Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Weihnächtliche Geschichten

Persönlichkeiten aus der Region erzählen uns von ihren schönsten Erlebnissen zu Weihnachten.

Claudia Bernasconi, Gemeindepräsidentin, Greppen

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Claudia Bernasconi

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk? Mit dieser schwierigen Frage beschäftige ich mich schon seit einigen Tagen. Sind das die liebevoll selbstgebastelten Geschenke aus Nudeln, die farbigen Steine oder die Kunstwerke aus Papier-Mache meiner Kinder? Sind es die Lego-Bausätze, die mein Bruder und ich von meinen Eltern erhalten haben, bei denen jeweils die gesamte Familie schlussendlich den Weihnachtsabend auf dem Boden sitzend neue Kunstwerke baute? Mein Fuchs, welcher mir über das Heimweh in den Schullagern hinweghalf? Oder sind es die vielen wunderschönen Erinnerungen an Begegnungen und harmonischen Stunden? Ich weiss es nicht… und ich möchte keins davon missen.

 

Igi Bühler, Rentner und Komiker

Igi Bühler

Mein schönstens Weihnachtsgeschenk bekam ich von meinem schwulen Sohn. Hoppla, schwul darf man sicher nicht mehr schreiben. Korrektur: Obwohl er nicht schwimmen kann, kommt er vom anderen Ufer. Egal, er schenkte mir so ein elektronisches Buch, man nenne dies auch I-Buck. Da ich aber nicht nur ein Buch haben und nur immer das Gleiche lesen wollte, kaufte ich mir selber noch 50 I-Bucks dazu. Das eine I-Buck hat mein Sohn da in diesem weissen Zeppelin gekauft, da war ich auch schon einMALL. Zudem bekam ich noch so einen Selfie-Schtick von ihm überreicht. Keine Ahnung, wozu das Ding gedacht ist, aber ich gewann damit mein erstes Golf-Tournier. Auch das moderne Schneidebrett für die Küche vom Modell Äipät ist ein Häiläit. Gut, nach dem ersten Waschgang in der Abwaschmaschine musste ich es entsorgen. Habs jetzt eingetauscht für eine WLAN-Duschbrause. Er wollte mir zudem Etwas schenken, was mich beim Surfen unterstützt. Ich lachte und sagte ihm, dass Rentner nur noch Pedalo fahren und nicht mehr Surfen. Aber was ich mir wirklich zu Weihnachten wünsche: All I want for Christmas is mei Ruh.

 

Carmen Holdener, Gemeinderätin, Meggen

Carmen Holdener_CVP

Weihnachten ist für unsere Familie die Ferienwoche zwischen Heiligabend und Neujahr. Besondere Tage, fast eine Art geschenkte Zeit. Zeit, die viel bewusster zum Verweilen und Geniessen, für Familie und Freunde, Hobbies und auch einmal für reueloses Nichtstun verfügbar ist. Kostbar ist sie unsere Zeit, weil vergänglich, was leider oft unter dem Jahr vergessen geht. Nicht umsonst sprechen wir von besinnlichen Tagen. Tatsächlich hat die Adventszeit etwas Mystisches, das mich immer wieder dazu bewegt, zu reflektieren und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Und so gesehen bin ich reich beschenkt, mit einer tollen Familie, lieben und treuen Freunden und guter Gesundheit.

 

Monika Dilger, Gemeindeamtfrau, Meierskappel

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Mein schönstes Weihnachtsgeschenk erhielt ich 1958. Ich war in der zweiten Sekundarklasse in Rotkreuz und war angemeldet für die 3. Sekundarklasse in Küssnacht a.R. In Rotkreuz gab es noch keine 3. Sek. In Cham gab es nur eine 3. Sek für Knaben. Um die 3. Sek in Küssnacht zu besuchen, mussten die Schüler eine portable Schreibmaschine mitbringen. So erhielt ich zu Weihnachten 1958 eine portable Schreibmaschine. Leider habe ich kein Bild von dieser Maschine. Es war keine Hermes. Den Namen weiss ich nicht mehr. Ich war so glücklich und habe sie natürlich zum Schlafen mitgenommen und bevor ich einschlief, habe ich probiert etwas zu schreiben.
Im Frühling 1959 besuchte ich dann die 3. Sek. in Küssnacht und die portable Schreibmaschine wurde auf dem Velogepäckträger jeweils an einem Dienstag in die Schule genommen. Die Ausbildung im Schreibmaschinenschreiben war dann aber sehr hart. Ich habe ganze Sonntag-Nachmittage verbracht eine ganze Seite fehlerfrei zu schreiben. Kaum war ich ganz unten beim Blatt und es gab einen Tippfehler, begann ich wieder von vorne mit Schreiben.

