Rigi Anzeiger
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SVP zieht in den Gemeinderat

Adligenswil: Ferdinand Huber als Bildungsvorsteher zieht die Partei in den Gemeinderat ein. Ebenfalls gewählt für den Rest der Amtsdauer 2012–16 ist Markus Gabriel, SVP, als Mitglied der Controlling-Kommission.


red. Ferdinand Huber, SVP, erreichte 696 Stimmen und sein Gegenkandidat, Olivier Bucheli, GLP, 621 Stimmen. Huber tritt die Nachfolge des auf 31. August 2015 zurücktretenden Peter Kälin, FDP, an. Die Partei ist damit im Gemeinderat nicht mehr vertreten. Neu lautet die Sitzverteilung 2 CVP, 1 SVP, 1 SP und 1 GLP. Die Stimmbeteiligung lag bei 34,75 %. Markus Gabriel, SVP, erreichte 788 Stimmen und sein Gegenkandidat, Markus Burri Hoffmann, SP, 532 Stimmen. Gabriel tritt die Nachfolge der auf 31. Juli 2015 zurückgetretenen Gisela Widmer Reichlin, SP, an. Die Stimmbeteiligung lag bei 34,62 %.

 

Nachgefragt bei Ferdinand Huber

Wie fühlen sie sich?
Ich fühle mich sehr gut und meine Wahl zum Bildungsvorsteher macht mich stolz. Es bedeutet mir sehr viel und ich danke allen für das Vertrauen in mich und ihre Unterstützung.

Wie haben Sie Ihren Sieg gefeiert?
So, wie ich solche Festivitäten generell zu pflegen weiss; im kleinen Rahmen, moderat, bewusst und mit lieben Menschen um mich herum.

Wie waren die Reaktionen aus Ihrem Umfeld?
Herzlich, ehrlich und spontan. Die Glückwünsche trafen per Telefon, Whatsapp, e-mail und SMS ein, aus Bern bis Gran Canaria. Gratulationen erreichten mich speziell am Montag während Sitzungen, per Wink aus dem Auto bis hin zu Gratulationen vom Balkon eines Wohnhauses. Wenn ich durch das Dorf laufe, entdecke ich ab und zu gar eine Hand mit «Daumen nach oben» oder die Applaus-Geste. Es sind ganz spezielle Momente, welche ich gerne wahrnehme.
Rund 70 Stimmen Unterschied: ist das in Ihren Augen viel oder wenig?
Je nachdem, ob man ein bis zur Hälfte gefülltes Glas Wasser als «halb voll» oder «halb leer» betrachtet. Nun, es hat zum Wahlsieg gereicht.

Ist es eine Personen- oder eine Parteiwahl?
Die Wahlstrategie war klar als Personenwahl definiert. Ich glaube, dass es uns beiden gelungen ist, sowohl die Stimmen der sach- als auch der parteibezogenen Wählertypen zu gewinnen.

Wie kommentieren Sie die Wahl von Markus Gabriel – ein Sieg der SVP?
Markus Gabriel betrachte ich als einen kompetenten Menschen mit viel Wissen und Erfahrung. Er ist weit über Adligenswil hinaus bekannt. Nicht nur sein Name sondern auch seine Art. Zudem ist auch er definitiv ein Macher. Seine Wahl zeigt möglicherweise ebenfalls auf, dass in erster Linie Fachkompetenz gefragt ist und die Parteizugehörigkeit eine sekundäre Stellung einnimmt. Weil erfreulicherweise immer mehr Menschen wie er und ich – und übrigens viele andere auch – in der SVP vertreten sind, macht das die SVP wählbarer denn je. Somit ist es auch ein Erfolg der SVP.

Was wird Ihre erste Handlung als Gemeinderat sein?
Ich werde als designierter Bildungsvorsteher dem Schuljahreröffnungs-Anlass am Donnerstag, 27. August im Schulhaus Obmatt in Adligenswil beiwohnen und dabei die ersten Bekanntschaften mit Lehrerschaft und Bildungskommission machen dürfen.

Wo werden Sie Ihre Prioritäten setzen?
In erster Linie möchte ich mir ein Bild verschaffen von der aktuellen Situation, vom IST-Zustand sozusagen. Nach diesen Schritten gilt es, eine erste Triage vorzunehmen und allenfalls bereits mögliche Massnahmen zu treffen und aufzugleisen.

Wie stehen Sie zum neuen Führungsmodell?
Heute antworte ich Ihnen noch als unvereidigter Gemeinderat. Meine Haltung war seit Beginn der Diskussion offen für beide Varianten. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Für mein Verständnis sind beide Modelle anwendbar; sowohl für meine persönliche Situation bezüglich Pensum, als auch für die Führung einer Gemeinde.

Wie lauten Ihre Prognosen für die Gesamterneuerungswahlen? Werden die Karten neu gemischt?
Das wird zu einem grossen Teil vom Resultat der heutigen Gemeindeversammlung abhängen, welche einen wegweisenden Charakter hat. Allerdings werden bei Gesamterneuerungswahlen von Natur aus die Karten neu verteilt.

Will die SVP einen zweiten Sitz?
Wir werden sehen, wie sich die Situation in Adligenswil entwickelt. Wir könnten – und das sage ich mit gesunder Bodenhaftung – damit umgehen, wenn es die Meinung der Adliger Bürger sein sollte, dass wir doppelt vertreten sind.

 

Nachgefragt bei Markus Gabriel

Haben Sie mit dem deutlichen Sieg gerechnet?
Nein, überhaupt nicht. Mein Gegenkandidat Markus Burri Hoffmann (SP) setzt sich ebenfalls für viele Anliegen in der Gemeinde ein. Daher war ich mir bis zur Bekanntgabe des Stimmenresultates wirklich nicht sicher, wer der Wahlgewinner sein wird.

Ist es eine Personen- oder ein Parteiwahl, wie schätzen Sie das ein?
Ich bin überzeugt, dass beide Bereiche eine Rolle spielten. Die SVP-Adligenswil hat in den vergangenen Jahren mit Sachpolitik gute und akzeptable Arbeit geleistet. Anderseits engagiere ich mich seit Jahren persönlich sowie als Präsident des Gewerbevereins für viele Projekte innerhalb der Gemeinde. Dadurch profitierte ich aufgrund der öffentlichen Bekanntheit.

Haben Sie nun Lust auf mehr – ist der Sitz im Gemeinderat für Sie auch eine Option?
Die Controllingkommission gibt mir einen tieferen Einblick in die Gemeindeorganisation. In dieser will ich mich zuerst mit Rat und Tat positiv einbringen. Was die Zukunft mit sich bringt, lasse ich mir noch offen. Eines aber ist sicher – «nach Worten müssen Taten folgen» – und solange ich die Erwartungen meiner heutigen Wähler mit meiner Arbeit in der CK nicht erfüllen kann, werde ich mich nicht für ein weiteres Amt zur Verfügung stellen.