrbahn mit zwei Spuren und zwei je 1,50 Meter breiten Trottoirs. Die Unterführung kann damit inskünftig im Gegenverkehr befahren werden. Mit einer Höhe von über 6 Metern wird eine der höchsten Unterführungen der SBB erstellt, womit diese auch LKW-tauglich sein wird. Damit die Verbesserung des Verkehrsflusses nicht zu einer unangepassten Tempoerhöhung führt, soll für das Gebiet Talstrasse-Stufenweg-Lärchenweg eine Tempo-30-Zone eingeführt werden.

Scanned Document
Bauphasen: Magerbeton für neue Unterführung einbringen. – 1. Etappe Unterführung erstellen (ca. 2/3) – Spriessung 1. Etappe für Durchfahrt – Massnahmen für Verkehr durch Unterführung – 2. Etappe Unterführung erstellen – Abdichtung.