 

Erich Zumstein, Präsident Nationales Zentrum für Jugend, Musik und Theater (MuTh), Vitznau

Erich Zumstein

Zumstein Kopie

Die Vorweihnachtszeit wird auch gerne und überschwänglich als die besinnliche Zeit bezeichnet, obwohl sie meistens anders erlebt wird. Vielen kommt diese Zeit eher als stressig vor – schnell müssen noch liegengebliebene Arbeiten im alten Jahr erledigt werden, noch tausend kleine Sachen und Geschenke besorgt werden und…
….und dabei vergessen wird das Kostbarste auf unsere Welt zu benutzen, die Zeit!
Ein grosses Geschenk ist Zeit haben für den Alltag, um ihn in aller Ruhe meistern zu können. Drum sage ich nie «Ich habe keine Zeit». Ich möchte gerne Zeit nehmen für Dinge, die ich schon lange wieder oder neu machen möchte. Und dann möchte ich auch Zeit schenken. Ob dieses Geschenk an meine Töchtern geht oder an meine Enkelin, meine Geschwister, meine Nachbarn oder an einen Arbeitskollegen – jeder wird sich über dieses Geschenk freuen.
Mein persönlich schönstes Geschenk ist eine Uhr, die mir immer wieder zeigt, wie schnell die Zeit vergeht. Zugleich mahnt sie mich, die Sekunden, Minuten und Stunden des Tages sinnvoll einzusetzen und zu geniessen. Machen wir uns selbst eines der schönsten Weihnachtsgeschenke, in dem wir mehr Zeit genussvoll verbringen!

 

Käthy Ruckli, Gemeindepräsidentin Buchrain

KÑthy Ruckli_Foto Rigi Anzeiger

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Jahr für Jahr stand ein wunderschön geschmückter Christbaum in unserer Stube. Während wir Kinder uns für Heilig Abend bereitmachten, legte das Christkind Geschenke unter den Baum. Wir liessen uns freudig überraschen von einem Buch, einem Winterpulli und Schokolade. Und ich, ja ich erhielt immer ein Päckli mit einem Silbermesser, -löffel und -gabel von meinem Götti. Da er in Lausanne wohnte, sahen wir uns selten. Wenn wir uns trafen, sagte er: «Salut Mimi» und ich antwortete «salut parrain». Zu mehr reichte sein Deutsch und mein Französisch leider nicht. In der Sekundarschule lernte ich fleissig Französisch in der Hoffnung, endlich mit ihm sprechen zu können. Welche Enttäuschung! Sein «patois vaudois» (Waadtländer Dialekt) verstand ich immer noch nicht!
Leider lebt mein Götti nicht mehr. Umso grössere Freude habe ich an diesem Besteckset. Gedanklich bin ich bei ihm, wenn es unseren Tisch schmückt. So verbindet mich mein schönstes Weihnachtsgeschenk mit meinem Götti, den ich sprachlich nicht verstanden habe, der aber umso mehr einen festen Platz in meinem Herzen hat.

 

Damian Müller, Kantonsrat

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Damian Müller

Ich bin mit Herz und Seele Politiker. Und ich liebe gute Krimis. Das passt nämlich bestens zusammen, denn Spannung gehört in die Politik. Erinnern Sie sich nur an die Masseneinwanderungs-Initiative oder an das Radio- und Fernsehgesetz, wo man bis zum Schluss zittern musste, weil wenige Stimmen entscheiden. Und Politik gehört in gute Krimis. «Rütlischwur» von Michel Theurillat beispielsweise oder «Der Wille des Volkes» von Charles Lewinsky. Oder kürzlich die TV-Serie «Wilder». Krimis bilden Macht ab, oft auch Macht in Gesellschaft und Politik. Wenn mir also die Politik einmal Zeit lässt, geniesse ich gerne einen gescheiten Krimi. Da haben gute Freunde mir ein ganz besonderes Geschenk gemacht: «Apfel, Zimt und Todeshauch» heisst der Krimi, er kommt in einer Dose und ist aufgeteilt in 24 Portionen. Wie die Adventszeit. Für die Lösung muss ich nur noch zwei Tage warten. Meinen Bundeshaus-Krimi der Wintersession lesen Sie unter www.damian-mueller.ch