Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Wenn eine Kerze als Gurke daherkommt

Kinder kreieren in Root ihre eigenen Kerzen

Im Untergeschoss des Pfarreiheims Root fertigen Kinder, teilweise mit Eltern, unterschiedliche Kerzen an. Damit bereiten sie gleich dreifach Freude: Sich selber, denjenigen, denen sie die Kerze schenken und Menschen mit einer schweren Behinderung. Der Reinerlös des Kerzenziehens kommt nämlich heuer der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL zugute.

Mittwochnachmittag im Untergeschoss des Pfarreiheims Root: Die Stimmung ist fröhlich. Ein paar Mädchen und Knaben tunken Dochtfäden in den bis zu 70 Grad erwärmten Wachs unterschiedlichster Farben und anschliessend ins kühle Wasser. Sie wiederholen diese Prozedur Schicht für Schicht bis die Kerze die erwünschte Dicke hat.

Der 11-jährige Mirko aus Root kennt sich hier aus, macht bereits zum vierten Mal beim Kerzenziehen mit. «Ich finde das spannend und abwechslungsreich», sagt er. Zehn Kerzen kreiert er durchschnittlich in der Vorweihnachtszeit. Mindestens eine zündet er zuhause an, die anderen verschenkt er.

«Ich wurde in der Schule Gisikon auf das Kerzenziehen aufmerksam gemacht», verrät die achtjährige Luina aus Honau. Sie zieht ihre erste Kerze und will sie auf jeden Fall für sich behalten. Die 9jährige Chiara und 10jährige Carina aus Zug sind mit ihrer Mutter gekommen, weil sie Corinne Galante kennen, die gute Fee an Pietsch Dubachs Seite, der das Kerzenziehen in Root vor 25 Jahren ins Leben rief. «Interessant ist, dass zunehmend Väter und Onkel oder Göttis mit ihren Kindern zum Kerzenziehen kommen. Das war vor 15 Jahren noch nicht so», schildert er. Dubach und Calante helfen den Kindern, wie beispielsweise dem 8jährigen Timo beim Verzieren der Kerzen. Der 11jährige Livio versucht es an diesem Mittwochnachmittag zum ersten Mal, selber aus dem noch weichen Wachs eine Blüte zu zaubern. Das gelingt ihm sehr gut. «Für Weihnachten basteln wir fast alle Geschenke in der Familie selber», fügt Livio an.

Grösser und dicker wird jene Kerze, die der 12jährige Mauro zieht. Es ist eine Gurke. Er will, dass sie mindestens 1,3 Kilo schwer wird. Schon im letzten Jahr zog er eine Kerze in Form einer Gurke, die 200 Gramm leichter war. Und vor zwei Jahren war es sogar eine 1,3 Kilo schwere Orange. Mit seinen Kreationen, das ist klar, sorgt er für einen speziellen Überraschungseffekt.

Auch für Erwachsene

Das Kerzenziehen der Pfarrei Root wird sowohl Kindern wie auch Erwachsenen noch am Dienstag, 17. Dezember von 17 bis 19.30 Uhr sowie am Mittwoch, 18. Dezember, von 13.30 bis 16.30 Uhr angeboten. Gruppen müssen sich voranmelden. Mitbringen muss man lediglich ein Tuch, um die Kerze abzutrocknen sowie eine Kartonschachtel oder ähnliches für den Nachhause-Transport. Verrechnet wird die fertige Kerze nach ihrem Gewicht.

Weitere Auskünfte: Pfarrei Root, Pietsch Dubach, Schulstrasse 7, 6037 Root 041 455 00 62 oder 079 238 88 37 oder p.dubach@pfarrei-root.ch

 

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Chiara (l.) und Carina kamen zusammen mit ihrer Mutter aus Zug.

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1,345 Kilo wiegt Mauros «Gurke».

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Mirko ist schon das vierte Mal dabei.

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Livio hat die Kerze in seiner linken Hand selber verziert.

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Luina möchte ihre Kerze behalten.

 

700 bis 800 Personen nutzten das Angebot

Nachgefragt bei Pietsch Dubach, Initiant des Kerzenziehen in Root:

 

Pietsch Dubach, welche Bedeutung hat das Kerzenziehen für Sie?

Für mich hat das Ziehen von Kerzen verschiedene Bedeutungen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können damit innerhalb relativ kurzer Zeit ein individuelles, kreatives Geschenk fertigen. Als Katechet habe ich die Möglichkeit jedes Jahr mit zukünftigen Schülerinnen und Schülern eine Begegnung zu haben, die ausserhalb des Schulzimmers stattfindet. Pro Jahr wird das Angebot der Pfarrei Root von zirka 700 bis 800 Personen – inklusive Schulklassen – genutzt. Dabei kommen sehr viele Kontakte zustande, die in dieser Dichte sonst nicht möglich wären. Und interessante Gespräche. Da mit dem Reingewinn seit Jahren eine karitative Organisation unterstützt wird, eröffnet sich die Möglichkeit, diese den Kindern vorzustellen und sie darauf hinzuweisen, dass die Freude durch ihr Schaffen weiter geht.

Sie führen das Kerzenziehen bereits seit 25 Jahren durch. Gibts besondere Erinnerungen?

In erster Linie begeistern mich die Oh’s und Ah’s von Kindern, wenn eine Kerze aufgeschnitten und verziert wird. Die strahlenden Augen, und die Freude, die dabei zu spüren ist.

Vor einigen Jahren kam eine Männergruppe, alles ehemalige Schüler, in den Kerzenkeller. Während der Entstehung der sehr originellen Kerzen wurden Erinnerungen an die über 20 Jahre zurückliegende gemeinsame Schulzeit wach. Es war ein äusserst vergnüglicher Abend.

Vor zwei Jahren kam Wochen nach den Festtagen eine Grossmutter zu mir ins Pfarreiheim und bedankte sich sehr herzlich, dass sie von ihrem Enkelkind eine derart schöne Kerze als Geschenk am Weihnachtsfest bekommen hat. Tief beeindrucken mich auch immer wieder die Geduld und Kreativität der Jugendlichen, die wiederholt zum Kerzenziehen kommen.

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Timo lässt sich die Kerze von Pietsch Dubach verzieren.

 

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