Rigi Anzeiger

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Teamgeist, Pflichtbewusstsein & Willenskraft

Meggen: An den Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern im tschechischen Racice vom 8. bis 12. August gewann der Doppelvierer mit der Meggerin Lisa Lötscher den Weltmeistertitel. Was zu diesem Erfolg führte, berichtet die angehende Zeichnerin Fachrichtung Architektur im Interview.

Lisa Lötscher mit der Goldmedaille und ihrem Maskottchen.

Lisa Lötscher mit der Goldmedaille und ihrem Maskottchen.

Was macht Ihnen am Rudersport Freude und Spass?
Jede morgendliche Trainingseinheit auf dem See, jeder Ruderschlag bedeutet für mich Entspannung. Rudern ist meine Leidenschaft. Ich bin eine Teamplayerin. Meine Kolleginnen und meine Familie sind mir sehr wichtig. Das Rudern im Vierer verlangt einen sehr guten Teamgeist.

Was verlangt die Ausübung dieser Sportart? Was führt zum Erfolg?
Gefordert sind ein starker Wille, ein hohes Pflichtbewusstsein und ein Team, in welchem alle am gleichen Strick ziehen. Es sind wöchentlich viele Trainingseinheiten zu absolvieren. Dies verlangt Effizienz und Effektivität. Auch eine gewisse Körpergrösse ist von Vorteil. Wichtig ist auch ein «Bootsgefühl», das heisst eine Harmonie mit dem gleitenden Boot zu spüren. Von hoher Bedeutung für mich ist die Unterstützung durch meine Familie.

Wie trainieren Sie im Alltag?
Im Winter sind in der Woche acht Trainingseinheiten zu zwei Stunden zu absolvieren. Während der Woche konzentrieren wir uns auf Indooraktivitäten am Ruderergometer und im Kraftraum. Am Wochenende folgen Einheiten auf dem Wasser.
Im Sommer wird das Training intensiviert. Es stehen zwischen zehn und vierzehn Einheiten zu zwei Stunden auf dem Wasser an. Am Morgen um 05.30 Uhr trainieren wir während neunzig Minuten. Dann begebe ich mich an meine Arbeitsstelle. Abends folgt nochmals ein zweistündiges Training von 18 bis 20 Uhr. Das Trainingsprogramm ist vom Seeclub Luzern respektive vom Schweizerischen Ruderverband vorgegeben.
Wie haben Sie sich auf die Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften 2018 vorbereitet?
Während des Monats Juli absolvierten wir ein vierwöchiges Trainingslager im Schweizerischen Ruderzentrum in Sarnen. Hier haben wir uns spezifisch auf die Weltmeisterschaften vorbereitet. Im Zeitraum vom November bis Juli erfolgten an den Wochenenden Kaderzusammenzüge in Sarnen mit speziellen Trainingseinheiten.
Während des ganzen Jahres unterstehen wir Leistungstests: Langstrecken- und Ergometertests. Jeweils im Frühling, meist an einem verlängerten Wochenende über Ostern, muss man sich im italienischen Corgeno als Einzelwettkämpferin beweisen: Es gibt einen Test am Ergometer und auf dem Wasser im Einer. Anschliessend folgt noch eine Selektion im Vierer. Aufgrund der Ergebnisse werden die Mannschaften für die Europa- und Weltmeisterschaften nominiert. Der Doppelvierer ist die Königsdisziplin aller Kategorien.

Der erfolgreiche Schweizer Juniorinnen-Doppelvierer am Finalrennen in Racice (CZ) v.l.: Célia Dupré, Emma Kovacs, Lisa Lötscher und Jana Nussbaumer. Bilder zvg

Der erfolgreiche Schweizer Juniorinnen-Doppelvierer am Finalrennen in Racice (CZ) v.l.: Célia Dupré, Emma Kovacs, Lisa Lötscher und Jana Nussbaumer. Bilder zvg

Der Wettkampf im Doppelvierer an den Junioren-Weltmeisterschaften 2018 in Racice verlief sehr spannend.
Den Vorlauf vom Donnerstag, 9. August gewannen wir mit Abstand. Am Samstag haben wir uns direkt für den Halbfinal qualifiziert, dies jedoch mit einigen Problemen. Am Start gab es plötzlich Wellengang und starken Schubwind. Das heisst, man ist schnell im Ziel, aber das Boot ist sehr unstabil. Wir erlitten daher eine mentale Blockade und ruderten wie gelähmt. Doch da mussten wir einfach durch – und fertig. Wir erreichten den zweiten Rang. Wir waren enttäuscht, weil wir somit knapp einen Weltrekord verpassten. Abends haben wir das Rennen analysiert. Der Coach meinte: «Wenn ihr morgen im Final unter den Top Sechs so rudert, reicht es zu keiner Medaille.» Jetzt waren wir uns alle bewusst, was dies für den morgigen Finaltag bedeutete.
Der Finalstart gelang uns gut, aber die Boote aus Tschechien und Deutschland lagen bald vorne. Nach dem dritten Streckenviertel, also nach 1500 Metern, haben wir uns den Sprint unseres Lebens vorgenommen. Schliesslich ist es das letzte Juniorinnen-Rennen, das wir noch absolvieren können. Wir wollten alles geben. Mit jedem Ruderschlag schmolz der Vorsprung der führenden Boote dahin. Und siehe da: Mit 83 Hundertstel Vorsprung passierten wir das Ziel als erstes Team.
Nach der Bronzemedaille an der Junioren-WM im Vorjahr und der Silbermedaille an der Junioren-EM von Ende Mai 2018 im französischen Gravelines reichte es jetzt zur Goldmedaille. Diese hohe Auszeichnung freut mich natürlich und ist der Lohn für die intensive Vorbereitungszeit. Wir sind im Flughafen Zürich begeistert empfangen worden, die Gemeinde Meggen hat gratuliert und natürlich haben sich meine Büro-Kolleginnen und Kollegen und die ganze Familie sehr gefreut.

Welches sind Ihre nächsten Ziele?
Zuerst möchte ich den Erfolg noch geniessen. Danach hat für mich das vierte Lehrjahr Priorität, denn ein erfolgreicher Lehrabschluss ist mir wichtig. Ich werde dem Rudersport trotzdem treu bleiben und regelmässig trainieren. Nach der Lehre ist für mich im Jahr 2020 die Absolvierung der Spitzensport RS eine Option. Alles andere möchte ich zurzeit offen lassen.  Interview Jost Peyer

 

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