Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Was wird in der Arbeitswelt erwartet?

Meggen: Insgesamt 20 Ateliers standen den Erst-Sekundarschülerinnen und -schülern beim Lehrstellenparcours 2016 in Meggen zur Auswahl. Welche Leistungen und Haltungen beim Absolvieren einer Lehre von den Auszubildenden gefragt sind, haben die Leiter und Leiterinnen der Ateliers immer wieder hervorgehoben.

Die Stromwelt
Um 8.15 Uhr hat der Geschäftsleiter der Bonetti Elektro AG, Meggen, Kilian Amrein, eine Dreiergruppe von Erst-Sekundarschülern in seinem Betrieb begrüsst. Vor dem Unternehmen stand ein Baustellenfahrzeug mit sechs Plätzen zur Besichtigung bereit. Patrick Müller, der stellvertretende Geschäftsleiter, lüftete das Geheimnis um die vielen Materialien, die in einem solchen Fahrzeug zur Verfügung stehen: Akku-Bohrer, Schraubenzieher, Zangen, Klemmen, Briden, Kabel, Installationsschläuche, Helm, Spezialschuhe. Auch Besen und Schaufel kommen immer mit. Die Arbeitsstelle wird immer gereinigt verlassen. Dann ging’s eine Treppe hinunter in den Betriebs- und Aufenthaltsraum. Hier zeigte der Geschäftsleiter den Jugendlichen weiteres Material, das für den Beruf des Elektroinstallateurs von Bedeutung ist: eine komplette Sicherheitsausrüstung, Haussteuerungen, verschiedene Leuchtmittel, multimediale Netze und Überprüfungsgeräte. Anschliessend erläuterte er anhand von zwei Schautafeln die Voraussetzungen und die Ausbildungslehrgänge zum Montage-Elektriker EFZ und Elektroinstallateur EFZ. Bei einer offerierten Pausenverpflegung zeigte Kilian Amrein die Struktur der Maréchaux-Gruppe auf, zu welcher auch der Betrieb Bonetti gehört. Er verwies auf die sorgfältige Lehrlingsausbildung und -betreuung und die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten. Gesucht seien junge, dynamische und innovative Leute. In einem Gespräch erklärten die drei Sekundarschüler Samuel, Olivier und Nicolas, dass sie sich den Antritt einer Lehre in der Stromwelt vorstellen könnten. Geschäftsleiter Kilian Amrein meinte zur Teilnahme am Lehrstellenparcours: «Ich freue mich, wenn Megger Schüler Interesse am Betrieb haben und allenfalls bei uns eine Lehrstelle antreten. Die Jugendlichen erlebe ich zwar eher zurückhaltend, aber grundsätzlich interessiert.»

Unter Anleitung durften sich die Jugendlichen gegenseitig den Blutdruck messen. Text & Bild jp

Unter Anleitung durften sich die Jugendlichen gegenseitig den Blutdruck messen. Text & Bild jp

Pflege und Begleitung
Um 10.15 Uhr betrat eine Gruppe von fünf Mädchen und einem Knaben die Räumlichkeiten der Hirslanden Klinik an der Huobmattstrasse. Keine Werkstatt, sondern hygienisch saubere Räume. Beim Eintritt in die Patientenabteilung hiess es denn auch, die Hände zu desinfizieren. In einem freien Patientenzimmer konnten sich die Jugendlichen in Sessel setzen und einen Fernseh-Filmausschnitt mitverfolgen, welcher ein eher verzerrtes Bild vom Geschehen in einem Patientenraum zeigte. Darauf stellte die Ausbildungs-Verantwortliche die Frage an die Gruppe: «Wie stellt ihr euch den Betrieb im Spital vor? Was müsst ihr während eines Tages mit den Patienten machen?» In Zweiergruppen folgten die Antworten: «Die Patienten betreuen, zum Spazieren führen, verpflegen, Spritzen und Medikamente geben, Untersuchungen durchführen und administrative Arbeiten erledigen.» Bei der Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit sind Team- und Kommunikationsfähigkeit, Geduld und Respekt, Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft gefragt. In einem nächsten Schritt galt es, im Team sich gegenseitig die Zähne zu putzen, die Beine oder Arme zu waschen und den Blutdruck zu messen. Das Waschen der Beine stiess bei einem Team bereits auf Skepsis, auf Ablehnung. Also versuchte man die anderen Aufgaben zu lösen. Sereina meinte: «Ich habe dieses Atelier gewählt, weil ich gerne mit Leuten zusammenarbeite und ihnen gerne helfe.» «Ich könnte mir vorstellen, dass ich in dieses Berufsfeld eintrete, weil ich gerne mit Menschen arbeite. Der soziale Bereich liegt mir am Herzen», äusserte sich Rinora.

