Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Überfall auf Getränkehändler

Private Patrouillentätigkeit in Ebikon wieder aufgenommen

Böses Erwachen für das Ehepaar H. in Ebikon morgens um 3Uhr in der Nacht auf den Mittwoch vergangener Woche. Zwei Eindringlinge standen mit dem Sturmgewehr des Hausherrn im Schlafzimmer und verlangten die Öffnung des Tresors.

Die beunruhigende Kunde vom dreisten Überfall macht in Ebikon die Runde. Mit allen Ausschmückungen und Ungenauigkeiten. Das betroffene Ehepaar will sich zum Ereignis nicht äussern und verweist Fragesteller an die Polizei. Die aber schweigt «aus ermittlungstaktischen Gründen» ebenfalls. Eine Medienmitteilung zum Überfall wurde nie verfasst. Mitten in einer landesweiten, massiven Einbruchswelle müssen sich also die beunruhigten Ebikoner mit Informationshäppchen aus der Gerüchteküche begnügen. Das können viele Bürger nicht verstehen. Der Rigianzeiger hat nun aber eine Informationsquelle aufgestöbert, die jenen in den Amtsstuben überlegen ist: Ein persönlicher und sachkundiger Freund der Familie. «Markus hat immer abgewunken, wenn ich vor Einbrecher warnte. Bei ihm kämen sie nicht herein, glaubte er», berichtet Roland Furrer, selbst Einbruchsopfer und Initiant einer Art Bürgerwehr in Ebikon. Umso grösser der Schock, als nachts um 3 Uhr zwei fremde Gestalten im Schlafzimmer des Ehepaares standen. Einer mit dem Sturmgewehr bewaffnet, das der Hausherr im Haus aufbewahrte.

Nachts um 3 Uhr kamen die Einbrecher.

Einige zehntausend Franken erbeutet
Dass dieses geladen war, ist zwar nicht anzunehmen, aber auch ohne Sturmgewehr hätten die Opfer wohl klugerweise das getan, was sie in der Folge taten. Der Getränkehändler und Gasverkäufer öffnete den Eindringlingen den Tresor, worauf diese einige zehntausend Franken erbeuteten. Bevor sie sich mit dem Geld aus dem Staub machten, fesselten sie das Ehepaar. Aber wie! Dem Hausherrn wurden die Hände auf den Rücken gebunden. Die Ehefrau aber klagte über Rückenschmerzen, worauf ihr die Hände vor dem Körper gebunden wurden. Dieser Umstand befähigte sie, nachdem Verschwinden der Einbrecher zum Telefon zu greifen und die Polizei zu alarmieren. Diese soll zwar schnell zur Stelle gewesen sein, fand aber beim Haus bloss noch das weggeworfene Sturmgewehr. Und tappt seither offenbar schweigend im Dunkeln. Schweigsam war auch einer der Täter. «Einer hat kein Wort gesprochen, der andere hatte Ostblock-Akzent», weiss Insider Roland Furrer. Es sei gut vorstellbar, dass die Täter aus dem Kreis der ehemaligen Mitarbeiter des Unternehmens stammen. Es ist auch vorstellbar, dass die Polizei nach Aufklärung des Falles doch noch informiert. In welcher Ausführlichkeit auch immer.

Furrer wieder als Bürgerschützer aktiv
Roland Furrer, ein SVP-Mann von hünenhafter Erscheinung und Mitglied der Ebikoner Bürgerrechtskommission, hat da ein anderes Verständnis zu Bürgerinformation und Bürgerschutz. «Ich habe meine Patrouillentätigkeit wieder aufgenommen», sagt er. Zwischen Mitternacht und 4Uhr in der Früh bringe er sich an verschiedenen Tagen in der Woche in Stellung. «Ich patrouilliere nicht durch die Strassen. Dann wäre ich ja für alle Kriminellen sichtbar. Ich bringe mich vielmehr an einer strategisch geeigneten Stelle in Position und halte dort eine Zeitlang Wache, bevor ich den Standort wechsle» verrät er. Einen Hund führt er nicht mit. Eine Waffe auch nicht. Nicht mehr… Aber eine andere Überraschung für allfällige Angreifer. Roland Furrer, der mehrmals landesweit für Schlagzeilen sorgte, weil er bewaffnet auf Patrouille ging und einen flüchtigen Einbrecher stellte – wofür er selbstverständlich von der Luzerner Polizei nicht etwa gelobt, sondern getadelt und sogar mit einem Strafuntersuchung belastet wurde – ist nicht allein. «Ich habe verschiedene Helfer, die mir im Notfall zu Hilfe eilen oder auch mal an meiner Stelle Wache stehen», sagt er. In diesen einbruchsintensiven Tagen habe er seine Tätigkeit als Bürgerwehr wieder aufgenommen.

Und er habe auch den beiden Einbruchsopfer von letzter Woche angeboten, bei ihnen Wache zu halten, damit sie wieder entspannt schlafen können. «Sie haben aber abgelehnt», sagt er.