Rigi Anzeiger
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Viel Wind um Solarpanel auf Rigi Kaltbad

Weggiser Behörde verweist auf die gesetzlichen Vorgaben

Eine ohne Baubewilligung realisierte Solaranalage auf dem Dach eines Chalets auf Rigi Kaltbad sorgt für Ärger. Hüben wie drüben. Die Behörde verweist auf die Notwendigkeit eines Bewilligungsverfahrens, weil das Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone liegt und die Anlage nicht der Gebäudehülle angepasst sei. Der Bauherr empfindets als unnötige Paragraphenreiterei.

Auf Rigi Kaltbad steht das Châlet Bärebödeli von René Stettler. Ausgerüstet mit einer Solarpanelanlage, die nun für hitzige Diskussionen sorgt, wie der Rigi Anzeiger in der Ausgabe vom 19. Juli 2013 berichtete. Grund sind Paragraphen, respektive eine fehlende schriftliche Baubewilligung und eine Einsprache. René Stettler wollte Energie sparen. Das UWE Umwelt und Energie Kanton Luzern riet für die Warmwasser-Aufbereitung zur Solaranlage und entrichtete einen Subventionsbeitrag aus dem Förderprogramm Gebäudeenergie des UWE. Stettler liess die Solaranlage installieren, ohne dafür vorher eine schriftliche Baubewilligung eingeholt zu haben. Man habe ihm, so sagt Stettler, zuvor von behördlicher Seite mündlich versichert, eine Baubewilligung sei bei einer Solaranlage dieser Grösse nicht notwendig. Die Anlage wurde vor zwei Jahren in Betrieb genommen. Als Stettler später ein Baugesuch für eine Terrassenerweiterung bei der Gemeinde einreichte, kams zur Überraschung. In den Plänen des Architekten war auch das Solarpanel auf dem Dach eingezeichnet. Die Unterlagen des Baugesuchs gingen weiter ans Kantonale Amt für Raumentwicklung, Wirtschaftsförderung und Geoinformation (RAWI) in Luzern. Dort wurde festgestellt, dass das auf dem Dach eingezeichnete Solarpanel «nicht aktenkundig sei». Worauf die Gemeinde Weggis René Stettler aufforderte, für die Solaranlage ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Bereits im Rahmen einer Voranfrage sei der Bauherrschaft zudem schriftlich mitgeteilt worden, dass die Bauarbeiten als baubewilligungspflichtig beurteilt würden. Die Begründung des Weggiser Gemeindepräsidenten Kaspar Widmer dazu: «Das Châlet Bärebödeli liegt ausserhalb der Bauzone und da gelten auch bezüglich der Baubewilligungspflicht strenge Vorschriften, unter Berücksichtigung von Vorgaben des Bundes. Die Gesetzte sind für alle gleich.» Der Kanton hat in einer E-Mail zwar den Segen zur Anlage in Aussicht gestellt, was aber nichts nützt, weil der Innerschweizer Heimatschutz mit einer Einsprache an die Gemeinde Weggis gelangte. Die Gemeinde muss nun als zuständige Leitbehörde Gesuch sowie Einsprache begutachten, und unter Berücksichtigung der kantonalen Beurteilung über das weitere Vorgehen entscheiden. Der Zeitpunkt hierfür ist noch offen.

› Zum Artikel in der Ausgabe vom 19. Juli 2013