Rigi Anzeiger
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Vier Poller sorgen für Groller

Verkehrsberuhigende Massnahme beim Bad Immensee sorgt für Unmut

Damit Kinder beim Besuch des neuen Immenseer Strandbades nicht beim Herumtollen beim Parkplatz überfahren werden, hat die örtliche Baukommission verkehrsberuhigende Massnahmen installiert. Die einige Strassenbenützer offensichtlich schwer beunruhigen.

Die Staldenstrasse in Immensee. Sie führt von der Hauptkreuzung oberhalb des Dorfkernes am See Richtung Süden dem Seeufer entlang rund 1,3 km bis nach Ober-Immensee, wo sie in die Hauptstrasse nach Arth einmündet. Ein zügiger Zweitzubringer nach Immensee, mit dem sich der kleine Umweg über die Hauptzufahrt via Eichli bei der Anfahrt von Süden her umfahren lässt.

Und weil die Hauptzufahrt nach Immensee mit einer Höhenbeschränkung von 3,60 m unter der Eisenbahn- und Autobahnüberführung hindurch zudem viele Cars an einer ungetrübten Direkteinfahrt in den Ort hindert, müssen diese wohl oder übel den Umweg über die Staldenstrasse fahren.

An ihrem Anfang im Dorf ist die Staldenstrasse als Quartierstrasse mit verkehrsberuhigenden Elementen gestaltet. Gelbschwarze Poller, die auf kleinen Halbinselchen das Kreuzen zweier Fahrzeuge verhindern. Dazwischen viele Parkfelder beidseits der Strasse. Das Ganze mit der 30er Zone abgerundet, wie sie in Immensee flächendeckend gilt. Insgesamt keine Strasse für einen zügigen Verkehrsfluss. Zumindest nicht im besiedelten Bereich.

Rund 150 Meter nach den letzten Häusern haben die Immenseer unten am Seeufer ihr neues Strandbad angelegt. Oben an der Staldenstrasse befindet sich auch ein Parkplatz. Ein sehr einfacher: eine Reihe Parkfelder direkt an der Strasse, quer zu dieser angelegt. Die Gefährlichkeit dieser Parkfelder am Rande der Strasse in einem Bereich, in dem sie noch Ortszubringer ist, ist der für den Strandbadbau zuständigen Baukommission in Küssnacht schon vor der Erstellung aufgefallen. «Wir erhielten die Auflage, verkehrsberuhigende Massnahmen zu installieren. Ohne diese wäre der Parkplatz nicht genehmigt worden», erläutert Bezirksrat Josef Heinzer. Und so setzten die Parkplatzerbauer gemäss dem weiter dorfwärts praktizierten Prinzip einige Bremspoller auf Halbinseln in die Strasse. Aus hellem Beton. «Damit es zum Parkplatz passt», so Heinzer.

Staldenstrasse Immensee SZ
Verkehrsberuhigung im Doppelpack: Links die neuen baulichen Massnahmen beim neuen Strandbad-Parkplatz. Rechts das allgegenwärtige Hausmittel …

 

SVP-Kantonsrat opponiert
Diese verkehrsberuhigende Massnahme ärgert einige Strassenbenutzer ziemlich. «Da bringt es der Bezirk Küssnacht tatsächlich fertig, einerseits die Tempo-30-Situation mit unbeschränkter Fahrt freizugeben (80 km!), um dann weiter vorne, Richtung Arth, mehrfache Schikanen nacheinander einzubauen», ärgert sich der SVP-Kantonsrat Peter Häusermann in einem Mail an die Medien. Und weiter: «Von der Leitlinie in der Mitte der Strasse bis zur Schikane ist die Fahrbahn nur noch 1,10 Meter breit. Da wird es unmöglich zu kreuzen. Wenn also jemand mit 80 daherkommt, auf 60 reduziert, wird es sehr gefährlich». Zudem fehle ein Überholverbot für den kritischen Streckenabschnitt.

Er habe die Medien ohne politischen Auftrag über den Missstand informiert und bereits zahlreiche und ausschliesslich positive Reaktionen erhalten. Doch wie kommt der ratsälteste Politiker dazu, mit 60er und 80er Tempis zu argumentieren? Wo doch gar keine entsprechenden Schilder zu sehen sind?

Offenbar wurden auf seinen medialen Protest hin bereits erste «Massnahmenbereinigungen» vorgenommen. Die von Häusermann Ende Mai fotografierte Ortstafel mit der 60er-Begrenzung direkt vor den neuen Schikanen in Richtung Arth und der 50er-Begrenzung Richtung Immensee unmittelbar nach den neuen Schikanen, ist inzwischen verschwunden. Dafür steht – nunmehr am Ende des Parkplatzes Richtung Arth – eine neue Signalisation, mit der die – zwar nirgends signalisierte – Höchstgeschwindigkeit von 50 km aufgehoben wird.

Es ginge auch einfacher
Am einfachsten wäre es, die Tafel mit Aufhebung der 30er Zone von der Siedlungsgrenze her um 200 Meter dorfauswärts nach dem Strandbad zu verlegen. Dann entsprächen Höchstgeschwindigkeit und verkehrsberuhigende Massnahmen exakt der Situation weiter dorfwärts.

«Darüber können wir gerne noch beraten. Aber dann wird die 30er Zone halt entsprechend länger», sagt Bezirksrat Heinzer dazu. Überhaupt scheinen sich die strassenbautechnischen Ereignisse an der Staldenstrasse derzeit noch im Fluss zu befinden. «Die Betonsockel kommen weg. Dafür werden zwar unbeleuchtete, aber reflektierende schwarz-gelbe Poller gesetzt. Wie sie schon im Siedlungsbereich stehen», verspricht Heinzer. Und Strassenmarkierungen seien auch noch vorgesehen. «So, dass Automobilisten früher als jetzt auf die Strassenverengungen aufmerksam werden», kündigt er an.

Und lädt damit neuen Zorn des Peter Häusermann auf sich. «Was für eine Geldverschwendung! Wenn man vorher studiert hätte, hätte man sich die Betonpoller ersparen können. Das bezahlt jetzt alles der Steuerzahler. Ein Skandal ist das!», schimpft er.