Rigi Anzeiger
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VBL-Debot als «Win-Win-Win-Situation»

Ebikon: Der Kirchenrat zeigt sich erstaunt ob der Opposition gegen das geplante Projekt mit VBL-Depot auf dem Grundstück Halten Ronmatte in Ebikon und spricht von einer Win-Win-Win-Sitation für die Gemeinde Ebikon, den ÖV und die Kirchgemeinde.

lk. In der vergangenen Ausgabe berichtete der Rigi Anzeiger über die an der CVP Parteiversammlung aufgetretene ablehnende Haltung gegenüber dem geplanten Gewerbegebäude Halten-Ronmatte, Ebikon, das auch die Integration eines VBL-Depots vorsieht. Der Widerstand erstaunt den Kirchenrat. In seiner Stellungnahme an den Rigi anzeiger hält er unter anderem fest: «Dabei ist eigentlich nicht das zur Abstimmung kommende Baurecht zwischen der katholischen Kirchgemeinde und der Schmid Immobilien AG der Zankapfel. Vielmehr ärgern sich die Opponenten darüber, dass die politische Gemeinde Ebikon stets nett sei, zu allem einfach Ja sage sowie immer sehr kooperativ und solidarisch handle.»

Das trifft die Haltung der Opponenten nicht umfassend. Denn hier wird unter anderem diskutiert, dass sich auf besagter Parzelle für die Gemeinde Ebikon rentablere Projekte realisieren liessen, die mehr Steuerertrag abwerfen würden. So bekundete auch Hans Schacher mit seiner Firma Schaco Interesse am Grundstück der Katholischen Kirchgemeinde Ebikon. Der beauftragte Architekt Roland Huwiler habe ein Überbauungsprojekt vorgelegt, welches vom Kirchenrat positiv zur Kenntnis genommen worden sei. In ihrer anschliessenden Stellungnahme habe die Gemeinde darauf hingewiesen, dass auf zwei schützenswerte Bauten Rücksicht genommen werden müsse. Das präzisiert Gemeindeschreiberin Pia Maria Brugger Kalfidis: «Roland Huwiler hat der Gemeinde eine Überbauungsstudie präsentiert. Diese Studie sah auf einer ebenerdigen, eingeschossigen Lagerhalle zusätzlich zwei Stockwerke mit mehreren Wohneinheiten vor. Diese nahm Rücksicht auf die beiden als erhaltenswert eingestuften Gebäude der Kirchgemeinde. Die Wohnungen in unmittelbarer Nähe zum Grundstück der Familie Düring wären gemäss unserem Ortsplaner aus Gründen des Lärmschutzes (Düring ist rechtsgültig der Industriezone 3 zugeteilt) nicht möglich. Bewilligungsfähig ist lediglich eine Wohnung für den Betriebsinhaber/Geschäfts-führer oder Hauswart.» Den Vorwurf, dass beim vorliegenden Planungsauftrag die zwei schützenswerten Bauten als abbruchreife Projekte bezeichnet werde, mag sie so nicht gelten lassen: «Die Bauten sind im Inventar nicht als schützenswert (Stufe Kanton), sondern als erhaltenswert (Stufe Gemeinderat) eingetragen. Der Gemeinderat hat in seiner Stellungnahme zur Vorabklärung zur Studie der Firma Schmid einem Abbruch der Gebäulichkeiten zugestimmt.»

Bessere Wirtschaftlichkeit
Die Kirchgemeinde Ebikon, die auf dem Grundstück halten-Ronmatte eine bessere Wirtschaftlichkeit erreichen will, betont denn auch, dass die jetzt auf der Parzelle stehenden Gebäude alt und stark in die Jahre gekommen seien. Eine allfällige Renovation wäre sehr teuer und könnte kaum auf die Mietzinse abgewälzt werden. Weil die Parzelle nicht für Wohnbauten genutzt werden können, stelle das geplante Projekt der Schmid Immobilien AG eine einmalige Chance dar, denn die verdichtete Nutzung sei auch im Interesse der Raumplanung. Der Kirchenrat dazu: «Hier werden zahlbare Gewerbeflächen geschaffen, die individuell für Nutzer mit kleinem oder grösserem Flächenbedarf erstellt und ausgebaut werden. Die Bereitstellung von Gebäuden für die ÖV-Nutzung ist ein Zielkonflikt. Das projektierte Gebäude für ein vbl-Busdepot braucht Platz. Wir alle sind auf den ÖV angewiesen und nutzten diesen. Wenn die Nutzung des Grundstücks Halten-Ronmatte mit einem verdichteten Projekt bebaut wird, entsteht eine Win-Win-Win-Situation. Die Gemeinde erhält auf dem letzten Gebiet, welches für Gewerbebetreibende noch entwickelt werden kann, neue flexible Gewerbeflächen, welche Arbeitsplätze schaffen und Steuerertrag bringen; der ÖV erhält einen Standort an der Peripherie, um viele unrentable und unökologische Leerfahrten zu vermeiden und die Kirchgemeinde kann ihre Altlasten beseitigen und ihren Ertrag auf dem Grundstück massiv steigern.» Diese Chance liesse sich für die Gemeinde Ebikon noch weiter nutzen. «Der Gemeinderat könnte auf einen umwelt- und städtebaulich verträglichen Ausbau des ÖV-Netzes durch unser Gemeindegebiet pochen, ohne störende Oberleitungen aber mit Einsatz von intelligenter Technik und Innovation.»

Am 1. Juni stimmt die Kirchgemeindeversammlung über das Projekt ab.