Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Kolumne: Was nun?

Der Montagabend war für die Tochter fest gebucht. Und nicht nur für sie. Der Serienabend hat unzählige Fans vor den Fernseher gezogen, Woche für Woche. Desperate Housewives haben Millionen zu Serienjunkies gemacht. Vier Freundinnen Susan, Gaby, Lynette und Bree aus einem biederen amerikanischen Städtchen, menschliche Schwächen in Schönheit zelebrierend. Liebe, Intrige, Lust, Leid, Leidenschaft, Dummheit, Putzfimmel, Drama, Mord und Totschlag. Das ist der Stoff, aus dem die Montagsträume sind. Insgesamt 23 Episoden dauerte diese achte Staffel. Nun flimmerte die letzte über den Bildschirm. Aus und vorbei, fertig.

Und nun? Hoffentlich ist die Depression nur vorübergehender Natur. Die Chancen hierfür stehen eigentlich gut: Das Fernsehen sorgt zu gewohnter Sendezeit für Nachschub, öffnet den Blick durchs Schlüsselloch von Dani Santino, Ehefrau, Mutter und Psychologin, die im eigenen Bett betrogen wird. Geschichten aus dem wahren Leben.

Ansonsten gäbe es noch die Literatur. Den Hinweis zum ultimativen Buchtipp registriere ich mit einiger Verwunderung, stammt er doch aus Mund einer jungen Dame, die nicht unbedingt den Ruf einer Leseratte geniesst. «Shades of Grey» ein Weltbestseller, der von einer Frau erzählt, die sich lustvoll einem Mann unterwirft. Geschrieben von der 49-jährigen Erika Leonard unter dem Pseudonym E.L. James. Das Buch ist heiss umstritten. Von einer Autorin mit mangelndem Sprachtalent ist die Rede, «von Mommy Porn», einem «billigen Groschenroman mit hohem Geschlechtsverkehrsquotienten», einem «Arztroman ohne Doktor, dafür mit Doktorspielchen». Erstaunlicherweise finden sich die Rezensionen in äusserst renommierten Zeitungen und Zeitschriften. Das muss am Verkaufserfolg liegen. Weltweit sollen bereits über 25 Millionen Exemplare verkauft worden sein. Das macht die Autorin zur reichen Frau und unsere junge Hausfreundin zur Leserin. Ersteres ist mir egal, aber letzteres freut mich. Die Frau liest tatsächlich.

Linda Kolly

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