Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Viele Rosinen muss er haben

Als die Mauer zwischen West- und Ost-Deutschland noch stand, erhielt ich zwei- oder dreimal zu Weihnachten einen Dresdner Butterstollen (oder war es ein Dresdner Christstollen?) von Bekannten meines Vaters aus der DDR zugeschickt. Das war für mich immer etwas sehr spezielles.

Irgendwann entdeckte ich in der Migros (ich schreibe jetzt bewusst den Namen dieses Detailhändlers mit besonderem Grund) Stollen, darunter solche in kleinerer Form. Letztere hatten es mir besonders angetan und schmeckten mir sehr. Ich war regelrecht süchtig nach ihnen. Doch nach zwei oder drei Jahren verschwanden die kleinen Stollen und nur noch grosse waren zu finden. Ganz ehrlich, ich war traurig darüber und jammerte mein Leid Verwandten und Bekannten. Sie beschenkten mich mit Stollen unterschiedlichster Art. Selber suchte ich auch in diversen Geschäften und Bäckereien/Konditoreien nach jenem Stollen, der mir genauso gut schmeckte wie jener der Migros oder sogar wie einst jener aus der DDR. Auf jeden Fall habe ich inzwischen die unterschiedlichsten Variationen genossen. Um jene mit Marzipan machte ich immer einen grossen Bogen, denn ich mag Marzipan nicht. Viele Rosinen mussten die Stollen auch haben – das war eine Bedingung. In diesem Jahr stiess ich doch tatsächlich auf einen Original Dresdner Butterstollen, den es sowohl aufgeschnitten wie auch in einer Schachtel zu kaufen gab. Er hatte seinen Preis. Doch er schmeckte mir vorzüglich. Das Wasser läuft mir jetzt noch im Munde zusammen. Einzig der Buttergeschmack von einst fehlte. Doch das ist nicht wichtig. Ich wünschte mir nur, dass es von meinen «Lieblings-Stollen» auch kleinere gäbe, denn die passen eher zu meinem Genussverhalten. Interessant ist übrigens die Geschichte zum Dresdner Christstollen, und dass es für die Originale sogar einen Schutzverband gibt.
Darüber können Sie auf hier mehr lesen.
Claudia Surek, Freie Journalistin/Fotografin