Rigi Anzeiger
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Sportplatz-Initiative wirft Fragen auf

Initiative des FC Adligenswil kommt an die Gemeindeversammlung

Die im letzten Jahr eingereichte Gemeinde-Initiative des Fussballclubs Adligenswil zum Bau eines Kunstrasenfeldes im Löösch ist für die kommende Gemeindeversammlung traktandiert. Wie sich der Gemeinderat und die Stimmberechtigten zum Projekt stellen, ist noch völlig offen.

Im April 2012 hat der Vorstand des FCA die Bevölkerung, die Vereine und Parteien über den Start einer Unterschriftensammlung für eine Gemeinde-Initiative zum Bau eines Kunstrasenfeldes im Gebiet Löösch orientiert. Im Juli des vergangenen Jahres konnte FCA-Präsident Franz Rigert die Initiative mit mehr als 750 gültigen Unterschriften bei der Gemeindeverwaltung einreichen. An der Adliger Gemeindeversammlung vom 28. Mai 2013 steht nun die Sportplatz-Initiative auf der Traktandenliste. Und sie sorgt bereits für neuen Zündstoff.

Die Parteileitung der SVP Adligenswil moniert in einer Pressemitteilung von anfangs Februar 2013, dass sie als einzige Partei auf das Informationsschreiben des FCA im April 2012 Stellung bezogen habe. Darin sei nachgefragt worden, ob Alternativen zu einem Kunstrasen geprüft wurden, mit welchen Gesamtkosten, das heisst Investitions-, Unterhalts- und Amortisationskosten zu rechnen sei und wie sich die Gemeinde Udligenswil als Mitbenützer der Sportanlagen zu einer Kostenbeteiligung stelle. Die Parteileitung schreibt, dass ihre Fragen bis zum heutigen Tag unbeantwortet geblieben seien.

SVP-Parteipräsident Roger Rölli nimmt wie folgt Stellung: «Grundsätzlich haben wir für ein Sanierungsprojekt und für die Bedürfnisse des FCA grosses Verständnis. Wir wissen, dass für das Gebiet Löösch eine Lösung gefunden werden muss. Wir haben vom FCA aber nur bereits bekannte Unterlagen erhalten. Unsere Abklärungen bei einem Professor der ETH Zürich haben ergeben, dass Kunstrasen ein erhöhtes Verletzungsrisiko, vor allem Brandwunden, in sich birgt und dass alternative, kostengünstigere Sanierungskonzepte zur Verfügung ständen. Wir sind gegen eine Hauruckübung. Zudem muss auch die finanzielle Seite beachtet werden. Wir können nicht einfach zwei Millionen Franken, das ist ein Zehntel des Budgets, in dieses Projekt investieren. Zuerst kommen jetzt das geplante Alters- und Gesundheitszentrum mit einem Kostenaufwand von rund 30 Millionen Franken sowie weitere kleinere Projekte zur Realisierung. So ist es zwingend, dass für die Sportplatzsanierung Alternativen vorliegen. Zusammengefasst: Die Parteileitung ist an einer Lösung interessiert. Es müssen aber zusätzliche Sanierungsvarianten geprüft und die Kosten reduziert werden. Angesichts des vorgesehenen Kostenaufwands ist die SVP-Leitung für eine Urnenabstimmung.»

FCA-Präsident Franz Rigert zeigt sich erstaunt, dass von unbeantworteten Fragen die Rede ist, zumal im Rigi Anzeiger laufend informiert, an der Generalversammlung orientiert und den Parteien ein Gespräch angeboten worden sei. Nur die SP habe von einer Information Gebrauch gemacht. Rigert hält fest: «Der Zustand des Haupt- und Nebenplatzes Löösch hat von Anfang an Probleme bereitet. Nebst baulichen Mängeln und schwierigem Untergrund ist die Beschattung vom Herbst bis zum Frühling gravierend. Zusätzlich wirkt sich eine reduzierte Belüftung der Plätze negativ aus. Die Plätze können nur mit grossem Aufwand, vielen Sperren sowie mit hohen finanziellen Mitteln – gemäss Gemeinderat mit jährlich rund 100000 Franken – in einem einigermassen guten Zustand erhalten werden. Ein unabhängiges Gutachten, welches der Gemeinderat 2010 erstellen liess, empfiehlt den Umbau des Nebenplatzes in ein ganzjährig nutzbares Kunstrasenfeld. Dieses Gutachten beinhaltet eine Gesamtschau zur Ist-Situation aller Fussballplätze in Adligenswil in Bezug auf die Lage, die Belastung und den Detailzustand. Natürlich wäre auch eine Evaluation für neue Plätze an einem anderen Standort eine Möglichkeit. Wir sind jedoch der Meinung, dass ein solches Projekt bezüglich Finanzen eine ganz andere Dimension aufweisen würde. Ausserdem sind Alternativen auf Grund der Gegebenheiten auf dem Areal äusserst rar. Zudem gibt es klare Vorgaben vom Verband. Gemäss den Gutachtern beläuft sich der Unterhalt eines unverfüllten Kunstrasens auf noch rund 15000 Franken. Mit der Erstellung des Kunstrasenfeldes werden keine weiteren Landflächen benötigt. Es ist aber möglich, die bestehenden Anlagen besser zu nutzen bzw. zu schonen. Die Unterhaltskosten können so zusätzlich gesenkt werden.»

