Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Warum «Rotsee» und «Rotkreuz» aber «Root»?

Von Menschen, die nicht in der Zentralschweiz leben, werde ich oft gefragt, warum in unserer Region «Rot» einmal mit einem «O» oder dann mit zwei «O» geschrieben werde. Ich muss dann immer die Achseln zücken und den Kopf schütteln und ihnen erklären, dass ich keine Erklärung habe.

Felix von WartburgBeim Rotsee ist es relativ einfach. Vermutlich haben Rotalgen dem Rotsee den Namen gaben. So wie sich der von Ruderern in aller Welt als «Göttersee» vergötterte See heute präsentiert, war er nicht immer. Er war während vielen Jahrzehnten – noch im 20. Jahrhundert – die Abwasserkloake der Luzerner Stadtquartiere Wesemlin und Maihof. Das Flüssige das sich darin ansammelte, floss durch die Ron (warum nicht Rotsee-Aa oder Rooter Aa?) durch Ebikon und Dierikon nach Root und von dort in die Reuss. Absolut ungeklärt und stinkend natürlich. Vermutlich fühlten sich damals weder Jogger noch Wanderer oder Ruderer zu diesen Gewässern hingezogen.

Beim Namen Rotkreuz war eine ehemalige Zollstation die Namensgeberin. Sie stand neben dem Wirtshaus «Zum Rothen Kreuz». Um 1860 entstand dort eine Bahnstation mit dem Namen Rothkreuz. Die Gemeinde Root hingegen verdankt ihren Namen einem Herrn Ulricus de Rota, der im unteren Rontal ansässig war und 1236 als Zeuge in einer Kaufurkunde des Klosters Engelberg erwähnt wird.

Ich hätte nichts dagegen, wenn bei den Ortsnamen unserer Region Einheitlichkeit geschaffen würde, also Rootsee, Rootkreuz und Root. Oder vielleicht eher Rotsee, Rotkreuz und Rot?

Bei der Frage nach dem Namen Rotsee erzähle ich oft die Geschichte, wie der Blausee im Berner Oberland zu seinem Namen kam: Ein hübsches Berner Meitschi mit blonden Zöpfen und Augen so blau wie ein Bergsee, bekam ihren Angebeteten nicht. Darauf setzte es sich auf einen Stein und weinte so lange, bis ein See aus blauen Tränen entstand. Ich hab’s in vielen Varianten versucht, aber beim Rotsee funktioniert diese Geschichte nicht.

Felix von Wartburg, Chefredaktor