Rigi Anzeiger
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Von Scherensprung, Wälzer und Fosbury-Flop

Meggen: «Sport einst und jetzt» war das Thema im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Generationen begegnen sich». Ehemalige und heutige Megger Sportlerinnen und Sportler äusserten sich in unterhaltsamen Sequenzen zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Ehemalige und heutige Megger Sportbegeisterte berichteten von ihren Erlebnissen in Trainings und Wettkämpfen, von Erfolg und Pech, von Freude und Spass an verschiedenen Sportarten (v.l.n.r.): Marie Bürkli, Franziska Brücker, Hans Bürkli, Sevim Irmak, Franz Krieger

Ehemalige und heutige Megger Sportbegeisterte berichteten von ihren Erlebnissen in Trainings und Wettkämpfen, von Erfolg und Pech, von Freude und Spass an verschiedenen Sportarten (v.l.n.r.): Marie Bürkli, Franziska Brücker, Hans Bürkli, Sevim Irmak, Franz Krieger

jp. Zuerst zeigte Moderator Rudolf Wyss die Megger «Sportgrössen» in Bildern. Marie Bürkli, oft Miggi genannt, war schon 1957 Mitglied der Damenriege Meggen. Als Vertreterin der älteren Generation konnte sie anekdotenhaft erzählen, mit welchen Problemen damals die Frauen im Sport konfrontiert waren. Alle Damen trugen neckische Turnröckli. «Darauf waren wir sehr stolz», meinte Miggi, «aber an Wettkämpfen durften wir nicht teilnehmen. Das Eidgenössische Turnfest für Frauen war immer eine Woche vor dem Männeranlass. Mit 15 Jahren trat ich in die Riege ein. Zuerst wurde im Verein Appell gemacht. Dann wurde gesungen. Ein systematisches Training kannte man kaum. Ich machte gerne den 80 m Lauf und Hochsprung. Zuerst war als Sprungtechnik der Scherensprung, später der Wälzer und dann folgte der Fosbury-Flop. Das Überspringen von 1 m 20 cm Höhe war damals schon fast rekordverdächtig.»
Franz Krieger, der Schreinermeister, von den «Hölzernen», wie er sich vorstellte, auch von der älteren Sportgarde, wusste von den Anfängen des Langlaufens und Skifahrens zu berichten. Ein Bild zeigte ihn als Patrouillen-Läufer im Militär. Als Unternehmer blieb nur Samstag und Sonntag Zeit, sich mit Schneesport zu befassen. Und Schnee hatte es schon damals nur im Winter – und oft selten! Wie hielt man sich fit? «Tschutten war eine Sportart, die sich sonntags mit Kollegen auf einer Wiese gut machen liess. Aber wir mussten aufpassen, dass wir dem Bauern nicht in die Quere kamen!» scherzte Krieger, der heute noch ab und zu ein paar Bälle auf dem Tennisplatz schlägt.

Karate-Meisterin
Die nächste Podiumsteilnehmerin, Franziska Brücker, war als junge Frau Vize-Schweizermeisterin in Karate und trug als solche den schwarzen Gürtel. Dass dieser Sport ein intensives Training verlangt, versteht sich aus seiner Definition als Kampfkunst. Einen hohen Stellenwert haben Kondition, Beweglichkeit, Schnelligkeit und eine gewisse Abhärtung der Gliedmassen. Ihre Freude an Karate gibt Franziska Brücker heute weiter in der Karateschule Meggen für Kinder und Jugendliche, deren Initiantin, Trainerin und Koordinatorin sie ist. Mit Erfolg – denn 25 bis 30 Teilnehmende kann sie pro Woche zum Training begrüssen.
Hans Bürkli gehört bereits der polysportiven Generation an und gilt in Meggen als «Mister Sport». Wegen seiner Verdienste erhielt er 2012 den Anerkennungspreis der Gemeinde. Als ehemaliger Wettkämpfer, heute J+S-Funktionär, Präsident der Turn- und Sportgruppe Meggen und aktiver OL-Läufer berichtete er unter dem Stichwort «Sportarten» vom vielfältigen Angebot, das Kindern und Jugendlichen heute zur Auswahl steht. Wie wichtig Sport in allen Lebensjahren ist, zeigte Moderator Rudolf Wyss in informativen Grafiken. Dass nicht Fussball die beliebteste Sportart ist, sondern Wandern, Radfahren, Schwimmen und Skifahren in den vordersten Rängen stehen, erstaunte das Publikum.

Fussball-Trainerin
Sevim Irmak, eine junge Frau, einst Torhüterin bei Blue Stars in der Nationalliga A, wetteiferte in ihrer Schulzeit mit ihrem Klassenkameraden Gökhan Inler, dem heutigen Schweizer Fussball-Nationalmannschaftsspieler. Dass für Mädchen und Fussballerinnen schon bald engere Grenzen in der Talentförderung gesetzt sind, erlebte Sevim Irmak persönlich, liess sich aber nicht entmutigen. Heute ist sie Trainerin und Juniorenobfrau des FC Meggen. Sie ist Chefin über 30 Trainer und 240 Kinder und Jugendliche. Ohne Wettkampf, ohne Zwischenrufe aus dem Publikum, aber mit Applaus und einem gut dotierten Apéro ging die sportliche Veranstaltung über in einen Gesprächsaustausch unter den Generationen.