Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Wann übernehmen die Maschinen?

Root: Ein weiteres Highlight in der Reihe der D4 Top Events erlebten 150 Gäste. Ein Blick in die Zukunft, dazu auch viele offene Fragen bleiben nach dem spannenden Referat von Professor Dr. Klaus Mainzer, Komplexitätsforscher und Technikphilosoph aus Bayern, in Erinnerung der Zuhörer.

150 Gäste folgen dem spannenden Referat des Komplexitätsforschers und Technikphilosophs. Bild Roberto Conciatori

150 Gäste folgen dem spannenden Referat des Komplexitätsforschers und Technikphilosophs.
Bild Roberto Conciatori

«Ich bin froh, dass keine Maschine an diesen Anlass delegiert worden ist, und Sie als Mensch hier anwesend sind.» Mit diesen Worten begrüsste Center Leiter Bruno Kunz den Gastreferenten Professor Dr. Klaus Mainzer, Komplexitätsforscher und Technikphilosoph, am Dienstagabend im D4 Business Village Luzern in Root. Neugierig gemacht hatte der Titel des Referates 150 Gäste. Im Vorfeld nach seinen Erwartungen gefragt antwortete Guido Bodmer, Luzern: «Der Vortrag soll auch für Laien verständlich sein. Und ich bin mir durchaus bewusst, dass KI real ist und nicht mehr als Hirngespinst abgetan werden darf.»

Dr. phil. René Stettler Kulturwissenschaftler und Kulturmanager führte in den komplexen Stoff ein. Das Internet hat mittlerweile eine zentrale Stelle in unserem Lebensalltag. Menschen, Dinge und Maschinen sind vernetzt. Denken wir dabei an die Logistik, den Flugverkehr, Drohnen und Satelliten. Wird die Computertechnik aber intelligenter werden als wir Menschen? Werden Menschen gegenüber Maschinen verlieren?

Gastreferent Professor Dr. Klaus Mainzer im Gespräch mit Moderator Dr. phil. René Stettler nach dem Referat auf der D4 Event Bühne. Bild Roberto Conciatori

Gastreferent Professor Dr. Klaus Mainzer im Gespräch mit Moderator Dr. phil. René Stettler nach dem Referat auf der D4 Event Bühne.
Bild Roberto Conciatori

Maschinen sind emotionslos
Ein «Jein» dürfte diese Frage wohl am ehesten annähernd beantworten, fasst man die Ausführungen von Professor Mainzer zusammen. Zwar gibt es bereits Maschinen, die gegen Schachweltmeister, Go-Koryphäen (Japanisches Brettspiel) oder Pokerprofis gewinnen können. Dies aber nur dank der enormen Speicherkapazität und den dadurch Millionen von möglichen Spielvarianten die der Maschine zuvor programmiert wurden. Und die nun in Sekundenbruchteilen abrufbar sind.
Die Energie einer Kleinstadt wird dafür eingesetzt, das menschliche Hirn hingegen kommt im Vergleich dazu mit einer Sparlampe aus. Und Emotionen sind keine im Spiel, es geht dabei um Erfahrung. Die haben auch spielende Menschen um bei diesem Beispiel zu bleiben. Nur kann der «Hirnspeicher» bei Menschen (noch) nicht beliebig erweitert werden, im Gegensatz zu Maschinen.

Achtung vor der Natur nicht verlieren
Trotzdem wir die Technisierung und Automatisierung fortschreiten. Statt Mensch zu Maschine, die Kommunikation von Maschine zu Maschine wird die Zukunft sein. Mit einer schrittweisen Automation der Produktion. Viele Arbeitsplätze werden sich erübrigen, neue aber auch entstehen. Wie Max Koch (Maxcom) im Anschluss bestätigte: «Bei jedem technologischen Fortschritt in unserem Unternehmen verschwanden zwar Arbeitsplätze. Gleichzeitig entstanden aber neue. Das zeigt sich daran, wie die Firma stets gewachsen ist.»

Und fügt an, dass er grosse Hochachtung vor der Natur hat. Deren «Super-Effizienz» sei nach wie vor bewundernswert und gebe uns viele Anregungen. Was Professor Mainzer auch am Beispiel der Ameisen- und Termitenstaaten aufzeigte. Die Intelligenz einer Termite reicht nicht aus, um einen Hügel zu bauen. Auch ein Mensch allein bildet keinen Staat – es ist das Kollektiv, das zählt.

Gastreferent Professor Dr. Klaus Mainzer (Mitte), Gastgeber Bruno Kunz (4.v.l.) und die Gewinner der Buchpreise, Claus Utz (von links), Mike Dittrich sowie Walter Steiger (rechts). Bild Roberto Conciatori

Gastreferent Professor Dr. Klaus Mainzer (Mitte), Gastgeber Bruno Kunz (4.v.l.) und die Gewinner der Buchpreise, Claus Utz (von links), Mike Dittrich sowie Walter Steiger (rechts).
Bild Roberto Conciatori

Würde des Menschen als Gesetz
«Governance, die menschliche Urteilskraft muss in unserer Hand bleiben. Und diese muss gestärkt werden, damit die KI nicht aus dem Ruder läuft», das Votum des Gastreferenten. «Ausbildung in Technik- und Humanwissenschaften ist gefragt». Denn es gilt kommende Generationen auf das exponentielle Wachstum vorzubereiten. Digital Natives sind da im Vorteil. Das wissenschaftliche Thema KI ist zwar der breiten Bevölkerung (noch) nicht bewusst. Wenn auch alle Schichten unbewusst damit konfrontiert werden und damit hantieren. Oder wer hat nicht mindestens ein Smartphone?

Die Grenze der KI sei ethisch zu ziehen, gibt sich Professor Mainzer überzeugt. Denn das Grundgesetz – die Würde des Menschen – sei unantastbar. «Ab und zu würde ich mir zwar einen ‹intelligenteren› Laptop wünschen. Der mir, wenn ich nicht gut drauf bin, die Tippfehler verzeiht statt sie konsequent zu korrigieren», gibt Mainzer leicht schmunzelnd eine Befindlichkeit preis.
«Toll, dass eine Zentralschweizer Organisation einen solchen Vortrag, weit in die Zukunft schauend, organisiert hat», sagte Alex Bruckert, ehemals Direktor der Handelskammer nach dem Anlass. Er habe zwar nicht alles verstanden, es seien Fragen offen, er nehme aber auch viele Denkanstösse mit. Für Walter Steiger, Meggen, war der Event eine «Motivations-Atombombe» und habe grosses Interesse geweckt. Er ist sich sicher, dass die exponentielle Entwicklung der Menschheit mehrere Zukünfte und mehrere Welten bescheren werde. Er wolle das Thema in der Literatur weiter vertiefen, auch wenn heute vieles noch unvorstellbar sei. Eine erste Gelegenheit dazu bekam er mit einem von Professor Mainzer signierten und vom D4 offerierten Exemplar, ebenso Claus Utz, Weggis, und Mike Dittrich, Adligenswil. Sie waren die schnellsten, die sich auf eine Leseraktion im Rigi Anzeiger gemeldet hatten.
Nächster D4 Top Event:
23. März:«Megatrend Selbstversorgung. Was bringen Urban Farming und Urban Gardening der Umwelt und der Gesellschaft?»
Infos: www.d4business-village.ch/de/news_und_events

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