Rigi Anzeiger
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Traubenzucker gegen Lampenfieber

«Generationen begegnen sich» im Megger Sunneziel

Im Rahmen des Veranstaltungszyklus «Generationen begegnen sich» diskutierten Jung und Alt am vergangenen Dienstagabend über das Thema Musik im Café Harfe des Seniorenzentrums Sunneziel. In lockeren Gesprächsrunden wurden Aspekte wie Motivation, Instrumentenwahl oder Musikstile aufgegriffen und unter dem Gesichtspunkt von einst und jetzt diskutiert.

DerModerator des Podiums, Rudolf Wyss, wie er einleitend gerade selber festhielt, kein Musiker, nicht einmal in einer Guggenmusig brauchbar, machte die Überschrift zum heutigen Abend «Von der Blockflöte bis zum Orchester» zum Einstiegsthema und meinte, die Flöte sei tatsächlich ein einfaches Instrument nach dem Motto: «Flötenstund hat Holz im Mund!» Doch die Podiumsteilnehmenden, jüngere wie ältere, sie alle spielen ein Instrument mit Leib und Seele. Franz Turel, Violinist und schon über achtzig Jahre zählend, erzählte begeistert, wie er als Junge in der Familie das Musizieren mitbekam und miterlebte. Sein Vater spielte Handorgel und war Musiklehrer. Klassische wie auch Unterhaltungsmusik gehörten zum Familienalltag. «Musik ist eine riesige Freude! Eine riesige Freude!» meinte mit strahlenden Augen die Klavierspielerin Monica Chappuis, auch schon bald achtzig Jahre alt. Bereits im Primarschulalter setzte sie sich gerne ans Klavier und hat mir ihrer Schwester im Duett gesungen. Und jetzt wagt sich die betagte, aber noch sehr wache und lebhafte Frau in der Megger Musikschule an ein neues Instrument heran. Mit Disziplin und Freude spielt sie russische Volksmusik auf dem Klavierakkordeon. Auch Corina Dreier, mit zwanzig Jahren aus der jungen Generation, spielte schon als Kleinkind immer mit den Fingern herum, als wollte sie überall Klaviertasten drücken. Zurzeit besucht die Pianistin die Musikhochschule Luzern mit dem allfälligen Ziel, einmal als Berufsmusikerin abzuschliessen. Luca Binder, 15-jährig und Kantischüler, hat sich dem Saxophon verschrieben. Er ist motiviert, die wöchentliche Musikstunde zu besuchen. Vor allem am Wochenende und während der Ferien nimmt er sein Blasinstrument gerne zur Hand und lässt sich von verschiedenen Stimmungen leiten. Alphons Beck, im 81. Lebensjahr stehend, macht noch heute als Violinist im Seniorenorchester Luzern mit. Seine erste Geige hat er vom Grossvater übernommen. Der Eintritt in jungen Jahren in ein Orchester führte ihn zum disziplinierten Üben; denn er wollte ja nicht hinausgeschmissen werden. Als ehemaliger Megger Gemeinderat hat er die Musikschule für Erwachsene geöffnet. Heute besuchen rund 60 Erwachsene die Megger Musikschule. Von den rund 600 Megger Schülerinnen und Schülern machen 434 in der Musikschule mit, wie der anwesende Musikschulleiter Fredi Bucher zu berichten weiss. Verblüffende Zahlen! Franziska Zürcher, Lernende im 1. Lehrjahr bei der Gemeinde Meggen, spielt begeistert Querflöte. Die 15-Jährige liebt verschiedene Musikstile, Klassisch, Filmmusik, aber auch Pop. Der Jüngste in der Runde, Benjamin Fassbind, 12 Jahre alt, übt sich im Klavierspiel. «Ich setzte mich jeden Tag 15 bis 20 Minuten ans Klavier und besuche wöchentlich die Klavierstunde. Nebst Musik spiele ich gerne Fussball. Auch das Geräteturnen macht mir Spass.» Auf die Frage des Moderators, ob er auch schon in einem Orchester oder in einer Musikgruppe mitgespielt habe und mit Lampenfieber zu kämpfen gehabt hätte, meinte Benjamin trocken: «Lampenfieber kann man mit Traubenzucker wegbringen!» Über diesen brillanten Tipp freuten sich alle im Café Harfe.

«Was gibt die Musik dem Menschen?» lautete die Schlussfrage an die Podiumsteilnehmenden. «Stimmung. Etwas zwischen Himmel und Erde. Erfüllung. Inspiration. Konzentration. Abwechslung. Glück. Musik ist ein Wunder!» waren einige Antworten.

Von links: Franz Turel (Violinist), Franziska Zürcher (Flötistin), Monica Chappuis (Klavierspielerin), Alphons Beck (Violinist), Corina Dreier (Klavierspielerin), Luca Binder (Saxophonist), Sozialvorsteherin Mirjam Müller-Bodmer, Benjamin Fassbind (Klavierspieler).