Rigi Anzeiger
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Von Schiffen, Wellen und Wogen

Das Kirchenschiff St. Josef in Perlen steuert einer neuen Bestimmung entgegen. So haben es die Stimmberechtigten der katholischen Kirchgemeinde Perlen-Buchrain am Sonntag 24. Januar in einer Urnenabstimmung entschieden.

Felix von WartburgEs wäre übertrieben, zu behaupten, dieses Schiff sei vor der Abstimmung in einen heftigen Sturm oder gar in eine Brandung geraten. Natürlich gab es dezidierte Meinungen oder handfeste Argumente sowohl im Lager der Befürworter wie auch im Lager der Gegner eines Verkaufs der Kirche. Nun ist es also entschieden: die Perler St. Josef Kirche kann verkauft werden. Die Wogen sind geglättet.

Aus der Seefahrt weiss ich, dass es nicht die Wogen sind, die einem Seemann Probleme bereiten. Einen Sturm mit hohem Seegang kann man abwettern, wie das in der Seemannssprache heisst. Beim Abwettern tut man alles, um Schiff und Leben zu retten. Das ist mit Kraft und Anstrengung verbunden und diese verhindern, dass man seekrank wird. Seekrank wird man vor allem, wenn das Schiff still steht, in langgezogenen, oft kaum wahrnehmbaren Wellen. Man nennt sie Dünung. Eine Dünung kann sich über hunderte Meter vom höchsten zum tiefsten Punkt erstrecken, mit einem Höhenunterschied von weniger als einem halben Meter. Solche Dünungen sind sehr unangenehm, weil sie fast nicht wahr genommen werden, ihre Wirkung auf unser Gleichgewichtsorgan aber subtil und unaufhörlich entfalten. Die Folgen sind allgemein bekannt.

Das Kirchenschiff St. Josef in Perlen befindet sich jetzt genau in dieser Situation. Es steht still, die Wogen sind verebbt, aber es liegt in einer Dünung, die verschiedene Wirkungen und Nachwirkungen mit sich bringen kann. Und das Schlimmste: die Folgen sind nicht bekannt.

Felix von Wartburg, Chefredaktor