Rigi Anzeiger
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«Wenn es sein muss, sind wir bereit»

Küssnacht: Martin Arnet ist seit Anfang 2017 Kommandant der Stützpunkt Feuerwehr Küssnacht. In seinem Rückblick auf das erste Amtsjahr nimmt ein Grossereignis einen ganz besonderen Stellenwert ein.

pd. amtl./red. Das erste Amtsjahr von Feuerwehr-Kommandant Martin Arnet begann gleich mit einem Paukenschlag: Am Montagnachmittag, 9. Januar 2017, brach in Haltikon ein Grossbrand aus. Er zerstörte auf dem Firmengelände der Schilliger Holz AG zwei Hallen. Die Feuerwehren standen mit einem Grossaufgebot aus drei Kantonen im Einsatz. Für die Brandbekämpfung führten sie Wasser aus dem Vierwaldstättersee mit Hilfe von zwei Helikoptern und drei verlegten Leitungen zu. Martin Arnet erinnert sich selbstverständlich noch sehr gut an dieses Grossereignis, «welches den normalen Rahmen unserer Tätigkeit gesprengt hat. Mein Vorgänger Mike Schwegler war als erster Offizier auf dem Platz und hat sofort den Einsatz übernommen. Danach wurde die Gesamteinsatzleitung aufgeboten, welcher Mike Schwegler als Bereichsleiter Feuerwehr angehörte.»

«Wir nahmen die grosse Aufgabe an»
Martin Arnet übernahm als frischgebackener Kommandant der Stützpunkt Feuerwehr Küssnacht die Einsatzleitung Feuerwehr an der Front von Mike Schwegler und war dort für die Koordination der Einsatzkräfte zuständig. Er erinnert sich: «Am Anfang standen wir natürlich vor einem riesigen Berg von Aufgaben. Obwohl wir mit der Zeit am Anschlag waren, liessen wir uns nicht erdrücken. Wir nahmen die grosse Aufgaben, bildeten verschiedene Abschnitte und setzten dort die einzelnen Feuerwehren ein. Das Zusammenspiel der bewährten Einsatzkräfte, welche alle nach dem gleichen Reglement arbeiten, brachte uns Sicherheit und die Gewissheit, dass wir diese Herausforderung erfolgreich meistern können. Wenn es sein muss, dann sind wir bereit.» Rückblickend betrachtet – so Martin Arnet – sei der Einsatz in Haltikon ein sehr gutes Beispiel für die wichtige überregionale Zusammenarbeit bei der Bewältigung eines Grossbrandes gewesen. Aus persönlicher Sicht habe er ebenfalls eine wichtige Erkenntnis gewonnen: «Nach dieser intensiven Zeit auf dem Areal der Schilliger Holz AG ist mir bewusst geworden, was es heisst Kommandant zu sein und Verantwortung zu übernehmen.»

Martin Arnet: «Der Einsatz in Haltikon war ein sehr gutes Beispiel für die wichtige überregionale Zusammenarbeit bei der Bewältigung eines Grossbrandes.» Bild zvg

Martin Arnet: «Der Einsatz in Haltikon war ein sehr gutes Beispiel für die wichtige überregionale Zusammenarbeit bei der Bewältigung eines Grossbrandes.» Bild zvg

 

Martin Arnet, wie sind Sie zur Feuerwehr gekommen?
«Ich bin an der Hofstrasse in Küssnacht aufgewachsen. Vis-à-vis wohnte Paul Sidler, welcher das Amt des Oberkommandanten der Feuerwehr bekleidete. Wenn er ausrückte und ich das Horn im Dorf hörte, hat mich dies schon beeindruckt. Ich hatte entsprechende Playmobil- und Legospielzeuge und sagte schon damals: Wenn ich einmal grösser bin, gehe ich in die Feuerwehr», erinnert sich Martin Arnet an seine Kindheit.

