Rigi Anzeiger
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Tiefe Eindrücke bei Jung und Alt

Meggen: Mehr als 200 Meggerinnen und Megger konnten am 11. März im Kino Bourbaki von einer Spezial-Vorführung des Schweizer Films «Köhlernächte» profitieren. Ein Film mit eindrücklichen Bildern vom Handwerk der Köhlerei und von den Menschen, die im Entlebuch noch einige wenige Kohlenmeiler erstellen.

Der Kohlenmeiler ist fertig abgedeckt und in Brand gesetzt. Die Verkohlung des Holzes ist ein längerer Prozess, der vom Köhler mit Sachverstand begleitet werden muss.

Der Kohlenmeiler ist fertig abgedeckt und in Brand gesetzt. Die Verkohlung des Holzes ist ein längerer Prozess, der vom Köhler mit Sachverstand begleitet werden muss.

jp. Ein wilder Graben, tief verschneit, im Napfgebiet. Das Geräusch von Motorsägen. Dann ächzt und kracht es. Hohe gefällte Bäume donnern ins Tobel hinunter. Kaum zu glauben, dass an diesen Steilhängen Holz geschlagen wird. Für die Napfbauern eine Selbstverständlichkeit. Ein Traktor schleppt die zugesägten Holzträmel im Schnee zu einem Lagerplatz. Eine harte Arbeit. Mit einem Teil des Holzes wird ein Kohlenmeiler erstellt. Je nach Grösse des Meilers werden Dutzende Ster Holz gebraucht.
Mit diesen ausdrucksstarken Bildern begann der Film «Köhlernächte» von Robert Müller, der das Buch zum Film schrieb und Regie führte. Gebannt verfolgten die Meggerinnen und Megger in der Gratis-Vorführung das Geschehen auf der Leinwand. Das Erstellen eines Meilers verlangt viel Fachwissen, handwerkliches Geschick und Ausdauer. Drei Wochen dauert der Aufbau eines halbkugelförmigen Meilers, der am Schluss ein luftdichtes Dach aus trockenen Tannen­ästen und Lösche, das ist schwarzgrauer Kohlenstaub, erhält.
Eindrücklich nachgezeichnet wurden im Film die Arbeiten des Köhlers während der Phase der Verkohlung. Wir Städter können uns kaum ein Bild von den harten Arbeitsgängen machen, die ein Napfbauer hier zu leisten hat. Tag und Nacht. Während Wochen, je nach Grösse des Meilers. Selbst der junge Lukas, bei Beginn der Dreharbeiten zum Film erst zwölf Jahre alt, erstellt schon einen ersten kleineren Meiler unter Anleitung eines erfahrenen Köhlers. Mit grosser Selbstdisziplin. Auch er steht des Nachts auf und überwacht die Verkohlung, reguliert die Luftzufuhr durch Bohren oder Verschliessen von Zuglöchern. Und einen Stumpen hat er sich auch schon angezündet. Das löste helles Lachen aus.

Filmgespräch
Der Film hat Eindrücke hinterlassen. Das zeigte sich im Anschluss, als dem Regisseur und drei anwesenden Köhlern Fragen gestellt werden konnten. Erstaunen lös­te aus, wie die jungen und älteren Köhler meist ohne Handschuhe und Helm zu Werk gingen. Der Präsident des Köhlerverbandes Romoos, Willy Renggli, erklärte namens der neun schweizweit letzten Köhler, welche dieses uralte Handwerk noch im Entlebuch als Nebenerwerbsjob ausüben, meist nebst Landwirtschaft, dass es bei der Köhlerei kaum Unfälle gäbe. Die Fachleute seien sich der Gefahren bewusst und mit der Natur eng verbunden. Köhler Franz Röösli wollte auch die Arbeit im Rauch nicht als gesundheitsgefährdend einstufen. „Geräuchertes Fleisch hält länger!“ meinte er schalkhaft. Ein Fragesteller konnte sich auch nicht vorstellen, dass sogenanntes „Blitzholz“ im Meiler eine gewisse Gefahr darstelle. Blitzholz kann Gase enthalten und im abbrennenden Holzhaufen explodieren. Wegen des Nachwuchses machen sich die Köhler keine grossen Sorgen; denn wer weiss schon, was morgen oder in zwanzig Jahren ist.
Am Schluss des Gesprächs dankten der Gemeindepräsident von Romoos, Willi Pfulg und der Gemeindepräsident von Meggen, Urs Brücker für die gegenseitige Verbundenheit der Gemeinden, für die Solidarität und für den Filmbesuch.

Gemeindepräsident Urs Brücker, Meggen, machte einige humorvolle Bemerkungen zum Verhältnis mit der Patengemeinde Romoos, die der Romooser Gemeindepräsident Willi Pfulg mit einem gesunden Selbstbewusstsein quittierte.

Gemeindepräsident Urs Brücker, Meggen, machte einige humorvolle Bemerkungen zum Verhältnis mit der Patengemeinde Romoos, die der Romooser Gemeindepräsident Willi Pfulg mit einem gesunden Selbstbewusstsein quittierte.