Farbe und Pinsel
Um 11 Uhr sah man zwei Burschen, die mit einem kleinen Pinsel in der Hand ein Mandala ausmalten. Eine einfache Sache – denkt man im ersten Moment. Doch die Ansprüche an Genauigkeit sind hoch. Die Geschwister Andrea und Thomas von Ah, welche die Geschäftsleitung inne haben, betreuten und unterstützten Giuliano und Jonas, welche dieses Atelier gewählt hatten, bei ihrer Testarbeit. Chef Thomas von Ah wies auf Möglichkeiten hin, wie man den Pinsel richtig ansetzen kann, dass eine saubere Abgrenzung erreicht wird. Oder man könne das Blatt drehen, wenn man mit der Pinselführung Probleme habe, ergänzte Andrea von Ah. Alles Tipps, die das Arbeiten erleichtern. «Wer mit einem kleinen Pinsel nicht sauber arbeiten kann, kann es auch mit einem grossen nicht!» meinte Thomas von Ah. Dass auch im Malerberuf Anforderungen gestellt werden, wie Fleiss, Ausdauer und Genauigkeit, erlebten die Sekundarschüler in diesem Atelier. Zur Teilnahme am Lehrstellenparcours sagte Thomas von Ah: «Für die Jugendlichen ist gut, dass sie erleben können, welchen Beruf sie allenfalls wählen möchten. Sie erleben in Workshops verschiedene Berufe und können daher besser entscheiden, was ihnen zusagt. Ich bin immer gerne bereit, beim Lehrstellenparcours mitzumachen. Die Jugendlichen sind interessiert. Sie stellen gute Fragen, auch zu verwandten Berufen, wie Schriftenmaler oder Restaurator. Zwei der Jugendlichen erwähnten, dass sie sich einen Einstieg in die Welt der Farben vorstellen könnten.»

Firmen, die am Megger Lehrstellenparcours 2016
Ateliers angeboten haben:

Atelier 1: Lötscher Architektur
Atelier 2: Autowelt Meggen AG
Atelier 3: Autohaus Imholz AG
Atelier 4: solum boden GmbH
Atelier 5: Bonetti Elektro AG
Atelier 6: CKW Conex AG
Atelier 7: Seniorenzentrum Sunneziel, FAGE
Atelier 8: Hirslanden Klinik
Atelier 9: Gemeinde Meggen,
Betriebsunterhalt
Atelier 10: Villiger Arnosti, Garbenbau
Atelier 11: Gemeindeverwaltung
Atelier 12: Seniorenzentrum Sunneziel, KV
Atelier 13: Kurhotel Sonnmatt
Atelier 14: Seniorenzentrum Sunneziel, Koch
Atelier 15: von Ah AG, Maler
Atelier 16: Buholzer Marcel AG
Atelier 17: Krieger Rolf AG, Schreiner
Atelier 18: Coiffure Beauty Hairstylist
Empire of Hair
Atelier 19: Scherer & Bühler AG,
Weintechnologie
Atelier 20: Krieger Rolf AG, Zimmermann