Rigi Anzeiger
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Umstrittener Landkauf angenommen

Udligenswil: Die Einzonung des Grundstückes Nr. 158 «Geeriallmend» in die Zone für öffentliche Zwecke mit dem Ziel, dort den Bau eines Werkhofs zu realisieren, wurde an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung kontrovers diskutiert und schliesslich angenommen.

Die Visualisierung zeigt die mögliche Gestaltung der Zentrumsplanung «Udligenswil Mitte».

Die Visualisierung zeigt die mögliche Gestaltung der Zentrumsplanung
«Udligenswil Mitte».

jp. Die Gemeinde Udligenswil zeigt sich dynamisch. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Montag, 21. März 2016 standen gewichtige Traktanden mit Beschlussfassung oder von informativem Charakter zur Debatte. Es erstaunt deshalb nicht, dass Gemeindepräsident Thomas Rebsamen einen Rekordaufmarsch von 388 Stimmberechtigten bekannt geben konnte. Der Vorsitzende erläuterte unter Traktandum 1 die vom Gemeinderat beantragte Verselbständigung der Pflegewohngruppen und der bestehenden Alterswohnungen in eine Aktiengesellschaft «Wohnen am Bächli AG» und Genehmigung eines Gemeindereglements über die Aktiengesellschaft. Der Gemeinderat zeigte sich überzeugt, dass eine gemeindeeigene Aktiengesellschaft für die Zukunft die beste Organisationsform sei, die eine hohe Flexibilität garantiere und solide Voraussetzungen für ein dauerhaftes, gutes Betreuungs- und Pflegeangebot in der Gemeinde schaffen könne. Dem Antrag des Gemeinderates auf Überführung in eine Aktiengesellschaft und Genehmigung des Reglements wurde nach kurzer Diskussion mit grossem Mehr zugestimmt.

Was spricht für den Kauf?
Gemeindeammann Marco Zgraggen informierte im zweiten Traktandum, wie sich eine sinnvolle Dorfentwicklung im Gebiet zwischen Peperoncini 1313 und dem ehemaligen Gasthaus Engel präsentieren könnte. Damit eine zeitgemässe innere Verdichtung und eine qualitativ hochwertige Architektur im Dorfzentrum entstehen könnten, müssten der heutige Ökihof und das Feuerwehrgebäude verlegt werden. Wie ein Bebauungsplan für eine zentrumsnahe Wohnüberbauung aussehen könnte, wurde anhand von Plänen und Visualisierungen aufgezeigt. 
Die vorgesehene Auslagerung des Ökihofs und der Feuerwehr in die Geeriallmend mit dem Bau eines Werkhofes bildete das Traktandum 3. Hier informierten der Gemeindepräsident und der Gemeindeammann sehr sachlich und umfassend, um den Stimmberechtigten die einmalige Chance aufzuzeigen, ein gut gelegenes und ausreichend grosses Grundstück für die Gemeindedienste sehr kostengünstig erwerben zu können. Auch Ortsplaner Hansueli Remund führte verschiedene Grundsatzentscheide ins Feld, die für den Kauf des Grundstückes Geeriallmend sprachen. Zu den finanziellen Auswirkungen des Landkaufs und dem Bau eines Werkhofes äusserte sich mit fundierten Zahlen Finanzvorsteher Claudio Passafaro. Zusammenfassend verwies Gemeindeammann Zgraggen auf die einmalige Chance, mit dem Kauf der Geeriallmend eine zukunftsweisende Lösung für den Werkhof zu erhalten, mit der Zentrumsplanung bezahlbaren Wohnraum für junge Udliger zu generieren und ohne Zeitdruck die Ausarbeitung der Projekte an die Hand nehmen zu können.

Dorf mit Weitsicht
In der folgenden Diskussionsrunde wurde als Erstes der Antrag auf geheime Abstimmung über den Kauf der Geeriallmend gestellt. Verschiedene Votanten sprachen sich gegen die Auslagerung des Werkhofes aus. Ein langer Katalog von Gegenargumenten folgte. Von den Ortsparteien votierte die Sprecherin der SVP für ein Nein, während die Sprecher der FDP und CVP für ein Ja plädierten. Der Gewerbevereinspräsident verwies auf den Udliger Leitspruch „Dorf mit Weitsicht” und setzte sich mit starken Worten für eine zukunftsweisende Lösung, für ein Ja ein.
Auf jeden Fall – die Demokratie lebte. Mit 207 Ja gegen 152 Nein wurde dem Antrag zugestimmt.
Gemeindepräsident Thomas Rebsamen bedankte sich für das Vertrauen, zeigte die Rechtswege und nächste Planungsschritte auf.
Rolf Peter Pfaff wurde anschliessend diskussionslos das Gemeindebürgerrecht zugesichert. Unter Traktandum 5 informierte Bildungsvorsteher Armin Schmidiger über die Erweiterung des Schulhauses Bühlmatt aufgrund der Einführung des zweijährigen Kindergartens im Schuljahr 2016/17. Es ist geplant, alle Bereiche – also Kindergarten, Primarstufe und Musikschule – im Schulzentrum Bühlmatt zusammenzuführen. Die Kosten für den An- und Umbau der Bühlmatt-Schulanlage sind in der Mehrjahresplanung enthalten. Die Informationen wurden ohne Fragen mit Applaus zur Kenntnis genommen.