Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Tüüfe-Ruusch an Ebikons Rotsee-Küste

Ebikon: Die Geissen des Rotseezunftmeisters 2015, Andreas II. Stübi, sind wieder auf der Alp. Jetzt wird mit Andreas III. Seifert in die Tiefen des Meeres getaucht.

cek. Eine Dekoration mit einprägsamer Wirkung empfing die Rotseezünftler im Pflegeheim Höchweid. Auf der Bühne stach ein Tiefseetaucher umringt von bunten Fischen hervor. Die Tischdekoration mit viel Liebe zum Detail setzte das Thema Meer und Küste fort. Zur Untermalung drang Meeresrauschen mit Lauten von Walen (oder war es das Geräusch ein U-Bootes?) an die Ohren. Dass das alles mit dem neuen Zunftmeister zu tun hatte, war klar. Doch bevor sein Name gelüftet wurde, unterhielten Zunftmeister 2015, Andreas II. (Stübi) und Weibel Thomas Wirth mit Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet die Rotseezünftler mit einer Plakat-Wortspielerei im Stile der Komiker «Ohne Rolf.» Da war beispielsweise zu lesen: «ZM geboren als Nordlicht. Mit österreichischen Wurzeln und Schweizer Pass. Strenger Dialekt. Ein Zünftler mit Herz in der Garde.»

Zunftmeister ist ein Taucher
«Werter Zunftmeister Andreas III. Seifert und werter Weibel Toni Wimmer» waren die letzten Worte, die Andreas II. und Thomas Wirth auf ihren Plakaten präsentierten. Damit hatte das Rätselraten ein Ende und Andreas III. richtete sich an die Anwesenden mit: «Geschätzte Unterwasserbewohner, ich bin als Ostschweizer stolz, die Zunft an der Fasnacht zu repräsentieren.» Wer der neue Zunftmeister 2016 ist? Er bringt auf jeden Fall Internationalität mit, denn er wurde am 25. August 1971 in Süddeutschland geboren. Sein Vater ist Deutscher und seine Mutter Österreicherin. Als Dreijähriger zog Andreas III. ins thurgauische Steckborn, wo er 11 Jahre später eingebürgert wurde. Hier verbrachte er seine Schulzeit und Jugendjahre. Nach der Lehre als Maschinenzeichner bei der Nähmaschinenfabrik Bernina liess sich Andreas Seifert im Bereich Maschinenbau HTL weiterbilden und absolvierte zwei Nachdiplomstudien zum Wirtschaftsingenieur und zum Qualitätsmanager. Seit 2015 arbeitet Andreas Seifert bei der Ruag in Emmen im Flugzeugstrukturbau als Quality System & Process Manager. Seine fasnächtliche respektive musikalische Laufbahn startete Andreas III. als Tambour der Stadt- und Guuggenmusig Steckborn und im vergangenen Jahr in der Bööggengarde der Rotseezunft, wo er vor einem Jahr als Zünftler aufgenommen wurde. Andreas III. lebt mit seiner Ehefrau Claudia Seifert-Rigert und den beiden Kindern Marc (11) und Milena (8) in Buchrain. Der sehr sportliche neue Zunftmeister betreibt in seiner Freizeit gerne Mountainbiking und nimmt am jährlichen Rotseelauf teil. Tauchen ist eine weitere Leidenschaft von Andreas III. und wird der Äbiker Fasnacht im kommenden Jahr seinen Stempel mit dem Leitspruch «A de Rotseeküste am Äbiker Strand, tauchsch id Fasnacht Hand in Hand. En Tüüfe-Ruusch wie am Koralleriff, so farbig wie eusi Fasnacht isch» aufdrücken. Übrigens: Weibel Toni Wimmer ist in Oberösterreich geboren und wohnt mit seiner Ehefrau Marianne Wimmer (Leiterin der Alters- und Pflegeheime Ebikon) im Sonnhalde-Quartier in Ebikon. Sie waren für die tolle Dekoration im «Höchweid» verantwortlich.

Verabschiedungen und neue Gesichter
Am Bot der Rotseezunft, das im Vorfeld der Bekanntgabe des neuen Zunftmeisters und Weibels stattfand, wurden Toni Ruckli nach 10 Jahren als Herold und Beat Helbling nach 13 Jahren als Wirtschaftschef verabschiedet. Als Nachfolger wählten die Zünftler Andreas Stübi (Zunftmeister 2015) und Martin Aregger (alt Zunftmeister). Ferner nahm die Zunft Patrik Achermann aus Ebikon und Ralph Egli aus Adligenswil als neue Kandidaten und Thomas Bannwart aus Ebikon als neuer Zünftler auf. Zum «Rüüdige Zönftler» für ausserordentliche Verdienste wurde Ehrenpräsident Walter Holl ernannt.

Gewettet und gewonnen
Es ist üblich, dass nach dem geschäftlichen Teil des Bots das Rätselraten um den neuen Zunftmeister und Weibel mit Wetten gestartet wird. Dass die Wettzettel von Andreas Seifert, seinem Schwager Stefan Rigert und Toni Wimmer verteilt wurden, erschien den meisten vorerst nicht ungewöhnlich. Nur erstaunte, dass Silvan Gilgen, sein Vater Kurt Gilgen, sowie Alt Zunftmeister Toni Emmenegger und Zunftmitglied Hans Meier auf die richtigen Namen setzten. Hatten sie etwas geahnt? Sie hüllten sich in Schweigen. Zunftpräsident Jörg Bucher würdigte zudem den Zunftmeister 2015, Andreas II., und Weibel Thomas Wirth, die mit viel Herzblut und Engagement für eine Geissenhysterie in Ebikon sorgten. Ihren Ämtern werden sie aber erst an der Inthronisation von Andreas III., am 9. Januar 2016, enthoben.