Rigi Anzeiger
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Warnungen stellen sich als nichtig heraus

Nun weile ich bereits seit knapp vier Wochen in Bangkok und habe mich sehr gut eingelebt. Die negativen Vorhersagen aus meinem Umfeld sind zum Glück grösstenteils nicht eingetroffen.

So hatte ich beispielsweise noch nie das Gefühl, mich hier eines Tages nicht mehr beschäftigen zu können. Die Liste mit den geplanten Aktivitäten ist trotz zahlreichen Museumsbesuchen, Tempelbesichtigungen, Flussfahrten, Spaziergängen durch Bangkoks Parks, Einkaufsbummel auf den grossen Märkten und im Siam-Shoppingcenter sowie dem Austesten von neuen Gerichten um einige weitere Punkte ergänzt worden. Die pulsierende Stadt begeistert mich und ich möchte möglichst viele Facetten der Metropole kennenlernen. In nächster Zeit habe ich unter anderem vor, nach der National-Galerie zwei weitere Kunstmuseen zu besuchen, ein Theaterstück und eine Aufführung des thailändischen Philharmonie-Orchesters zu sehen, einem Muay-Thai-Kampf beizuwohnen und nach einigen Abstechern in die bei Touristen beliebten Partystrasse Khao San mehr mit Einheimischen zu feiern. Daneben würde ich nach Semesterende auch gerne andere Städte, Ortschaften und Inseln Thailands bereisen.

Austauschstudenten wurden vor dem Essen auf Bangkoks Strassen gewarnt.

Austauschstudenten wurden vor dem Essen auf Bangkoks Strassen gewarnt.

Auch Magenprobleme, unter denen einige Bekannte nach einem Aufenthalt in Bangkok zu leiden hatten, sind mir bis zum heutigen Tag erspart geblieben. Ein anderer Austauschstudent aus den USA erzählte, dass ihn sein Hausarzt davor gewarnt habe, Street Food zu essen. Genau dies tut jeder von uns jedoch täglich mindestens zwei Mal und wir verspürten beide noch keinerlei Anzeichen von Übelkeit. Die Hygienezustände an den meisten Essensständen kann man selbstverständlich nicht mit Schweizer Standards vergleichen aber die Besitzer der mobilen kleinen Imbissbuden bemühen sich um Sauberkeit. Sie wischen regelmässig Tische ab, spülen Geschirr und reinigen die Arbeitsflächen.
Von den politischen Unruhen ist nicht viel zu spüren. An einigen Strassenecken stehen Mitglieder des Militärs. Diese habe ich als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt. Als ich einmal die Karte des ÖV-Netzes studierte, kamen gleich zwei Männer in Uniform und halfen mir, die richtige Station zu finden. Auch beim Überqueren der Strasse waren mir schon Militärmitglieder behilflich, indem sie die Autos stoppten, die normalerweise auch bei Fussgängerstreifen nicht anhalten. Eine weitere Auswirkung der Unruhen ist die frühere Schliessung von Nachtklubs. Laut meinen thailändischen Schulkameraden müssten die Partytempel der Hauptstadt ihre Tore bereits um zwei Uhr morgens schliessen. Offenbar nimmt man es damit aber nicht besonders genau, war ich doch schon mehrmals deutlich länger Party machen.
In einem Punkt stimme ich anderen Bangkok-Reisenden aber völlig zu: Tempel sind tatsächlich beinahe an jeder Strassenecke zu finden. Insgesamt soll es in der ganze Stadt über 400 der buddhistischen Gotteshäuser geben. Besuchte ich in den ersten Tagen noch völlig begeistert sämtliche Gotteshäuser und schoss Fotos aus allen erdenklichen Winkeln und Perspektiven, überlege ich mir inzwischen zwei Mal, ob ich nun wirklich schon wieder einen Tempel betreten soll oder mich nicht doch lieber direkt auf den Weg zum ursprünglich anvisierten Ziel mache.

Stephanie Sigrist aus Risch absolviert ein Austauschsemester in Bangkok und berichtet darüber regelmässig im Rigi Anzeiger.

 

E-Mail aus Bangkok 1: Nächster Halt Tempel und Abgase 

E-Mail aus Bangkok 2: Warnungen stellen sich als nichtig heraus 

E-Mail aus Bangkok 3: Autorität der Lehrer ist unangetastet 

E-Mail aus Bangkok 4: Nur kleine Wolken über Bangkok 

E-Mail aus Bangkok 5: Bequeme Thais und hinterlistige Tuktukfahrer

E-Mail aus Bangkok 6: Wehe dem, der den König nicht ehrt

E-Mail aus Bangkok 7: Rollerunfälle sind Todesursache Nummer eins

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