Rigi Anzeiger
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Unterstützung für betroffene «Höchweid»-Mitarbeitende

Ebikon: Vergangene Woche gab die Gemeinde Ebikon bekannt, dass Pflegebetten im Zentrum Höchweid abgebaut werden. Das Personal soll davon auch betroffen sein, wie aus einer Mitteilung der Gewerkschaft VPOD hervorgeht. Ebikons Geschäftsführer Alex Mathis und Heimleiterin Marianne Wimmer nehmen dazu Stellung. cek.

Können Sie nochmals in kurzen Sätzen schildern, weshalb das Zentrum Höchweid Betten abbaut bzw. redimensioniert wird?

Alex Mathis: Bis vor wenigen Jahren war das Zentrum Höchweid ein regionales Pflegezentrum und deckte die Versorgung der umliegenden Gemeinden im Wesentlichen ab. Diese Partner realisierten zwischenzeitlich eigene Alterseinrichtungen oder bauen ihr Angebot aus. Dazu kommt, dass die mehrjährige Strategie «ambulant vor stationär» zunehmend greift. Der Ausbau ambulanter und teilstationärer Dienste sowie die vielen neugeschaffenen Alterswohnungen auf dem Gemeindegebiet und in den Nachbargemeinden wirken sich unmittelbar auf den Pflegebettenbedarf unserer Institution aus.

Die Gewerkschaft VPOD schreibt in ihrer Mitteilung, dass sie im Zusammenhang mit der Redimensionierung des Pflegeheims Höchweid nicht mit einbezogen wurde und auch kein angemessener Sozialplan beschlossen wurde. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Alex Mathis: Seit einem Jahr zeichnet sich ein sukzessiver Bettenüberschuss ab, worüber die Mitarbeitenden regelmässig und offen informiert wurden. Die betriebliche Reorganisation ist keine Sparmassnahme, sondern die Antwort auf die rund 10 Prozent Leerbetten und die daraus resultierenden Mindereinnahmen. Das Zentrum Höchweid hat in der Konsequenz bereits ab Februar erste Massnahmen eingeleitet und beispielsweise Vakanzen, wo erforderlich und möglich, nur noch durch temporäre Anstellungen überbrückt. Durch die Integration der Wohngruppen Sonnengarten ins Haus Känzeli können die Infrastrukturkosten gesenkt und dadurch der Stellenabbau vergleichsweise gering gehalten werden. Letztlich sind vier Personen, im Umfang von 280 Stellenprozenten, davon betroffen. Mit diesen Mitarbeitenden werden wir im persönlichen Gespräch individuelle Unterstützungsmöglichkeiten klären. Auf Grund der Dimension und der frühzeitig und vorsorglich eingeleiteten Massnahmen, wurde auf den Einbezug des VPOD verzichtet.

Gemäss VPOD sei das Personal lediglich darüber informiert worden, dass es zu Entlassungen kommen werde und die betroffenen Personen zu einem Gespräch eingeladen werden. Ist dem so?

Marianne Wimmer: Bereits im Januar wurde, anlässlich einer Personal-Informationsveranstaltung, die Leerbettenproblematik aufgezeigt und über die Stossrichtung des Gemeinderates informiert. Im Sinne der Altersstrategie war der Erhalt der Angebotsvielfalt mit Pflegeabteilungen Langzeit, Pflegeabteilung Kurzzeit, Wohngruppen für Menschen mit Demenz und Alterswohnungen mit Dienstleistungen unbestritten. Es zeichnete sich jedoch ab, dass eine Bettenreduktion unumgänglich sein würde. Die Mitarbeitenden wurden in der Folge regelmässig über die Entwicklungen orientiert. Am 7. Juli 2017 wurden alle Mitarbeitenden anlässlich einer ausserordentlichen Informationsveranstaltung über den Grundsatzentscheid des Gemeinderates und die geplanten Massnahmen informiert. Zeitgleich erhielten alle Mitarbeitenden ein umfassendes Informationsschreiben und die, von der Reorganisation betroffenen Mitarbeitenden, zusätzlich eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.

