Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Trennungen sind schmerzhaft

Jede Trennung kann schmerzhaft sein. Davon können Redaktoren ein Lied singen. Ja, Redaktoren leiden viel mehr unter Trennungen als der Durchschnitt der Menschheit, vor allem unter falschen Trennungen. Diese tauchen in vielen zugesandten Artikeln auf und erfordern viel Korrektur- und Zeitaufwand.

Felix von WartburgIch weiss, die Einsender meinen es ja nur gut mit uns. Sie trennen von Hand, bis das für sie optisch gut aussieht. Manche versuchen sogar, ihre Manuskripte so aussehen zu lassen wie eine Zeitungsspalte, schmal und lang. Was sie nicht wissen ist, dass solche manuell veränderten Manuskripte eine grosse Zahl von Leerräumen produzieren, die auf der Redaktion – wieder manuell – geschlossen werden müssen, Zeile für Zeile. Kommen dann noch manuelle Trennungen dazu, dann müssen auch diese – einzeln und manuell – korrigiert werden. Ein Schreibprogramm wertet alle manuellen Eingaben in Manuskripten als korrekt, auch wenn diese falsch sind. Es ist doch viel einfacher, munter drauf los zu schreiben und sich weder um die Darstellung noch um die Trennungen zu kümmern. Für die Darstellung sorgen später Profis und für die Trennungen das Layout-Programm oder das Korrektorat.

Und – wenn wir schon bei der Korrekturarbeit sind – hier noch ein paar weitere Bitten: Im Journalismus werden Personen immer mit Vornamen und Nachnamen erwähnt, auch in Ranglisten. Wenn an einer Hausglocke das Schild «H. Key-Ahneg» steht, dann mag das ja einen gewissen Grund haben. Unsere Leser möchten aber wissen, ob «H» für Hans, Heiri, Hildegard oder Hannelore steht. Okay? Da fällt mir ein: In einem Text sollte der Begriff o.k. oder O.K. immer als Wort geschrieben werden, also okay, oder Okay, nicht als Abkürzung. Für den veralteten lateinischen Begriff «circa oder ca.» wird die modernere, deutsche Form «zirka» verwendet. Zahlen von Eins bis Zwölf werden in Texten als Wort geschrieben, erst ab 13 in Zahlen. Ausgenommen sind Tabellen. Die Begriffe «Prozent» oder «Quadratmeter» werden in Texten als Wort geschrieben, nur bei häufiger Wiederholung oder in Tabellen als %- oder m²-Zeichen. Namen von Firmen, Klubs, Vereinen oder Organisationen werden immer als Wort geschrieben, wenn sie als Wort gelesen werden können, also Suva, Avia, Lawa, Neat und nicht SUVA, AVIA, LAWA oder NEAT. Kürzel mit Grossbuchstaben sind nur bei nicht als Wort lesbaren Begriffen erlaubt, also SBB, CNN, UNHCR usw. Übrigens: «usw.» ist deutsch und moderner als das lateinische «etc.» – usw., usw., usw.

Felix von Wartburg, Chefredaktor