Rigi Anzeiger
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Von Augäpfeln und Löchern

Benzeholz Raum für zeitgenössische Kunst Meggen

Das Benzeholz Meggen zeigt vom 23. Februar bis 24. März Gemälde und Zeichnungen von Bruno Murer und Claudia Kübler. Die beiden Künstler beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit der Frage nach dem Sicht- und Unsichtbaren und ihrer möglichen Darstellbarkeit.

Claudia Kübler (*1983 in Zürich, lebt in Luzern), die ihr Studium erst im Sommer 2012 mit dem Magister of Arts and Public Spheres an der Hochschule Luzern abgeschlossen hat, versucht das paradoxe Phänomen «Loch» meist naturgetreu und in zahlreichen, beharrlichen Strichen aufs Papier zu bringen. Bruno Murer (*1949 in Beckenried, lebt in Kriens), dessen künstlerische Tätigkeit in den 1980er Jahren beginnt, verleiht seinem Gegenüber – sei es Architektur, Tier- oder Pflanzenwelten – einen körperlichen und expressiven Ausdruck.

«Sehkörper» verwendet Bruno Murer als Titel für viele seiner Bilder. Der Begriff verweist auf die Art, wie der Künstler die von ihm wahrgenommene Welt darstellt. Statt einer perspektivischen Wiedergabe entscheidet er sich für einen emotional-körperlichen Ausdruck, er versucht in das Dargestellte einzudringen. Augen, Gelenkstellen und Körperextremitäten bilden die Koordinaten, sind mögliche Fixpunkte beim Einstieg in das Bild. Die Körperlichkeit der künstlerischen Auseinandersetzung von Murer zeigt sich auch in dem gestischen und satten Auftrag der Farben sowie in dem kräftigen und entschiedenen Strich seiner Zeichnungen. Bei den Monotypien – eine neue Serie «Tierverborgenes Sehen» wird im Benzeholz gezeigt – steht die Glasplatte als Bindeglied zwischen Maler und Papier.

Claudia Kübler beschäftigt sich in verschiedenen Medien (Zeichnung, Malerei, Aktion, Text) mit der Thematik des Lochs, dem Fehlenden und seiner Darstellbarkeit. In akribischer Exaktheit, perspektivisch genau, in feinen Linien und Schraffuren zeichnet sie Loch um Loch. Auf diese komplex dargestellten Löcher von Bohrungen, Erdöffnungen oder Körperorganen treffen reduzierte, grob ausgemalte, einfache Löcher, die gleichzeitig auch Körper sein könnten und so zwischen Loch und Kugel, Nichts und Ganzheit oszillieren. Das Loch scheint eine simple Begebenheit zu sein und zugleich stellt die Künstlerin die Vielfalt dieser Erscheinung vor. Obwohl das Loch Nichts bedeutet und Leerraum ist, weist es am meisten Farbe, die dichteste Pigmentierung auf.

 

«von augäpfeln und löchern», Bruno Murer und Claudia Kübler, 23. Februar – 24. März 2013
Freitag, 22.2. 18.30 Uhr: Vernissage
Sonntag, 10.3. 17 Uhr:
Lesung von Claudia Kübler, Video von Bruno Murer

Von links: Bruno Murer, «Tierverborgenes Sehen», Monotypie, Öl auf Papier.; Bruno Murer, «Tierverborgenes Sehen (Insekten)», Monotypie, Öl auf Papier; Claudia Kübler, aus der Serie W HOLE, 2012.

Von links: Bruno Murer, «Tierverborgenes Sehen», Monotypie, Öl auf Papier.; Bruno Murer, «Tierverborgenes Sehen (Insekten)», Monotypie, Öl auf Papier; Claudia Kübler, aus der Serie W HOLE, 2012.