Mit welchem Alter sind Sie dann in die Feuerwehr eingetreten?
Das war mit 20 Jahren. Ich begann als Rekrut und lernte im ersten Jahr das Feuerwehrhandwerk von Grund auf. Danach folgten Einsätze im Atemschutz, in der Pikettgruppe und im ErstEinsatzElement. Dies waren alles Gruppen, welche bei Ernstfällen früh aufgeboten werden. Es war immer mein Ziel, dabei zu sein, um den Leuten unmittelbar helfen zu können.

Welches waren Ihre nächsten Karriereschritte?
Es folgten die Gruppenführerkurse, dann wurde ich Wachtmeister und nach Absolvierung weiterer Kurse Offizier. Das war mit 30 Jahren und nach zehn Jahren Zugehörigkeit zur Feuerwehr. Ich war während fünf Jahren Atemschutzchef-Stv im Bezirk, während drei Jahren stellvertretender Leiter des ErstEinsatzElements und während zwei Jahren leitete ich den Löschzug. Anfang 2017 durfte ich die Nachfolge von Kommandant Mike Schwegler antreten.

Was macht für Sie heute die Faszination der Feuerwehr aus?
Wir Feuerwehrleute möchten in erster Linie den Leuten helfen. Man weiss bei den Einsätzen nie, was man antrifft, und so ist der Feuerwehrdienst auch spannend. Dann hat es viel mit Technik zu tun und zudem lernt man in der Feuerwehr vieles fürs Leben. Man trifft Situationen an, mit denen man auch im privaten Bereich konfrontiert werden kann. Die Feuerwehr ist eine Lebensschule, welche mich als Mensch weiterbringt. Ich engagiere mich in meiner Freizeit, wachse an Situationen und erhalte auch wieder einiges zurück. Für mich ist die Feuerwehr ein sinnvolles Hobby im Dienste der Allgemeinheit.

Haben Sie in der Feuerwehr keine Nachwuchsprobleme?
Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir keine Nachwuchsprobleme haben. Unsere Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert bestens. Bei uns machen zurzeit auch drei Frauen mit, welche gut integriert sind.

Sie sind ganz offensichtlich Feuer und Flamme für die Feuerwehr. Wie hoch ist Ihr zeitlicher Aufwand dafür?
Der Aufwand hat sich in den letzten Jahren mit der Zunahme der Funktion gesteigert.
Zu den rund 45 Übungen pro Jahr kommen ca. 50 Einsätze, unzählige Stunden im Büro für die Vorbereitung der Übungen und weitere Engagements für die Feuerwehr.
Die Stunden für dieses ehrenvolle Nebenamt darf und kann man nicht zusammenzählen. Dieser Einsatz ist unter anderem auch meinem kulanten Arbeitgeber zu verdanken. Ich möchte es nicht unterlassen, an dieser Stelle allen Arbeitgebern für ihr Verständnis zu danken, wobei natürlich auch die Selbständig­erwerbenden in den Dank miteingeschlossen sind.
Die Aufgaben werden in Zukunft ja nicht weniger, Stichwort Südumfahrung Küssnacht. Mit der Südumfahrung kommt ein weiteres Einsatzspektrum auf uns zu. Das neue Aufgabengebiet muss beübt werden. Wir benötigen zusätzliches Material wie beispielsweise Doppelflaschengeräte für den Atemschutz, welche fix auf den Fahrzeugen verladen werden, sowie Überwachungs- und Beleuchtungsmaterial. Damit wir auf den Ereignisfall im Bereich der Südumfahrung vorbereitet sind, pflegen wir enge Kontakte mit der Bauleitung und führen Übungen durch.

Dann freuen Sie sich auf diese spannende, neue Aufgabe?
Einerseits ist es eine spannende und schöne Aufgabe, anderseits auch eine neue Herausforderung, der wir uns stellen müssen.
Zu Martin Arnet
Geboren: 1983
Zivilstand: ledig, in festen Händen
Wohnort: Küssnacht
Beruf: Production Engineer
gelernter Polymechaniker

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