Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Vergnüglicher Blick auf die Weltgeschichte

Alfred Dorfer mit «bisjetzt-solo» bei Fischbachs in Küssnacht

Es ist dem Theater Duo Fischbach zu verdanken, dass hochkarätige Künstler den Weg nach Küssnacht finden. Alfred Dorfer, österreichischer Kabarettist und Schauspieler, bereitete dem zahlreich erschienen Theaterpublikum einen äusserst vergnüglich Abend.

Vergnüglicher Blick auf die Weltgeschichte
Alfred Dorfer: «Meine besten Jahre, das wäre nicht abendfüllend…»

 

Ein Stuhl, ein Mikrophon für Gesangseinlagen. Mehr braucht der Kabarettist Alfred Dorfer nicht, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Inhalt seines Programms «bisjetzt-solo» und seine starke Präsenz reichen völlig aus. Im 6. Soloprogramm rekapituliert Dorfer 25 Jahre Bühnengeschichte, eine Zeitreise durch die eigene Biografie. Doch ob es wirklich seine eigene Geschichte ist? Die Kindheit in den 60er-Jahren, die Pädagogeneltern, das Aufwachsen im hellhörigen Sozialbau, die Flucht ins Buch, bis Winnetou daraus ausbricht, vom ewigen Helden Old Shatterhand genug habend, um dann im Indianerreservat an Leberzirrhose zu sterben. Die Midlife-Krise, die Scheidung, die besten Jahre, das Warten als Betagter mit zitternder Händen auf der Bank und festzustellen, dass ausser dem Sechser unten rechts im Kiefer nichts mehr geblieben ist. Bilder, die sich mit Gedanken zur grossen Welt- und aktuellen Zeitgeschichte zu einer herrlichen Collage verbinden. Hiebe nach hüben und drüben, die grossen Nachbarn müssen einstecken, ebenso seine Landsleute, die Österreicher, welche sich auf dem Globus suchen, entsprechende Lacher aus dem Publikum quittiert Dorfer umgehend: «Ich wundere mich, dass Sie darüber lachen». Die Eidgenossen, die doch die Habsburger gerne hätten behalten können und später im Krieg, ausgelöst vom grossen Nachbarn, aufgezeigt haben, wie man «Kriegsverbrechen begehen kann, ohne dabei gewesen zu sein.» Und was würde mit den Chinesen passieren, nähme man ihnen ein Essstäbchen weg? Philosophische Fragen, über die nachzudenken Alfred Dorfer das Publikum immer wieder spöttisch auffordert. Schliesslich handelt es sich um ein Therapieprogramm. Eines, das logisch vor menschlichen Stuhlbedürfnissen ebenso wenig Halt macht wie vor verborgenen masochistischen Träumen, grandios verpackt in einem einstigen Schlagerhit von Heintje, proprer Schlagerbubi in den 60ern.

 

Mehr über die hohe Kunst auf kleinen Bühnen: www.duofischbach.ch