Rigi Anzeiger
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Von wegen Fussball ist nur was für Jungs

Adligenswil: Die 12-jährige Joëlle Meister zählt zu den talentiertesten Nachwuchs-Fussballspielerinnen ihres Jahrgangs in der Schweiz. Nach den Sommerferien 2015 nimmt sie ihre Ausbildung an der Credit Suisse Football Academy für Mädchen in Biel auf.

 

Joëlle Meister im Dress des FC Luzern.

Joëlle Meister im Dress des FC Luzern.

jp. Als kleines Mädchen führte Joëlle vor Jahren zu Hause einen Ball spielerisch über den Rasen. Der Vater hatte eben den Garten umgebaut. Joëlle dribbelte immer und immer wieder sehr gekonnt mit dem Ball über die kleinen Hügel. Und das machte ihr viel Spass. Zeigte sich hier bereits ein Fussballtalent? «Als mein Götti vorbeikam und mich mit dem Fussball sah, meinte er zu meinem Mami, sie solle mich bei einem Fussballclub anmelden», erzählte Joëlle im Gespräch vor dem Clubhaus des FC Meggen. Gesagt – getan.

Joëlle spielt seit knapp sieben Jahren Fussball. Drei Jahre spielte sie an ihrem Wohnort beim FC Adligenswil, bevor sie zum FC Meggen wechselte. Seit Sommer 2014 spielt Joëlle beim FC Luzern in der FE-13 Mannschaft, als einziges Mädchen, Juniorenspitzenfussball unter der Leitung von Elvin Bektesevic. Jetzt folgt ein weiterer entscheidender Entwicklungsschritt. Das Fussballtalent steht vor dem Abschluss der Primarschulzeit. Nach einem aufwändigen und anspruchsvollen Selektionsverfahren wird Joëlle in die Credit Suisse Fussball-Academy in Biel aufgenommen. Pro Jahr können nur etwa zehn Spielerinnen aus der ganzen Schweiz in diesen Ausbildungsgang eintreten. Unter der Leitung der aktuellen Damen-Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg trainieren die rund zwanzig talentiertesten Nachwuchsfussballerinnen der Schweiz in Biel. Daneben absolvieren die 12- bis 16-Jährigen ihr 7., 8. und 9. obligatorisches Schuljahr und wohnen unter der Woche bei Gasteltern. An den Wochenenden sind die Fussballerinnen zu Hause und im Einsatz für ihr Vereinsteam.

Durchhaltewille, Fleiss und Leidenschaft
«Ich bin ehrgeizig, ich habe den Willen, etwas zu erreichen. Wenn ich etwas nicht schaffe, dann bleibe ich dran. Ich will es schaffen, das spornt mich an. Das ist nicht nur im Sport so, sondern auch in der Schule, auch zu Hause. Ich engagiere mich», berichtete Joëlle beim Gespräch. «Unterstützt werde ich von Mami und Papi. Auch von meiner älteren Schwester Pascale, die ebenfalls beim FC Meggen Fussball spielt. Die Eltern begleiten mich fast immer an die Matches. Ins Training mit der FE-13 Mannschaft, das eineinhalb Stunden dauert, fahre ich mit dem Bus nach Luzern. Alle Tage, ausser am Donnerstag. Nach Abschluss des Trainings und Duschen holen mich die Eltern manchmal ab. Am Samstag und Sonntag haben wir Spiele oder Turniere. Das ist für mich ein anstrengendes Programm. Mit dem Lehrer, der mich ebenfalls unterstützt, habe ich abgemacht, dass ich mich melden darf, wenn ich allenfalls mit den Hausaufgaben in Verzug wäre. Aber bis jetzt ist es gut gegangen.»
Nebst viel Talent zeigt Joëlle grosse Freude und Leidenschaft für den Fussball. Sie freut sich auf die Trainingseinheiten in Luzern und muss sich im Kreis von lauter Buben behaupten, was nicht immer einfach ist. Es werden Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft, Zusammenspiel und Zweikampf trainiert. Und am Schluss folgt manchmal ein kurzer Match. Darauf freut sich Joëlle immer.

Zudem kickt die Adligenswilerin seit gut zwei Jahren für den IFV FE-13 Mädchen (Innerschweizer Auswahl der talentiertesten Mädchen), seit letztem Sommer steht sie sogar als Captain auf dem Platz.
Und nun folgt bald der Schritt nach Biel. Ziel der Ausbildung ist es, die jungen Fussballerinnen neben der optimalen sportlichen und schulischen Förderung auch im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten. Das bringt für Joëlle einige grössere Veränderungen mit sich, die sie selbstbewusst auf sich nimmt. Es gilt vom Elternhaus während der Woche Abschied zu nehmen und neue Beziehungen aufzubauen. Die Gastfamilie, die Schule, der Sportbetrieb, der Tagesablauf – alles ist neu und anders. Joëlle hat klare Ziele – und diese verfolgt sie konsequent. Ein Vorbild für andere junge Mädchen und Buben.

Joëlle Meister

Joëlle Meister

Joëlle Meister