Rigi Anzeiger
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Steuererhöhung im Jahresrhythmus

Adligenswil: Nach der letztjährigen Steuererhöhung um einen Zehntel auf 2,0 Einheiten, will der Gemeinderat jetzt die Steuern um einen weiteren Zehntel anheben.

Die Hiobsbotschaft ist in der neusten Ausgabe der Gemeindezeitung «Info» zu lesen, die Online noch nicht verfügbar ist. Unter dem Titel «Eine Steuererhöhung ist nötig», schafft Gemeindeschreiber Othmar Zihlmann gleich mal vorsorgliche Tatsachen. «Der Voranschlag 2015 der Gemeinde Adligenswil sieht bei einem Aufwand von Fr. 28’845’668.– und einem Ertrag von Fr. 28’718’837.– einen Aufwandüberschuss von Fr. 126’831 vor. Berücksichtigt ist dabei eine Steuererhöhung von 2,00 auf 2,10 Einheiten», fasst er die Finanzlage der 5369 Seelen-Vorortgemeinde zusammen. Kein Wort darüber, dass die Gemeinde bereits im Vorjahr eine gleich hohe Steuererhöhung tapfer verkraftet hat. Damals – Ende November – hatte Finanzvorsteher Markus Sigrist der Gemeindeversammlung vorgerechnet, wie die Gemeinde im Schuldensumpf zu versinken drohe und ihre überlebenswichtige Kreditwürdigkeit verliere, wenn man nicht der fatalen Finanzentwicklung mit einer Steuererhöhung Einhalt geböte. Die Rede war von einem Vier-Millionen-Schuldenberg innerhalb der nächsten vier Jahre. Für den Fall einer Steuererhöhung stellte Sigrist eine Gesundung der Finanzlage innerhalb der nächsten Jahre in Aussicht. Grosse Hoffnungen setzte er dabei in die Auswirkung der Zonenplanrevision, die neue Investoren und Neuzuzüger anlocken sollte. 158 der anwesenden 187 Stimmberechtigten genehmigten in der Folge die vom Gemeinderat vorgeschlagene Steuererhöhung um einen Zehntel auf 2,0 Einheiten. Alle Ortsparteien bekräftigten bei dieser Gelegenheit ausdrücklich ihr Unbehagen über diese Massnahme und anerkannten gleichzeitig ihre Richtigkeit, vorbehältlich ihrer Einmaligkeit. Nennenswerte Proteste blieben aus. Verhaltene Kritik war die Ausnahme. «Damit wird Adligenswil für potentielle Neuzuzüger unattraktiv», gab etwa der Vertreter der FDP zu bedenken. Und nun, kein Jahr später, die Ankündigung einer erneuten Steuererhöhung. Der Finanzvorsteher steht der Bevölkerung am Samstag, den 15. November von 9.30 bis 11 Uhr für eine Sprechstunde im Sitzungszimmer Nr 339 «Finanzen» im Gemeindehaus zur Verfügung.

Ob und wie die Adligenswiler Steuerzahler diese neue Steuererhöhung schlucken werden, bleibt abzuwarten. Von den sechs vom RigiAnzeiger um eine Stellungsnahme gebetenen Ortsparteien, haben zwei auf die Anfrage reagiert:
«Die Grünen Adligenswil werden an der Parteiversammlung darüber diskutieren», schreibt die Präsidentin Franziska Hufschmid Schmid. Aufschlussreicher ist der Kommentar der SP: «Die SP Adligenswil stimmt einer Steuererhöhung zähneknirschend zu. ‹Zähneknirschend›, weil einmal mehr die natürlichen Personen gerade stehen müssen für eine verfehlte Steuerpolitik, die einfach nicht mehr aufgeht. Wir bezahlen die Rechnung für die Unternehmen und die wirklich Vermögenden, die von verschiedensten Steuerbegünstigungen profitieren. Wenn der Kanton die Grippe hat, werden auch die Gemeinden krank», schreibt die Präsidentin Silvie Grünwald.