Wie der Mitteilung der Gemeinde vom 12. Juli 2017 zu entnehmen ist, werden Mitarbeitende und betroffene Bewohner sowie deren Angehörige im weiteren Prozess begleitet. Was heisst das genau?

Marianne Wimmer: Im persönlichen Gespräch wird mit den betroffenen Mitarbeitenden geklärt, was an Unterstützung gewünscht und möglich ist. Sie werden beispielsweise im Bewerbungsverfahren unterstützt und anderen Institutionen empfohlen. Im Fall einer Frühpensionierung wird mit einer Überbrückungsrente geholfen. Sollten sich Vakanzen ergeben, werden die Stellen aktiv den Betroffenen angeboten, bevor die Stelle öffentlich ausgeschrieben wird. Weiter wurde an alle Mitarbeitenden der Apell gerichtet, allfällige berufliche Veränderungen kund zu tun, damit unnötige Kündigungen vermieden werden können. Die Bewohner/innen der Wohngruppen Sonnengarten, beziehungsweise deren Angehörigen, wurden schriftlich über die bevorstehenden Veränderungen informiert und gleichzeitig zu einem Rundtischgespräch eingeladen. Die Sonnengarten-Bewohner werden in eine eigenständige und grosszügige Wohnung umziehen, wo sie weiterhin durch die ihnen bekannten Mitarbeitenden betreut und gepflegt werden. Der Umzug ist auf Ende November geplant.

Die VPOD fordert, die geplante Anzahl Entlassungen offen zu legen und mit ihr eine sozialverträgliche Ausgestaltung der Reorganisation sowie einen Sozialplan auszuhandeln. Gehen Sie dem nach?

Marianne Wimmer: Das Zentrum Höchweid geniesst als Institution einen guten Ruf, unter anderem weil wir grossen Wert auf ein konstruktives, wertschätzendes Betriebsklima und die Mitarbeiterförderung legen. Die Reorganisation ist ein schwieriger, aber letztlich konsequenter Schritt und vermittelt den Mitarbeitenden, nach einer unsicheren Phase, wieder Sicherheit und Stabilität. Gemäss Rückmeldungen der betroffenen Abteilungen ist der Entscheid gut nachvollziehbar und wird von den Mitarbeitenden mitgetragen. Sofern die betroffenen Mitarbeitenden eine Begleitung im Prozess durch die Gewerkschaft wünschen, stehen wir dem offen gegenüber. Der Wortlaut des VPOD in der Pressemitteilung konsterniert uns, weil die Aussagen irreführend sind und die konkreten Fakten nicht erfragt wurden.

Welche nächsten Schritte werden nun seitens der Heimleitung im Zusammenhang mit der Redimensionierung des Zentrums in die Wege geleitet oder unternommen?

Alex Mathis: Wie bereits erwähnt, werden die betroffenen Mitarbeitenden im weiteren Prozess individuell begleitet. Ende Monat findet das Rundtischgespräch mit den Angehörigen der «Sonnengarten»-Bewohner/innen statt. Weiter laufen Vorbereitungen für konzeptionelle und bauliche Anpassungen.

Das Zentrum Höchweid erfährt infolge Bettenüberschuss eine Redimensionierung. Bild: Gemeinde Ebikon

Das Zentrum Höchweid erfährt infolge Bettenüberschuss eine Redimensionierung. Bild: Gemeinde Ebikon

Alex Mathis

«Mit betroffenen Mitarbeitenden werden wir im persönlichen Gespräch individuelle Unterstützungsmöglichkeiten klären.»
Alex Mathis, Geschäftsführer Gemeinde Ebikon

Marianne Wimmer

«Die Reorganisation ist ein schwieriger, aber letztlich konsequenter Schritt und vermittelt den Mitarbeitenden, nach einer unsicheren Phase, wieder Sicherheit und Stabilität.»
Marianne Wimmer, Leiterin Zentrum Höchweid Ebikon

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