Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Unfaire Verkehrt-Finanzierung

Da viele Menschen bei der so genannten Milchkuh-Initiative an eine politische Aktion aus Landwirtschaftskreisen gedacht haben, wurde die Initiative in «Faire Verkehrsfinanzierung» umbenannt. Das kommt dem Sinn der Initiative zwar näher, der Wahrheit aber nicht.

Felix von WartburgDie Initiative will nämlich, dass 100 Prozent der Mineralöl-Steuererträge – statt wie bisher rund die Hälfte – ausschliesslich für den Strassenbau verwendet werden sollen. Im Werbeauftritt der Initianten prangen die Logos für Autos, Busse und Velos. Damit hört die versprochene Fairness auf, fair zu sein.

Wo kämen wir hin, wenn jeder Steuerfranken ausschliesslich zweckgebunden ausgegeben werden dürfte. So müssten beispielsweise kinderlose Arbeitnehmende mit ihrer Einkommenssteuer das Schulwesen nicht mehr unterstützen, die Steuern der Medikamenten-Hersteller müssten direkt wieder ins Gesundheitswesen fliessen und die Steuereinnahmen aus der Gastronomie müssten verteilt werden in die Landwirtschaft, die Tourismus-Förderung, die Kaffee-Verarbeitung usw.

Dass die Initiative «Faire Verkehrsfinanzierung» fast ausschliesslich von Unterstützern aus dem Lager der Autofreundlichen getragen wird ist an sich logisch. Sie vergessen dabei aber, dass fast die Hälfte der Mitmenschen kein Auto besitzen und trotzdem den Individualverkehr, dessen Bedürfnisse und Folgen mittragen. Das staatliche französische Umweltministerium hat 2004 nach zehnjährigen Untersuchungen einen Bericht verfasst mit dem Schluss: «Der motorisierte Individualverkehr kann mit seinen Abgaben, Gebühren und Steuern in keiner Weise alle Kosten decken, die er verursacht». Das ist eine Tatsache, die man so akzeptieren muss. Und eines muss man sich bewusst sein: Autos fahren im Durchschnitt nur eine Stunde pro Tag und stehen 23 Stunden irgendwo. Dies bei einer Jahresleistung von 20’000 Kilometern.

Autofahrer reklamieren die vielen Staus. Dass Staus ausschliesslich von Autofahrern verursacht werden, das entzieht sich ihrer Logik. Mit dem Ausbau von Strassen und dem Neubau von Strassen ist dem Problem nicht beizukommen. Selbst wenn wir sämtliche Grünflächen der Schweiz in Verkehrsflächen verwandeln würden, käme es in den Agglomerationen und Städten zu Staus. Modern denkende Menschen setzen bei ihrer Mobilität nicht ausschliessslich auf die Karte Auto, sondern sie wählen jenes Verkehrsmittel, das sich am ehesten anbietet. Felix von Wartburg, Chefredaktor