Rigi Anzeiger
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Weggiser Brennerei holt Gold und Silber

Weggis Die Brennerei Stalder in Weggis hat erfolgreich an der «Distissiusse» teilgenommen, einer strengen Fachprüfung für Schnapsbrennereien. Stalders «Mirabellen» und «Wildpflümli» wurden mit Gold ausgezeichnet, der «Vieille Prune» und «Rigi-Kirsch» mit Silber.

Xaver und Regula Stalder aus Weggis sind stolz auf ihre Brennerei-Produkte die mit zwei Mal Gold und zwei mal Silber ausgezeichnet wurden.

Xaver und Regula Stalder aus Weggis sind stolz auf ihre Brennerei-Produkte die mit zwei Mal Gold und zwei mal Silber ausgezeichnet wurden.

Wir haben den Landwirtschaftsbetrieb der Stalders auf der Grenze von Weggis zu Greppen besucht. Xaver Stalder erzählt: «Unser Bauernhof wurde schon 1910 erbaut. Schon damals war eine Schnapsbrennerei integriert, erst betrieben vom Grossvater, dann vom Onkel und 1989 übernahm ich die Brennerei, damals noch als Zusatzgeschäft zur Milchvieh-Wirtschaft. Als sich mein Vater mit 80 Jahren zurück zog, war es mir nicht mehr möglich, Brennen und Milchwirtschaft miteinander zu betreiben. Ich trennte mich von der Milchwirtschaft.»

Am Anfang der Brennerei-Tätigkeit lieferte Stalder seine Produkte an Grossabnehmer und Händler. Das sei aber nicht lukrativ gewesen, sagt Stalder. Also wagte er den Direktverkauf. Anfangs habe er damit nichts verdient, weil Flaschen, Etiketten, Gebinde und auch eine neue Brenn- und Abfüllanlage angeschafft werden mussten. Aber schon bald habe sich ein kleiner Erfolg eingestellt. Er erinnert sich: «Die ersten Produkte «Träsch», «Zwetschge» und «Chrüter» kamen in der Region gut an, brachten aber noch nicht den erhofften Erfolg.

Süsse Schnäpse brachten Durchbruch
Stalder weiter: «Bestärkt durch die kleinen Absatzerfolge fingen wir an, süsse Schnäpse zu brennen, zuerst den «Vieille Prune». Der kam bei Privaten, Restaurants und Hotels auf Anhieb sehr gut an. Das ermunterte uns. Es folgten der «Vieille Williams» und «Entebüsi». Weitere Produkte waren «Vieux Kirsch» und «Rosenlikör». Vor einem Jahr hat Stalder den ersten Whisky gebrannt. Der müsse noch zwei Jahre im Fass lagern, bis er etwas daraus entnehmen könne, meint Stalder. Auf die Frage, was die gehobene Qualität seiner Produkte ausmache, antwortet er: «Das Wichtigste ist, nur qualitativ beste Früchte zu verwenden. Pflümli und Mirabellen beispielsweise werden bei mir in Folien oder Netzen aufgefangen, damit sie nicht mit dem Boden in Berührung kommen. Das erleichtert die Ernte und erlaubt eine exakte Inspektion und Triage. Die Qualitätsansprüche fangen hier an und zeigen sich schliesslich im Endprodukt.

Ein Beruf ohne Lehre
Erstaunlich ist, dass man das Schnapsbrennen an Landwirtschaftlichen Schulen nur in Grundzügen erlernen kann. Das dort vermittelte Basiswissen ist aber bei weitem nicht genügend, um Spitzenprodukte zu erzielen. Überliefertes Wissen, der faire Austausch unter Gleichgesinnten und viel Herzblut und Leidenschaft sind die Grundlagen für Spitzen-Erzeugnisse. Es ist wie in der klassischen Musik. Je nach Dirigent wird aus einer Partitur etwas Akzeptables oder ein Meisterwerk.
Text & Bild Felix von Wartburg