Rigi Anzeiger
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Unschätzbarer Nachlass

Meggen besitzt wertvolle Werke des verstorbenen Bildhauers Rolf Brem

Rolf Brem, Ehrenbürger der Gemeinde Meggen, ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Der landesweit bekannte und populäre Bildhauer hatte seine Geschäftsniederlassung offiziell im grossen Atelier in der ehemaligen Orangerie der St. Charles-Hall in Meggen.

Vom 26. Juni 1961 bis zum Tod am 11. April 2014 war Rolf Brem mit der Gemeinde Meggen durch seine Geschäftsniederlassung verbunden. Ein glücklicher Umstand, denn Brem gilt als einer der bekanntesten und prominentesten Bildhauer der Schweiz. Seine Porträts sind von beeindruckender Lebendigkeit. 136 von ihnen führte Harald Szeemann an der Weltausstellung in Sevilla 1992 zu einer Installation zusammen. Anlässlich der Eröffnung des Gemeindehauses schenkte Brehm der Gemeinde einen Teil davon als «111 Zeitgenossen». Die Gemeinde Meggen ist im Besitz von acht grossen Werken des Künstlers. Die Skulpturen wurden teilweise angekauft, teilweise geschenkt. Aus Dankbarkeit für das Ehrenbürgerrecht schenkte Rolf Brem der Gemeinde beispielsweise die rund 2,5 Meter grosse Bronzeskulptur «Wanderer mit Hund», die unterhalb der Villa St. Charles Hall am Weg zum Atelier steht.

In Meggen ist die Betroffenheit über den Tod des Künstlers gross. Die Gemeinde verliere nicht nur einen hochgeschätzten Ehrenbürger und herausragenden Künstler, sondern auch einen lieben, intelligenten und humorvollen Freund, liess der Gemeinderat verlauten.

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Rolf Brem vor seinen Porträtköpfen, die heute im Gemeindehaus Meggen ausgestellt sind.

 

 

«Wir verlieren eine beeindruckende Persönlichkeit»

Urs Brücker, Gemeindepräsident Meggen

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Urs Brücker, kannten Sie Rolf Brem persönlich?

Ja. Näher kennen lernen durfte ich ihn anlässlich der Neueröffnung des Ristorante Barbatti in Luzern im Februar 2013, wo viele seiner Werke permanent ausgestellt sind. Dabei erzählte er mir einige Anekdoten aus seinem Leben und über sein geliebtes Barbatti. Dieses und der legendäre Künstlerstammtisch waren für ihn und andere schillernde Persönlichkeiten Treffpunkt, Unterhaltungsstätte und ein Stück Heimat. Rolf Brem erzählte geistreich und voller Humor – es war ein Genuss, ihm zuzuhören. Er konnte herzhaft über sich selber lachen, was mich tief beeindruckte.

Was wird aus dem Atelier? Aus den Werken?

Die Gemeinde hat das Atelier Unterseematt Meggen in der ehemaligen Orangerie der St. Charles Hall seit 1961 an Bildhauer Rolf Brem vermietet. 2011 hat die Gemeinde der Familie Brem schriftlich zugesichert, dass das Mietverhältnis als Atelierbetrieb bis maximal fünf Jahre nach dem Tod von Rolf Brem aufrechterhalten bleibt. Die noch vorhandenen Werke sind Teil des Nachlasses.

Welchen Wert hat der Nachlass für die Gemeinde schätzungsweise?

Am 4. Juni 2011 hat Rolf Brem das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Meggen erhalten. Aus Dankbarkeit schenkte Rolf Brem der Gemeinde die rund 2,5 Meter grosse Bronzeskulptur «Wanderer mit Hund», die seither unterhalb der Villa St. Charles Hall am Weg zum Atelier steht. Der Wert der Kunstwerke von Rolf Brem in Meggen kann nicht beziffert werden. Die Nachlass-abwicklung erfolgt am letzten Wohnort des Verstorbenen in der Stadt Luzern.

Gibt es ein Werk, zu dem Sie eine spezielle Beziehung haben?

Speziell fasziniert hat mich immer die riesige, 2,9 Meter hohe Bronzeplastik des heiligen Fridolin, welche beim Fridolin-Hofer-Platz in Meggen steht. Schon als Bub bestaunte ich jeweils – wenn wir zum Fischen oder zur Pfadiübung an den See gingen – dieses Werk. Meine Kollegen und ich waren von der Skulptur total beeindruckt und fragten uns, wer der riesige Mann wohl sei, aus welchem Material er angefertigt wurde und wie schwer er wohl sei. Was Bronze ist und dass die Skulptur nicht irgendwie aus einem Gegenstand gefräst, sondern gegossen wurde und wer denn dieser Fridolin gewesen war, habe ich erst viel später erfahren.