Rigi Anzeiger
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Root setzt auf hochwertigen Wohnraum

Baumboom führt zu Imagewandel

In Root stehen die Ampeln für Bauunternehmer weiterhin auf grün. Drei grosse Wohnüberbaungen, die Neugestaltung des Ortszentrums und der Ausbau des D4-Centers stehen als Nächstes bevor. Qualitativ hochwertiger Wohnraum soll entstehen.

Seit Jahren wird das Dorfbild von Root von Baukränen geprägt. Überall entstehen Wohnbauten. Keine Residenzen mit schmiedeiserner Umzäunung. Keine Villen mit grossem Umschwung. Sondern preiswerte Reiheneinfamilienhäuser und Wohnblöcke. Etwa in diesem Stil soll es weitergehen. Nur etwas anders. Die nächste Grünfläche, die überbaut wird, ist die Brunnenmatt im südlichen Dorfteil. Das Bauunternehmen Jego AG von Hünenberg wird hier in einigen Wochen mit dem Bau von fünf Mehrfamilienhäusern und 27 Doppel- und Reihen-Einfamilienhäuser beginnen. Nicht 18, wie in der Luzerner Zeitung fälschlicherweise vermeldet. Das Besondere daran: In den Mehrfamilienhäusern entstehen Eigentumswohnungen. Das ist ein Schritt in die Richtung, die man sich in Root für die Zukunft wünscht. Weg von der eigenen oder gemieteten Billigbleibe am trendigen Westhang unweit der Autobahnzufahrten. Hin zu qualitativ hochwertigem Wohnraum. Mit hoffentlich zahlungskräftiger Käuferschaft.

Bauliche Qualität angestrebt

«Wir legen Wert auf bauliche Qualität», sagt Gemeindepräsident Heinz Schumacher. Und sagt damit explizit nicht «auf potentere Steuerzahler». Obschon solche in Root durchaus sehr willkommen wären. Um es mit angemessener Dorfdiplomatie auszudrücken. Bei einer Steuerkraft von Fr. 1626.– pro Person im Vergleich zu Fr. 2004.– in der Stadt Luzern. Im Jahr 2011. Oder Fr. 3824.– in Meggen. Dafür ist der Ausländeranteil in Root überdurchschnittlich hoch: Mit rund 25 Prozent ist Root die Gemeinde mit dem dritthöchsten Anteil an Ausländern im ganzen Kanton. Und mit einem Bevölkerungszuwachs von fast zwanzig Prozent innerhalb der letzten fünf statistisch erfassten Jahren wohl auch eine der am schnellsten wachsenden. Ein gefährliches Entwicklungspoten-tial. Und eine Herausforderung für eine diplomatische Richtungskorrektur. Die Anhebung der Bauqualität mit den logischen Konsequenzen ist ein eleganter Schachzug. Gelegenheiten zur Anwendung gibt es auch in mittelfernen Zukunft genug. Nach der Brunnenmatt ist der Hengstacker an der Reihe. Oben am Hang am südlichsten Dorfzipfel mit Blick auf das D4 Center. Vier Mehrfamilienhäuser und rund 15 Einfamilienhäuser sind hier geplant und allein schon von der Lage wegen wohl eher in der höheren Preisklasse. Für den dritten und letzten derzeit noch verfügbaren Grossbauplatz in Root, nämlich das Oberfeld am gleichen Hang wie der Hengstacker, läuft derzeit ein Studienwettbewerb. «Es wird sich zeigen, wie viele Wohnbauten hier entstehen könnten», meint Schumacher.

Neues Leben für Uralt-Gasthof

Bis auf diesem Hang die Bagger auffahren, wird die gegenwärtige Sanierung der Kantonsstrasse wohl längst fertig sein. Hier wird in diesen Tagen der Kreisel bei der Schulhausstrasse fertig erstellt. Bevor sich dann der Brennpunkt der Kantonsstrassensanierung zum südlichen Dorfende weiterbewegt. Dabei wird in Sichtweite des ältesten Gebäudes des Ortes – das ruinöse Uralt-Gasthaus Rössli – der neuste Kreisel gebaut. Und sobald der fertig ist, werden die Gedanken des Gemeinderates um die Neugestaltung des Dorfkerns in diesem Bereich kreiseln. Noch ist vieles unklar aber eines sicher: Das Rössli – heute als Schandfleck tituliert – soll wieder hergerichtet werden. In den vergangenen zehn statistisch erfassten Jahren hat die Bevölkerung von Root um 979 Personen zugenommen. Für die nächsten zehn Jahre rechnet der Gemeinderat mit einer weiteren Zunahme von 500 bis 800 Personen. Wieviele zusätzliche «Rooter» es schliesslich sein werden, steht in den Sternen. Genauso wie die Entwicklung der Steuerkraft des Ortes mit der verkehrstechnisch eindrücklichen Erschliessung durch zwei Autobahnanschlüsse, Bahn und Buslinie.