Rigi Anzeiger
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Verkauf des «Filetstücks» kommt vors Volk

Inwil: Darf die Gemeinde den «Sonnhof Park» für mindestens 3,8 Millionen Franken verkaufen? Die Bevölkerung wird darüber am 14. Juni an der Urne entscheiden.

cek. 2005 willigte Inwils Stimmbevölkerung dem Tausch eines gemeindeeigenen Grundstückes mit einem Landwirtschaftsgrundstück ein. Letzteres, der sogenannte «Sonnhof Park», liegt in der Zone W2 (Einfamilien- und Doppelfamilienhäuser). Der Gestaltungsplan dazu wurde im 2013 bewilligt. Ursprünglich wollte die Gemeinde den «Sonnhof Park» als günstigen Wohnraum für einheimische Familien zur Verfügung stellen. Eine Kommission, die sich mit dem Verkauf des «Sonnhof Park» befasste, kam davon ab, weil sich eine W2-Zone nicht für günstigen Wohnraum eigne. Sie entschied sich für den Verkauf von sieben Parzellen des «Sonnhof Park» über ein Submissionsverfahren. «Dabei wird der Angebotspreis mit 96 Prozent gewichtet», merkte Finanzvorsteher Gregor Jung an, der in der Kommission mitwirkte. Weitere Vergabekriterien sind: Einheimisch und selbstbewohnt. Mindestens 3,81 Millionen Franken will die Gemeinde mit dem Verkauf der sieben Parzellen erzielen. Das entspricht einer Schätzung des Verkehrswertes aus dem Jahre 2013.

Im Baurecht abgeben?
Auch die Variante, das Grundstück im Baurecht abzugeben, kam für die Kommission nicht in Frage. Dennoch setzte sich Beat Arnet, Präsident der Genossenschaft Alterswohnen in Inwil, dafür ein, weil es sich bei besagtem Land um ein Filetstück Inwils handle und sein Wert steigen könnte. Arnet beantragte, dass sowohl über einen Verkauf wie über die Abgabe im Baurecht am 14. Juni abgestimmt werden solle. Doch die Mehrheit der 80 anwesenden Versammlungsteilnehmer stand hinter dem Vorschlag des Gemeinderates, nur über den Verkauf an der Urne zu befinden. Welch ein Glück, denn Gemeindepräsident Josef Mattmann meinte zuvor noch: «Wir haben die Abstimmungsbotschaft schon verpackt.»

Kauf einer Parzelle
Genau genommen umfasst der «Sonnhof Park» acht Parzellen. Für eine geniesst die Erbengemeinschaft Hans Bachmann das Vorverkaufsrecht, weil der Gemeinderat von dieser eine Parzelle für künftige Erweiterungsprojekte der Schulanlage Rägebogen erwerben will. Den Sonderkredit von 1,68 Millionen Franken dazu segnete die Gemeindeversammlung ab. Finanziert werden soll dieser Landkauf durch den Verkaufserlös aus dem «Sonnhof Park».

Erfreuliches Jahresergebnis
Wie viele andere Gemeinden hatte auch Inwil für 2014 ein Minus budgetiert. Finanzvorsteher Gregor Jung konnte jedoch ein positives Ergebnis mit einem Ertragsüberschuss von rund 30’000 Franken präsentieren. «Das kam vor allem durch zusätzliche Einnahmen im Bereich der Sondersteuern zusammen», fügte er an. Als einen erfreulichen Posten bezeichnete Jung den Buchgewinn von rund 96’000 Franken aus dem Verkauf eines Teils der Industriestrasse.

Familienbetrieb zieht nach Inwil
Im Haldehof plante ursprünglich die Firma Wyss Samen und Pflanzen AG ein Gartencenter zu realisieren. Inzwischen hat sie dieses Projekt zurückgezogen. An ihrer Stelle möchte nun die Blättler Transport und Kühl-Logistik ein automatisches Hochregallager für Tiefkühlprodukte bauen, in dem zirka 9000 Paletten Platz haben. Da die Fassadenhöhe des Bauvorhabens 4.70 Meter über der in der Arbeitszone III erlaubten 15 Meter ist, musste die Versammlung der Erarbeitung eines Bebauungsplanes zustimmen. Bauvorsteher Fabian Peter bekundete ausserdem, dass auch ein Planungsbericht erstellt wird, in dem unter anderem die Fahrtenzahlen festgehalten werden. Ferner werde es eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde und der Familie Blättler geben, die beispielsweise beinhaltet, dass sie ihren Firmensitz von Littau nach Inwil verlegt.

Verzögerungen
Die Genossenschaft Alterswohnen Inwil konnte bis 2014 genügend Kapital zeichnen, damit die Arbeiten wie geplant weitergeführt werden können. Ein Baugesuch für das Projekt Alterswohnen wurde Anfang dieses Jahres eingereicht. Einsprachen gingen keine ein, doch muss die Genossenschaft noch auf die Baubewilligung infolge verschiedener Verzögerungen warten. «Bis Ende Mai dürfte sie erteilt werden», sagte dazu Gemeindepräsident Josef Mattmann. Verzögerungen gibt es auch bei der Erschliessung des «Sonnhof Park», bei der die Gemeinde sich mit 500’000 Franken beteiligt. Optimistisch hielt sie in der Botschaft zur Gemeindeversammlung fest, dass die Vergabe der Baumeisterarbeiten Anfang 2015 erfolgen und anschliessend mit der Ausführung begonnen werden kann. Doch dem ist nicht so. Den Grund erklärte Mattmann folgendermassen: «Jemand war mit der Vergabe nicht einverstanden. Jetzt müssen wir auf den Entscheid des Gerichts warten. Wir sind aber überzeugt, dass die Erschliessung bis Ende 2015 fertig erstellt werden kann.»