Rigi Anzeiger
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Wenn ned jetzt – wenn denn?»

Urs Brunner besteigt als 55. Megger Fröschenzunftmeister den Thron

Das grosse Geheimnis zum Megger Jahresbeginn 2014 ist gelüftet: Urs Brunner, der Heimleiter des Alters- und Pflegeheims Sunneziel, ist der neue Fröschenzunftmeister. Am Samstag, 4. Januar 2014 erfolgte im Gemeindesaal die feierliche Inthronisation. Zusammen mit seiner Frau Silvia, Sohn Dominik und Tochter Andrea zählt Zunftmeister Urs Brunner auf eine tolle Fasnachtszeit.

Im Foyer des Megger Gemeindesaals tummelt sich eine grössere Gruppe von Leuten. Die einen lachen, andere erkennen Bekannte und begrüssen sich. Sie alle sind zu einem Wiener Abend eingeladen. Doch weit gefehlt. Das Rätsel löst sich im Gespräch. Heute geht die Inthronisation des neuen Megger Fröschenzunftmeisters über die Bühne. Der Name des zu erkürenden «Dorfkönigs» ist immer ein grosses Geheimnis. Deshalb müssen auch die geladenen Gäste auf eine falsche Fährte geführt werden. Punkt 18.20 Uhr tritt Zunftratspräsident Bernhard Gisler auf und bittet die Gästeschar zum Eingang des Gemeindesaals. In festgelegter Reihenfolge werden Verwandte, Bekannte und Freunde den Honoratioren der Fröschenzunft vorgestellt und mit Applaus willkommen geheissen.

Das neue Zunftmeisterpaar, Urs und Silvia Brunner mit Dominik und Andrea, sowie das neue Weibelpaar, Reto und Claudia Brun, begrüssen die Gäste in einem Spalier stehend im grossen Gemeindesaal. Unter majestätischen Klängen dürfen die Gäste und die Zunftherren mit ihren ehrenwerten Damen an grossen Banketttischen Platz nehmen, während dem neuen und alten Zunftmeisterpaar wie auch deren Weibelpaare die Ehre zufällt, auf einem reich dekorierten Podest in die Runde schauen zu dürfen.

Witzig und schlagfertig meldet sich Zunftpräsident Beni Gisler am Mikrofon und gratuliert Urs Brunner zur ehrenvollen Wahl als 55. Fröschenzunftmeister. Er skizziert den Lebenslauf des Erkorenen von der Lehre als Koch über die Absolvierung der Hotelfachschule bis zum diplomierten Heimleiter. Seine Partnerin Silvia wird als Fünfsternefrau gewürdigt. Sie ist in einem Teilpensum Lehrerin und frönt wie ihr Mann Urs dem Sport. Dann ist es am neuen Zunftmeister, seine Gäste im Saal kurz vorzustellen. Die Mutter, Schwester und Bruder, Bekannte und Freunde sind anwesend – und auch ein Ehepaar, nämlich Leute aus dem gleichen Wohnhaus wie Familie Brunner, hat eine «strategische» Einladung erhalten. Denn bei Zunftanlässen kann es ab und zu laut und spät werden, auch in der Wohnung des Zunftmeisters.

Dann kommt Bewegung in den Saal. Alle Zunftherren nehmen in voller Montur auf der Bühne Aufstellung. Der zu krönende Zunftmeister schreitet aufs Podest zu, wo ihn der Zunftmeister 2013, Pascal Feucht, erwartet. Feierlich übergibt der Altzunftmeister dem neuen Zunftmeister Urs Brunner die Zunftmeisterinsignien, als da sind die Kette, der Hut, das Zepter und der Ring. Mit Macht und Ehre ausgestattet nimmt Urs Brunner die Ovationen der Anwesenden entgegen und lässt sich im Zunftmeisterstuhl feiern und gratulieren. Mit der Behaglichkeit ist es aber bald zu Ende. Die Zunftmeisteransprache steht auf dem Programm. «Wie kann ich denn alle meine Aufgaben unter einen Hut bringen?» fragt sich Urs Brunner. «Die Heimleitung Sunneziel, der baldige Umzug mit den Betagten nach Weggis, die Familie, und jetzt noch das Zunftmeisteramt?» Mit seiner Gemahlin Silvia zusammen kommt er zum Schluss und gleichzeitig zum Fasnachtsmotto 2014:

Wenn ned jetzt – wenn denn?
Damit sind die Würfel gefallen.
Jetzt söll en rüüüüdigi Fasnacht arolle!

