Rigi Anzeiger
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Ungebetener Gast schadet Schlosswein

Megger Wümmet mit guter Qualität dank Mehraufwand

Die Kirschessigfliege verursachte im Rebberg beim Schloss Meggenhorn weniger Schäden als befürchtet. Der Ertragsverlust liegt unter 10 Prozent. Nötig war aber viel Auslesearbeit durch die 85 Helfer.

Mehr Auslesearbeit als sonst beim Wümmet im Rebberg Schloss Meggenhorn.

Mehr Auslesearbeit als sonst beim Wümmet im Rebberg Schloss Meggenhorn.

Bei schönstem Herbstwetter fand am Montag der Wümmet im Megger Gemeinde-Rebberg statt. 85 Helferinnnen und Helfer, teils sehr langjährige, liessen sich diesen Traditionsanlass nicht entgehen. Sie hatten dieses Jahr überdurchschnittlich viele Beeren auszulesen, der Wümmet dauerte denn auch länger als erwartet und zog sich den ganzen Tag hin. Grund war der Befall der Trauben durch die Kirschessigfliege (drosophila suzukii). Der aus Asien eingeschleppte Schädling verursachte dieses Jahr an zahlreichen Kulturen auch in unserer Region grosse Schäden, so schon bei Kirschen, später Beeren, dann Zwetschgen und nun eben Trauben. Betroffen sind offenbar fast alle Rebberge in der Schweiz. Die Schäden sind aber regional sehr unterschiedlich, aus dem Wallis, dem Schaffhausischen und auch aus dem Tessin wird teils Totalausfall der Weinernte gemeldet.
Beim Meggenhorn hielten sich die Schäden nun aber sehr in Grenzen. Das gute Auslauben und die vor Wochen noch notwendige Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln haben gewirkt. «Der Ertragsverlust dürfte weniger als 10 Prozent betragen», schätzt Markus Gautschi von der Firma Scherer & Bühler AG Meggen, welche im Auftrag der Gemeinde zuständig für die Kelterung des Schlossweines ist. Geerntet wurden rund 6600 Kilo auf den rund 80 Aren. Der 1980 angelegte Schloss-Rebberg ist zwar rund eine Hektare gross, derzeit kann aber aufgrund der etappenweisen Erneuerung nicht auf der gesamten Fläche Trauben gelesen werden.
Auch mit der Qualität sind Gautschi und der zuständige Megger Gemeinderat Josef Scherer sehr zufrieden. Die hohen 79 Grad Oechsle beim Riesling x Sylvaner schliessen an die gute Jahrgänge der Vorjahre an. Grosses Lob gab es deshalb für die Arbeit der Helfer. «Wegen des Fliegenbefalls waren viele Beeren angefault und hatten einen Essiggeschmack, diese waren konsequent auszuschneiden. Die geleistete Mehrarbeit ermöglicht deshalb, dass auch beim Jahrgang 2014 des Schlossweines zwar eine deutlich geringere Menge, aber sehr gute Qualität erwartet werden kann.» Der Wein gelangt nächsten Frühling in den Verkauf, übrigens erstmals mit Drehverschluss. Ein Vorkaufsrecht hat die Megger Bevölkerung, danach ist der Schlosswein Meggenhorn im freien Verkauf, bei der Gemeinde oder beim Gutsbetrieb Meggenhorn.
Diskutiert wurde am Wümmet auch über eine neue Etikette. Die Wümmergemeinschaft sprach sich in einer Konsultativabstimmung sehr klar für eine Neulancierung aus, auf der neuen Etikette soll aber weiterhin das Schloss dominant ersichtlich sein.