Rigi Anzeiger
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Steuereinnahmen dank Umzonung

Reiche Traktandenliste an der Gemeindeversammlung Dierikon

Um Geld zu generieren, will der Dierikoner Gemeinderat Land verkaufen. Die Stimmberechtigten bewilligten am Montagabend entsprechende Umzonungen.

Selten hatten Dierikons Stimmberechtigte so viele Traktanden abzusegnen wie am Montagabend. Zwölf waren es und im Vorfeld wurde vermutet, das vor allem die Umzonungen eines gemeindeeigenen Grundstückes zwischen der Luzerner- und Zentralstrasse (vis à vis des Sportpark Rontal-Dierikon) zu Diskussionen führen könnte. Gemeindepräsident Hans Burri erwähnte, dass sich der Gemeinderat lange überlegt habe, wie das Loch bei den Einnahmen gestopft werden könnte: «Wir entschieden uns für die Umzonung eines Grundstückes im Wissen, dass wir mit Wohnungsbau und Arbeitszone mehr Steuereinnahmen haben.» Der Gemeinderat will die Parzelle Nr. 164 von der Arbeitszone1 in die Geschäftszone mit Gestaltungsplanpflicht und die Parzelle Nr. 161 von der Arbeitszone 1 in die 3-geschossige Wohnzone A mit Empfindlichkeitsstufe II (entspricht erlaubten Lärmimmissionen von maximal 60 Dezibel) umzonen. Aus der Versammlung tauchten Fragen zu den Rahmenbedingungen und den mit der Umzonung verbundenen Anpassungen im Bau- und Zonenreglement auf. So wollte ein Dierikoner nicht nur die Vorder-, sondern auch die Rückseite der Fassadengestaltung bei allfälligen Neubauten als ästhetisch gut gestaltet wissen. Kein Thema ist die Erschliessung über die Kantonsstrasse, zumal das der Kanton nicht zuliesse. Nach erfolgter Umzonung – dem stimmten die 48 Anwesenden einstimmig zu – möchte der Gemeinderat im südwestlichen Teil der Parzelle Nr. 161 und Nr. 164 einen Landabtausch vornehmen, damit sich das Gründstück beider Parzellen besser bebauen respektive verkaufen lässt.
«Das Budget 2013 prophezeite tiefrote Zahlen und es hätte noch schlimmer werden können», war in der Botschaft zur Dierikoner Gemeindeversammlung zu lesen. Gemeindeammann Josef Zimmermann führte aus: «Wir rechneten mit einem grösseren Defizit von rund 600’000 Franken. Deshalb das Positive vorweg: Der Verlust beträgt nur 233’000 Franken.» Grosse Nachträge aus früheren Jahren, hohe Quellensteuern und positive Ergebnisse bei den Sondersteuern sorgten für das bessere Ergebnis, das die Stimmberechtigten absegneten. Auch sämtliche Abrechnungen sowie die Zusicherung des Bürgerrechts von Dierikon an eine Familie sowie eine weitere Person erhielt Zustimmung. Der Sonderkredit von 446’000 Franken für eine verbesserte Versorgungssicherheit und eines verbesserten Brandschutzes im Rahmen des Projektes Netzverbund Dierikon-Root wurde ebenfalls einstimmig genehmigt. Einwände gab es auch nicht, als der Gemeinderat vorschlug, die Überschusszahlung des Kehrichtverbandes REAL aufzuteilen. So gehen über 100’000 Franken in die Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung und 72’000 Franken werden für Solarenergie beiseite gelegt. Ausserdem wurde Bernadette Pürro als Nachfolgerin des zurückgetretenen Urnenbüro-Mitgliedes Lukas Estermann gewählt.

Neue Führungsstruktur gefordert
Im Frühling dieses Jahres machte die FDP Dierikon mit ihren Vorschlägen einer modernen Führungsorganisation und verstärkten Kooperationen mit Nachbargemeinden respektive Zusammenlegung von Ämtern von sich reden. Deren Ortsparteipräsident Lukas Waldispühl wollte vom Gemeinderat wissen, inwieweit er sich darüber schon Gedanken gemacht hat. Hans Burri dazu: «Zurzeit überprüfen wir die Stellenprozente der Gemeinderäte und mögliche Verschiebungen von Ämtern und Arbeiten. Im Sozialbereich beispielsweise sehen wir Möglichkeiten zur Auslagerung. Wir überprüfen auch verschiedene Führungsmodelle. Bis im Sommer 2016, wenn die Neuwahlen erfolgt sind, könnten wir mit neuen Strukturen starten. Es kann aber durchaus auch sein, dass wir ähnlich fortfahren wie bisher.»