Wegen eines schlechten Untergrundes und der Beschattung vom Herbst bis Frühling müssen  die Fussballplätze im Löösch häufig gesperrt werden.

Wegen eines schlechten Untergrundes und der Beschattung vom Herbst bis Frühling müssen die Fussballplätze im Löösch häufig gesperrt werden.

Die Investitionskosten für ein Kunstrasenfeld von 1,5 bis 1,7 Millionen Franken für die Gemeinde Adligenswil sieht der FCA-Präsident absolut als gerechtfertigt und hält fest: «Die Aussage von Herrn Rölli bezüglich Gemeindebudget kann ich nicht nachvollziehen. Die Erstellung eines Kunstrasenfeldes ist doch eine Investition, welche über die nächsten 15 bis 20 Jahre amortisiert werden muss. Das zukünftige Gemeindebudget wird mit weniger als einem halben Prozent belastet. Zusätzlich können mit einem Kunstrasenfeld die jährlichen Unterhaltskosten für die Sportanlagen um bis zu 40000 Franken reduziert werden.»

«Diese Aufwendungen scheinen mir in Anbetracht der geleisteten sinnvollen Jugendarbeit durch viele Freiwillige des FCA gering. Vom FCA wird Jugendarbeit in der Grössenordnung von mindestens 130000 Franken (Basis Fr. 25 / Stunde) für die Allgemeinheit geleistet (ca. 4,4 Vollzeitstellen pro Jahr). Keine Gemeindebehörde in der Schweiz kann eine solche Dienstleistung der Bevölkerung für so genannte Jugendanimation mit nur annähernd solchen Bedingungen anbieten», fasst Franz Rigert das grosse soziale Engagement des FCA zusammen. Im Hinblick auf die Gemeindeversammlung vom 28. Mai 2013 will die Leitung des FCA ein Unterstützungskomitee aufbauen und die Bevölkerung entsprechend informieren.

… und die Gemeinderäte sagen
Der zuständige Adligenswiler Gemeinderat Peter Kälin erklärte gegenüber dem RigiAnzeiger, dass er zur Haltung des Gemeinderates zur Löösch-Initiative noch keine Aussagen machen könne. Auf die Gemeindeversammlung vom 28. Mai 2013 werde eine Botschaft ausgearbeitet, worin auch das Initiativkomitee zu Wort komme, wie dies in Abstimmungsbüchlein üblich sei. In den Verhandlungen mit der Gemeinde Udligenswil sei gegenwärtig «Stillstand», da offen sei, wie die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung entscheiden werden. «Eine Urnenabstimmung kann an der Gemeindeversammlung verlangt werden, wenn zwei Fünftel der Anwesenden einem entsprechenden Antrag zustimmen. So ist es in unserer Gemeindeordnung vorgesehen. Dann ist innert nützlicher Frist eine Urnenabstimmung anzusetzen», hält Peter Kälin fest.

Für den Gemeinderat von Udligenswil sagt Gemeindepräsident Thomas Rebsamen, dass eine grundsätzliche Bereitschaft bestehe, weitere Gespräche zu führen und einen Beitrag zu bezahlen. Doch vorerst müsse ein konkretes Projekt vorliegen mit einem klaren Kostenausweis. Einer Kostenbeteiligung seien allerdings aufgrund der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde Udligenswil klare Grenzen gesetzt.