Rigi Anzeiger
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Wachsen an der Achse, Wärme aus der Ferne

Neubauten und Sanierungen «en gros» in Root

Gross war der Aufmarsch, als die FDP zum zweiten Mal zum einstündigen Informationsabend ins D4 Business Village Center einlud. Die Entwicklung Roots, die Fernwärme im Rontal und anstehende Bauten und Sanierungen interessieren.

Der grosse Aufmarsch überraschte David Inderkum, OK-Präsident der Informationsveranstaltung «Schwerpunkt Root». Er hatte mit weniger Personen gerechnet. Gut 200 aus Root und den Nachbarsgemeinden erschienen und erfuhren von Regierungsrat Robert Küng, dass Root eine kleine Gemeinde mit grossem Wachstum sei. Dennoch liege sie mit seinen 4635 Einwohnern (Anmerk. Redaktion: aktualisiert per 31.12.2012) auf einer Fläche von 84 Hektaren über dem kantonalen Durschnitt. Sie liegt ausserdem an einer sogenannten Entwicklungsachse. «Bis im 2030 dürfen wir in Root mit einem Wachstum von bis etwa 20 Prozent mehr Einwohnern rechnen», führte Küng aus. Kantonal gesehen dürfte die Einwohnerzahl um 60 000 bis in 17 Jahren steigen. Der Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements (BUWD) richtete seinen Blick auch auf den ganzen Kanton Luzern, der in Sachen Finanzeffizienz, intakter Arbeitsmarkt und günstiges Kostenumfeld über dem schweizerischen Durchschnitt liege. «Nicht so gut sind wir in der Innovation», fügte er an. Sorgen vielmehr Angst bereitet dem Regierungsrat die verkehrstechnische Entwicklung. Alleine der ÖV habe innert eines Jahres eine Steigerung von 7,3 Prozent erfahren. Robert Küng unterstrich die Bedeutung eines Tiefbahnhofes Luzern mit «Wir brauchen einen solchen grossen Wurf». Beiläufig bedauerte er die Begleiterscheinungen im Zusammenhang mit der Sanierung der Kantonsstrasse K17 in Root und dankte zugleich für das Verständnis. Zum Abschluss meinte Robert Küng als Energiedirektor: «Ich stellte fest, dass Root nicht in der Energiestadt dabei ist und das Energielabel nicht hat.»

Fernwärme bis ins Rontal
Hinlänglich bekannt ist, dass die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Ibach durch die neue KVA in Perlen ersetzt wird. «Wir rechnen damit, dass Ende 2014 der letzte Güselsack in Ibach verbrannt wird», erläuterte Markus Keiser, Leiter Energiedienstleistungen der EWL (Energie Wasser Luzern). Die KVA Ibach ist auch ein Fernwärmelieferant. Nun möchte die ewl mit Partnern eine neue Fernwärme aufbauen und das Fernwärmenetz erweitern. Als eine Quelle käme die Swiss Steel AG in Emmen in Frage, die zugleich auch einen Teil ihres Areals für eine Energiezentrale zur Verfügung stellen würde. Die Nutzung der Wärme der neuen KVA Perlen hat die ewl ebenfalls ins Auge gefasst. Beide Projekte würden den Verbrauch von 10 Millionen Liter Heizöl ersetzen. «Wir hoffen, dass die ersten Kunden in Root im 2016 erschlossen werden können», äusserte Markus Keiser. Er zeigte auch ein paar Vorteile auf: «Der Bezug ist einfach und bequem. Man muss sich nicht mehr selber um die Beschaffung kümmern.» Der Preis würde zwischen 9 bis 22 Rp pro kW/h liegen. «Neun Rappen werden wir im Rontal nicht hinkriegen, aber sicher unter 22 Rappen», merkte Keiser an. Ein Sprecher der IG Fernwärme bekundete daraufhin, dafür einzustehen, dass die Fernwärme für Root bezahlbar sein wird.

Neubauten und Sanierungen
In Root tut sich in Sachen Bauten einiges, wie den Ausführungen des Gemeinderates Pitsch Ineichen zu entnehmen war. Die Coop plant eine neue Tankstelle in der Nähe des D4 Business Village Luzern. Hier wiederum ist die Baubewilligung für das neue Gebäude «Square One» erteilt. Erst wenn die Hälfte der Fläche von 15000 Quadratmeter vermietet ist, wird gebaut. Offen bleibt wie es mit dem Projekt Hengstacker weitergeht wie auch mit dem Gebäude Auto Macchi. «Wir sind auf einem sehr guten Weg», sagte Ineichen hinsichtlich des Gestaltungsplanes Root Dorf und ergänzte: «Dutzende Leute arbeiten mit.» Zum Riesenprojekt Renergia korrigierte er: «Viele sagen, es sei eine KVA – das ist aber ein Riesenkraftwerk. Damit wird die Schule mit Fernwärme beliefert. Das wurde bereits verhandelt.» Weiter sind am Brunnmattweg Mehr- und Einfamilienhäuser geplant. Zum Bauland Oberfeld fand ein Studienwettbewerb statt. Das Gewinner- wie auch die anderen Projekte liegen vom 2. bis 10. Mai zur öffentlichen Einsicht im Gemeindehaus auf. Geplant sind auch etliche Sanierungen so in den Siedlungen Hagenmatt, Postmatt sowie am Rosen- und Pilatusweg. Gespräche suchte der Gemeinderat auch mit der Firma Fredag zur Verminderung von Geruchsimmissionen. Erste Massnahmen seien getroffen worden. Eine spezielle Beobachtung machte Pitsch Ineichen im Rahmen der K17-Sanierung: «Einige Geschäfter nutzten die Gelegenheit Parkplätze zu schaffen.» Der Bauvorsteher der Gemeinde Root klärte ferner darüber auf, dass bei einigen Strassenübergängen anstelle der einstigen Ampeln eine Mittelinsel mit Fussgängerstreifen entstehen werden. «Gemäss BFU ist das die sicherste Variante», ergänzte er. Unterschiedlich wurden anschliessend die drei verschiedenen Vorträge beurteilt. Interessantes – so ergab eine spontane Umfrage – vermittelten am zweiten «Schwerpunkt Root» alle drei Redner.

1 aufhänger root Schwerpunkt1
Robert Küng, Regierungsrat:
«Wir brauchen einen grossen Wurf wie den Tiefbahnhof Luzern.»

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Markus Keiser, Leiter Energiedienstleistungen EWL:
«Wir rechnen damit, dass Ende 2014 der letzte Güselsack in Ibach verbrannt wird.»

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Pitsch Ineichen, Gemeinderat:
«Wir sind mit dem Gestaltungsplan Dorf auf sehr gutem Weg.»