Rigi Anzeiger
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Traditionsverein mit Zukunftssorgen

Inwil: Der Frühlingsbeginn 2015 ist ein grosser Tag für die Inwiler Schützen: Die sind Gastgeber der kantonalen Delegiertenversammlung. Doch die Feldschützengesellschaft FSG Inwil hat Zukunftssorgen.

hf. Die FSG Inwil ist der älteste Dorfverein in Eibu, gegründet 1832, 20 Jahre bevor sich die Luzerner Schützengesellschaften und -vereine zum Kantonalverband vereinigten. Die Tradition hat für den kleinen Verein allerdings auch eine Kehrseite. Wie bei den Feldschützengesellschaften üblich, wird auch in Inwil auf die herkömmliche, militärisch begrüdete, 300m-Distanz geschossen. Das aber ist auch ein Handicap, weiss FSG-Präsident Samuel Stierli: «Die 300m-Distanz ist nicht olympisch», erklärt er, «wer sportliche Ambitionen hat, schiesst heute auf den kurzen Distanzen von 10m bis 50m.» Beim unlängst mit grossen Kosten sanierten Schiessstand Waldegg eine Kurzdistanzanlage einzubauen, kann sich die FSG Inwil nicht leisten. Nicht nur darum falle es dem Verein schwer, Nachwuchs zu finden – auch die vielfältigen Freizeitangebote für Junge sind ein Problem, mit dem praktisch alle Schützenvereine zu kämpfen haben. Die FSG zählt noch etwa 60 Mitglieder, davon ein knappes Dutzend lizenzierte Schützen. Die Zukunft der FSG sei ungewiss, sagt Samuel Stierli – die Perspektiven reichen von Auflösung über Fusion bis zu einem regionalen Zusammenschluss der Schützenvereine. «Möglich ist alles, entschieden ist noch nichts», erklärt er.

 

Samuel Stierli, Präsident der Inwiler Schützen.

Samuel Stierli, Präsident der Inwiler Schützen.

Vorerst aber konzentrieren und freuen sich die Inwiler Schützen auf die Delegiertenversammlung des LKSV vom 21. März 2015. Es werden rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Mehrzweckhalle Möösli erwartet. «Es ist das erste Mal, dass die DV in Eibu stattfindet», erklärt der FSG-Präsident. «Das ist für uns eine grosse Kiste, die mit viel Arbeit verbunden ist.» Seit einem Jahr wird der Anlass vorbereitet. Nicht nur der reibungslose Ablauf der DV muss sichergestellt werden, die Versammlung mündet nach dem geschäftlichen Teil in ein grosses Bankett und einen Unterhaltungsabend.

 

Herzlich willkommen in Inwil

Im Namen des Gemeinderates heisse ich Sie, liebe Schützinnen und Schützen des Kantons Luzern, in Inwil ganz herzlich willkommen. Es freut uns sehr, dass die Delegiertenversammlung des traditionsreichen Luzerner Kantonalschützenvereins bei uns in Eibu stattfindet. Bodenständiges Volk passt zu Inwil, denn dieses Jahr findet am 7. Juni auch das 96. Luzerner kantonale Schwingfest bei uns statt. Inwil ist bekannt für die starke Vereinskultur und ein intaktes Dorfleben. Ich bin überzeugt, dass wir auch künftig starke Vereine, wie die Schützen benötigen, damit Kameradschaft und Geselligkeit gelebt werden können. Ich wünsche allen eine gemütliche Delegiertenversammlung mit vielen bereichernden Begegnungen und ein erfolgreiches und gesundes Vereinsjahr.

Fabian Peter
Fabian Peter, Gemeindeammann Inwil

 

«Schiesssport verdient mehr Beachtung»

Mit rund 8000 Mitgliedern gehört der Luzerner Kantonalschützenverein LKSV zu den grössten Sportverbänden im Kanton. LKSV-Präsident Christian Zimmermann erklärt, was die Luzerner Schützen beschäftigt.

