Rigi Anzeiger
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Sträucher pflanzen statt Mathe pauken in Küssnacht

20 SchülerInnen im Einsatz für landwirtschaftliches Vernetzungsprojekt

Weidenkätzchen, Kornelkirschen, Hundsrosen, Pfaffenhütchen und andere Sträucher pflanzten Sechstklässler entlang eines Baches des Hofes Färenstatt. Sie taten das voll motiviert und zur Begeisterung des Landwirtes Thomas Büeler und Küssnachter Umweltschutzbeauftragten Michael Lutz im Rahmen des landwirtschaftlichen Vernetzungsprojektes.

Das war doch mal etwas anderes: Stadt den Blick auf die Wandtafel und stundenlanges Sitzen in der Schulbank frische Luft, währschaftes Schuhwerk und über einem der freie Himmel. Voll motiviert und ausgerüstet mit Schaufeln und Pickeln begaben sich die zwanzig Schülerinnen und Schüler des Seematt-Schulhauses zusammen mit ihrer Lehrerin Monika Camenzind an die ungewohnte Arbeit. Erde ausstechen war vorerst angesagt. Laura und Clarissa taten das gemeinsam, das Hantieren mit der Schaufel war gar nicht so einfach. «Das Loch muss exakt so tief und breit sein, dass die Wurzel Platz hat», klärten die Jungs Milan und Rui auf.

Rund 200 Pflanzen von zirka 20 verschiedenen Wildsträucherarten lagen für die Schülerinnen bereit. Sind diese Pflanzen einmal ausgewachsen, bilden sie eine qualitativ hochwertige, ökologische Hecke von rund hundert Laufmetern. «Hecken sind wichtig. Sie bieten Tieren – von Insekten über Vögel bis Füchse – Unterschlupf», erläuterte Michael Lutz. Hecken waren in Küssnacht bis vor 50 Jahren weit verbreitet. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden sie dann entfernt. Ihre «Wiederbelebung» ist ein Teil des sogenannten landwirtschaftlichen Vernetzungsprojektes, das in Küssnacht während sechs Jahren läuft. Die Hecke entlang des Bachufers beim Hof Färenstatt wird noch einen weiteren Zweck erfüllen. Sie dient als Erosionsschutz, damit der Hang nicht weiter rutscht.

Liguster oder Saalweide?

Das Thema Wald und Hecke wird aktuell in der Klasse von Monika Camenzind behandelt. 20 Bäume und 10 Sträucher lernten die Schülerinnen und Schüler bereits kennen. Laura und Clarissa konnten acht Sträucher nennen, die gepflanzt wurden: «Heckenkirsche, Weidenkätzchen, Kornelkirsche, Hundsrose, roter Holunder, Pfaffenhütchen und Sal-Weide.»

Rätsel gab ein Strauch auf, den die Schüler Kai und Milan setzten. Sie tippten auf Sal-Weide oder Liguster. Letzteres war es. Das fanden sie mithilfe eines weiteren Schülers heraus. «Das macht mehr Spass als in der Schule zu sitzen und Mathe oder Deutsch zu lernen», kommentierte Rui die Arbeit im Freien. Milan pflichtete ihm bei und ergänzte: «Man kann auch miteinander reden und es hat hier ein herziges Kätzchen.» Kurz darauf wurde die sechsmonatige Lina – so hiess das Kätzchen von ihnen denn auch gebührend geherzt.

Hecke2
Laura (l.) und Clarissa beim Erde ausstechen.

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Rui (l.) und Milan mit einer gepflanzten Liguster.

Hecke1
Innert zwei Stunden war alles bepflanzt.