Rigi Anzeiger
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Über 20 Mio. für Hochwasserschutz

Informationsveranstaltung in Root löst neue Finanzdebatte aus

Der Kanton Luzern möchte den Hochwasserschutz im Rontal verbessern. Erste mögliche Massnahmen, die an der Ron umgesetzt werden könnten, wurden nun in Root präsentiert. Dafür müssten die Gemeinden Ebikon, Root, Buchrain und Gisikon gesamthaft 20,6 Millionen Franken berappen.

Rund 6,0 Kilometer Fliesslänge umfasst der Projektperimeter. Er erstreckt sich von der Ron-Brücke bis zur Mündung der Reuss. Nebst Hochwasserschutzmassnahmen sind Verbesserungen der Ökomorphologie und der Naherholung vorgesehen. Vom Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens, von dem in einem früheren Bericht die Rede war, sieht das Ingenieurunternehmen Holinger inzwischen ab. Vielmehr sollen im wesentlichen Gewässeraufweitungen sowie die Aufwertung der Bachsohle durch Niederwasserrinnen realisiert werden. Ersterer geschieht quasi durch Verschiebung der jetzt bestehenden Mauern. Diese würden durch neue ersetzt. Neue Ufer- und Fusswege wie auch Aufenthaltsbereiche und die Renaturierung des Ron-Ufer sind ebenfalls vorgesehen. Als Referenzbilder, wie im Endresultat die realisierten Hochwasserschutzmassnahmen aussehen könnten, präsentierte die Firma Holinger Bilder eines Teilstückes der Ron auf Ebikoner Gemeindeboden. Die Realisierung erfolgte im 2008 auf Eigeninitiative der Gemeinde mit finanzieller Unterstützung des Kantons und des Bundes.

Ein Beispiel realisierter Hochwasserschutzmassnahmen inklusive Uferrenaturierung: die Ronstrasse in Ebikon.

Ein Beispiel realisierter Hochwasserschutzmassnahmen inklusive Uferrenaturierung: die Ronstrasse in Ebikon.

Mehr oder weniger Kosten

Gesamthaft würden die Hochwasserschutzmassnahmen im Rontal 20,6 Millionen Franken (minus/plus 30 Prozent) betragen. Davon fallen 12,2 Millionen auf Root, 3,5 Millionen auf Dierikon, 2,8 Millionen auf Buchrain und 2,1 Millionen auf Ebikon. Bereits miteinberechnet ist die Kostenbeteiligung des Kantons (35 Prozent) und des Bundes (25 Prozent). Bevor die Hochwasserschutzmassnahmen umgesetzt werden, wird das Projekt detailliert überarbeitet. Gemäss Albin Schmidhauser, Leiter Abteilung Naturgefahren der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern, würden die Bauarbeiten im 2015 angepackt und im 2016 beendet, sofern keine Einsprachen oder anderweitige Verzögerungen eintreffen. Eine etappierte Bauweise stellte er ebenfalls in Aussicht. «Ich staune über den ehrgeizigen Zeitplan», äusserte ein Versammlungsteilnehmer und sprach zugleich die Kosten an, die in den Budgets respektive im Finanzplan der betroffenen Gemeinden nicht vorgesehen sind. Die Kosten stellten in der Tat die grössten Fragezeichen, auch bei Liegenschaftsbesitzern, die von den Hochwasserschutzmassnahmen an der Ron tangiert sind. «Wie gross waren die Schäden bei der letzten Jahrhundert-überschwemmung?» fragte ein Besucher. Explizit konnte Albin Schmidhauser keine Antwort geben, sicherte jedoch zu, dass Schaden und Nutzen der Hochwasserschutzmassnahmen noch genauer untersucht würden. «Wir hatten vor

llem im Unterdorf und auch im Oberdorf Überschwemmungen», erinnerte sich Roots Gemeindeammann James Sattler und merkte an: «Machen muss man es. Ich gehe davon aus, dass die Arbeiten etapiert werden.» «Ich wüsste nicht, wie wir das finanzieren können», war der einstimmige Wortlaut von Heinz Amstad, Bauvorsteher in Buchrain, und Patrick Meier, Kantonsrat aus Root. Josef Zimmermann, Gemeindeammann von Dierikon liess verlauten, dass der gesamte Gemeinderat vom Vorprojekt Hochwasserschutz zustimmend Kenntnis nahm. «Gegenüber der ersten Version konnten wesentliche bauliche Verbesserungen und entsprechende Kostenreduktionen realisiert werden. Der Hochwasserschutz im Rontal ist für Dierikon wichtig, da bei extremem Hochwasser unsere Meteorleitungen oft bis zur Kantonsstrasse eingestaut wurden», fügte er an.