Christian Zimmermann, Präsident des Luzerner Kantonalschützenvereins, ist auch bei den Wettkämpfen präsent – hier mit dem Nachwuchsschützen Lukas Neeser, Juniorensieger am Kantonalmatch Gewehr 10m.

Christian Zimmermann, Präsident des Luzerner Kantonalschützenvereins, ist auch bei den Wettkämpfen präsent – hier mit dem Nachwuchsschützen Lukas Neeser, Juniorensieger am Kantonalmatch Gewehr 10m.

Was sind die wichtigsten Traktanden dieser Versammlung?
Ein Highlight ist sicher die Gründung des Labelstandortes Zentralschweiz. Damit soll gezielt der Leistungssport gefördert werden. Der LKSV ist daran beteiligt.

Wer sind die aktuell erfolgreichsten Schützinnen und Schützen im LKSV?
Eine Auswahl der Erfolge im Breitensport: Malters Schützen, Sieger Schweizer Sektionsmeisterschaft Pistole; FSG Flühli-Sörenberg, Sieger Gruppenmeiterschaft 300m Ordonnanz. – Eine Auswahl im Spitzensport: Bettina Bucher, SM-Gold 300m Gewehr liegend und Gewehr 3-Stellungen; Guido Muff SM-Gold CISM Schnellfeuerpistole; Erwin Stalder SM-Gold 300m Gewehr liegend Senioren. Bettina Bucher und Guido Muff kamen mit der Nationalmannschaft auch zu internationalen Einsätzen mit Spitzenklassierungen. Luzerner Schützinnen und Schützen gewannen weitere Medaillen an der Schweizermeisterschaft. Dazu gibt es einzelne Jungschützen mit hervorragenden Leistungen.

Wie präsentiert sich der Schiesssport im Rontal, Habsburgeramt und den Seegemeinden?
Wir haben sehr aktive und gute Schützengesellschaften, die auch den Nachwuchs sehr fördern, wie die SG Perlen, SG Root, die FSG Adligenswil, um nur einige zu nennen. Martin Jäggi, der Präsident der SG Root, kann auch persönlich sehr viele Erfolge vorweisen, ein weiteres Highlight im letzten Jahrzehnt ist sicher auch der Schweizermeistertitel der SG Perlen in der Gruppenmeisterschaft Gewehr 300m.

Was für Themen den Präsidenten des LKSV im Zusammenhang mit dem Schiesssport am meisten?
Aktuelle und drohende Vereinsauflösungen auf der negativen Seite, Vereinsgründungen auf der positiven Seite. Es ist leider eine Tatsache, dass immer weniger Personen Arbeiten und Verantwortung in Vereinsvorständen wahrnehmen. Leider gibt es auch Vereine, die an der Nachwuchsausbildung sparen oder kein attraktives Programm anbieten. Für die Vereine wurde die Lage zusätzlich durch Gesetztesverschärfungen und Auflagen bei der Standsanierung verschärft. Es gibt auch immer noch viele Vorurteile gegenüber dem Schiesssport, nicht zuletzt an den Schulen. Dabei haben viele Eltern die positive Erfahrung gemacht, dass sich ihr Kind durch das Schiesstraining in der Schule besser konzentrieren kann, bessere Noten sind dann eine Folge davon.

Was wünschen Sie sich als LKSV-Präsident für den Schiesssport generell?
Mehr Anerkennung, vor allem auch in den Medien. Wir haben das Paradoxon, dass ein Schwingerkönig (Schweizer Meister) höher gewichtet wird, als der Weltmeistertitel einer Schützin oder eines Schützen. Nichts gegen Schwingen, doch das Verhältnis ist in Schieflage.

Zur Person
Christian Zimmermann, 35, ist Maschineningenieur FH und arbeitet als Produktionsleiter in einem weltweit tätigen Unternehmen mit Sitz in Obwalden. Er wohnt in Luzern. Seit 2013 ist er Präsident des Luzrner Kantonalschützenvereins LKSV, daneben ist er Chef Ausbildung bei der SG Perlen. Neben dem Sportschiessen sind die Fasnacht (FG Edelweiss Littau) und Radfahren seine Hobbies.