Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Verblüffende Abschlussprojekte

Meggen: Im 9. Schuljahr haben alle Schüler und Schülerinnen zu einem Thema ihrer Wahl ein Projekt zu erstellen. Drei Megger Jungs haben in ihrer Abschlussarbeit nützliche, pfiffige und coole Projekte geplant und umgesetzt.

Vom Rosthaufen zum Bijou

jp. Voller Stolz setzte sich der 16-jährige Tobias Sigrist auf seinen restaurierten Traktor Marke «Bucher 4000» mit Baujahr 1960, startete den Motor, verliess die Einstellhalle des elterlichen Landwirtschaftsbetriebes und ratterte über eine Wiese mit Kirschbäumen. Hier liess er sich mit seinem «Glanzwerk» fotografieren. Tatsächlich, eine Meisterleistung. Tobias berichtete, wie er auf die Idee kam, dem dahinrostenden Traktor neues Leben einzuhauchen: «Der ‹Bucher› stand seit Jahren in einer Ecke unserer Gerätehalle. Meine Ziele waren, den Traktor zu reinigen, neu zu lackieren und wieder fahrtauglich zu machen. Unser Hofarbeiter hat mich beim Abschleifen der Farben unterstützt, der Vater beschaffte das notwendige Material und Mechaniker Hans Forster stellte mir Gerätschaften zum Schleifen zur Verfügung und beriet mich bei der Farbenauswahl. Technisch musste ich alle Dieselleitungen ersetzen, denn diese waren spröde. Es brauchte eine neue Batterie und neue Stromkabel. Den Ledersitz ersetzte ich durch einen Stoffsitz. Alle vier Zylinder funktionierten noch. Der Motor startete – und da war ich glücklich. Die fertige Arbeit bedeutet mir sehr viel: Sie ist nicht nur schön zum Anschauen, sondern man kann den Traktor wieder brauchen, er funktioniert. Es lassen sich damit wieder leichtere Arbeiten ausführen. Ich möchte Landwirt werden. Dann habe ich schon einen Traktor, denn man fängt immer mit wenig an!»

Neu lackiert und wieder fahrtüchtig – der restaurierte Traktor. Ein Meisterwerk!

Neu lackiert und wieder fahrtüchtig – der restaurierte Traktor. Ein Meisterwerk!

 

Vom Sommerbock zum Hochsitz

Der Weg führte uns in den Megger Wald. Als wir uns zu Fuss einer Waldlichtung näherten, sprang wenige Meter vor uns eine Rehgeiss aus einer Mulde inmitten von Brombeerstauden und kleinen Tannen. Und es ging nicht lange, fing ein Rehkitz an zu fiepen. Das Neugeborene konnte noch nicht einmal auf seinen Beinchen stehen. Eine wunderbare Begegnung. Es erstaunt nicht, dass gerade in unmittelbarer Nähe Sven Pfister von der 3. Sekundarklasse A einen Jagdhochsitz realisiert hat. Er berichtete zu seinem Projekt: «Zuerst plante ich eine Bretterkanzel etwa einen Meter über dem Boden. Doch Dominik von Ah, Jagdleiter der Jagdgesellschaft Meggen, wünschte einen grossen Hochsitz mit Kanzel, drei bis vier Meter über dem Boden, von welchem aus sich das Wild beobachten und auch erlegen lässt. Das beanspruchte natürlich viel Holz. Dieses sicherte mir der Jagdleiter zu. Im Gemeindewald fanden wir eine ideale Stelle als Standort für einen Hochsitz. Mit dem pensionierten Gustav Tanner, der schon viel Erfahrung im Bau von Hochsitzen hatte, plante und realisierte ich dieses Projekt. Auf die Idee zu dieser Arbeit kam ich, weil ich schon seit Jahren mit meinem Grossvater auf die Jagd gehe. Schon mit zehn Jahren war ich bei der Jagd auf einen Sommerbock dabei. Das weckte mein Interesse an der Jagd. Ich wollte für die Jagdgesellschaft etwas Nützliches leisten, und das war die Idee vom Bau eines Hochsitzes. Das fertiggestellte Werk freut mich sehr, und die handwerkliche Arbeit machte mir viel Spass.»

Zur Jagd gehören das Beobachten, Hegen und Pflegen. Gut getarnt fing in einer Mulde das Rehkitz an zu fiepen.

Zur Jagd gehören das Beobachten, Hegen und Pflegen.
Gut getarnt fing in einer Mulde das Rehkitz an zu fiepen.

 

Vom Baumstamm zur Holzbank

Dann ging unsere Fahrt weiter zum Landwirtschaftsbetrieb Meggenhorn. Hier hat Silvan Bieri seine Projektidee verwirklicht. Auch er hat eine handwerkliche Arbeit ausgewählt, die sinnvoll ist und einen Nutzen bringt. Die alte Holzbank vor dem Bauernhaus war kaputt. Deshalb kam Silvan auf die Idee, eine massive Holzbank zu erstellen. «Meine Ziele waren, eine Bank aus einem einzigen Baumstamm herzustellen, geeignete Ausmasse für die Bank zu wählen, alle Harzgallen im Holz zu entfernen und Risse zu vermeiden. Die Masse ergaben sich durch den Platz vor dem Haus. Beim Fällen einer Rottanne im Gemeindewald half mir Förster Walter Scherer. Mit dem Traktor beförderten wir den Stamm zur Scheune, wo ich mit dem Entrinden begann. Beim Zusägen der einzelnen Bankteile unterstützten mich der Vater und der Förster mit Tipps und Hilfestellungen. Sitzfläche, Rückenlehne, Füsse, alle Teile mussten gehobelt und geschliffen werden. Zudem galt es gerundete Formen auszusägen, was ich schrittweise mit der Motorsäge machte und anschliessend mit dem Stechbeitel bearbeitete. Mit einer Harzgallenfräse entfernte ich alle Harzstellen. Zuletzt musste ich noch alle Teile zusammenschrauben. Das Endergebnis lässt sich sehen. Dank der Ratschläge meiner Eltern haben wir nun eine Holzbank vor dem Haus, zu der sich auch ein Tisch stellen lässt und gemeinsam gegessen werden kann. Ich habe beim Arbeiten für dieses Projekt viel gelernt, das mir bei meiner vorgesehenen Ausbildung zum Landwirt nützlich sein wird.»

Mit Freude zeigte Silvan Bieri seine tolle Sitzbank.

Mit Freude zeigte Silvan Bieri seine tolle Sitzbank.