Rüüüüdig laut marschiert die Guggenmusig «Cocoschüttler» in den Saal ein. Wild gibt der Tambourmajor den Takt vor. Es kesselt, trompetet, trommelt und posaunt.

Wie auf Kommando erheben sich alle Zünftler und schiessen Luftschlangen über die gespannten Dekorationsdrähte im Saal. Ein Luftschlangenmeer gibt dem Saal ein neues Ambiente. Im kakaphonen Rhythmus der Cocoschüttler schunkeln die hoch geehrten Damen und Herren vor der Bühne hin und her und lassen die heissen Rhythmen in die Beine fahren.

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Die neue Zunftmeisterfamilie: Zunftmeister Urs Brunner, Gattin Silvia (links), Dominik und Andrea Brunner.

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Weibelpaar Reto und Claudia Brun

 

Ist der neue Zunftmeister attraktiv? Ja und nein!

Dies war eine der Fragen, die das heitere Beruferatenteam mit Robert Lembke – der bekannte Moderator dargestellt von Thomas Werner, Mitglied des Zunftrats – zu beantworten hatte. In einer spassigen Abfolge von Fragen wurde zuerst der ehemalige Zunftmeister Hans Nützi vom Rateteam als Babysitter auf die Schippe genommen, was zu vielen Lachern im Publikum führte. Und dann kam als Ehrengast Neuzunftmeister Urs Brunner zum Handkuss. Die Damen und Herren vom Rateteam, Guido, Annette, Hans und Marianne mussten natürlich die Maske aufsetzen. Für jedes Nein bekam der Ehrengast eine Flasche Zunftwein. Auf die Frage, ob der Ehrengast attraktiv sei, meinte der Spielmoderator Thomas Werner trocken und nass: Ja und nein – und er trank zur Verblüffung aller einen Schluck aus der Nein-Flasche. Trotzdem konnte der neue Zunftmeister sein Weindepot mit 10 Flaschen ergänzen. Wie weit diese im Zunftmeisterjahr reichen, konnte im Ratespiel wohl auch niemand beantworten. Mit einem Rückblick auf das vergangene Facefrosch-Jahr durch Beni Gisler und Pascal Feucht, mit einem Sonderauftritt des Megger Gemeindepräsidenten, Urs Brücker, mit einer Seifenblasen bildenden Trompete und Karbon-Alphorn, mit spassigen Einlagen der Patenzünfte, der Zunft an der Reuss L

uzern und der Egli-Zunft Horw, verstreicht der Inthronisationsabend in Eile. An den runden Tischen wird nicht nur diskutiert und gelacht. Aus der Küche von Lucas Rosenblatt gibt es kulinarische Köstlichkeiten – und die Mitternacht wird mit einer feinen Mehlsuppe angesagt. Mit einer kritisch-würzigen Gesamtrückschau auf den Abend durch Zünftler Christoph Felder geht die offizielle Inthronisationsfeier zu Ende – inoffiziell werden weitere Flaschen entkorkt.

Wie händ sis gmacht? Prima!
Uusgezeichnet!
Potzverrecktecheib!

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Altzunftmeister Pascal Feucht übergibt in einem feierlichen Akt die Zunftmeisterinsignien, die Kette, den Hut, das Zepter und den Ring an den Zunftmeister 2014, Urs Brunner.

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Der neue Zunftmeister auf dem ehrwürdigen Fröschenthron.

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Die «Cocoschüttler» dröhnen drauf los: Es kesselt, trompetet und posaunt!

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Der Auftritt der «Cocoschüttler» bringt die Fasnachtsgewaltigen in Stimmung.