Rigi Anzeiger
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«Wenn nötig, kommts vors Volk»

Daniel Gasser, Gemeindepräsident Ebikon

Der Gemeinderat von Ebikon will für die Gemeinde ein neues Führungsmodell. Viele Fragen dazu sind noch offen. Auch jene der Entscheidungskompetenz. Gemeindepräsident Daniel Gasser nimmt Stellung.

ebikon gasser

Daniel Gasser, der Gemeinderat will für die Gemeinde ein neues Führungsmodell – entweder Geschäftsführer oder Verwaltungsleitung. Ist hierfür eine Abstimmung vorgesehen?

Nein, die Entscheidungskompetenz liegt beim Gemeinderat. Parallel dazu wird aber eine Überprüfung der Gemeindeordnung durchgeführt. Falls es darin Änderungen gibt, kommen diese selbstverständlich vors Volk.

Sicher ist, dass die Pensen der Gemeinderäte von aktuellen 50–65 % auf rund 30 Prozent reduziert werden sollen. Führt das nicht unweigerlich zu einem Kontaktverlust mit der Bevölkerung?

Dies ist eine Frage, welche uns in der kommenden Klausur stark beschäftigen wird. Die Bevölkerungsbefragung im letzten Jahr hat gezeigt, dass die Bevölkerung eine hohe Präsenz des Gemeinderates wünscht. Durch den Wegfall von operativen Tätigkeiten entstehen aber auch neue Zeitgefässe.

Wie kann sichergestellt werden, dass die Gemeinderäte bei reduziertem Pensum stets über aktuelles Fachwissen verfügen?

In Zukunft bekommen Klausuren, Strategie- und Gemeinderatssitzungen einen noch höheren Stellenwert. Der regelmässige Austausch mit den Sachbearbeitern der einzelnen Fachbereiche muss gefördert werden. Dazu kommt die individuelle Vorbereitung der einzelnen Gemeinderatsmitgliedern.

Mindestens so wichtig ist die politische und wirtschaftliche Vernetzung zukünftiger Gemeinderäte, um die Gemeinde im regionalen Umfeld optimal positionieren zu können.

Welche Aufgaben wird der Gemeindepräsident im neuen Führungsmodell übernehmen?

Die Ausarbeitung des Führungsmodells ist Thema der Klausur im Februar.

Aus den Erfahrungen anderer Gemeinden im Kanton weiss man aber, dass der Präsident eine wichtige Scharnierfunktion gegenüber der Öffentlichkeit, anderen Gemeinden und den kantonalen Behörden hat. Zudem ist er in vielen Gemeinden dafür verantwortlich die strategischen Ziele des Gemeinderates auf die Verwaltungsleitung zu übertragen.

Wie hoch wird sein Pensum sein?

Alle definitiven Pensen der Gemeinderäte sind erst nach Abschluss der Detailplanung zu bestimmen.

Was erhofft sich der Gemeinderat von diesem Wechsel konkret? Wo liegen die wesentlichen Vorteile?

Jedes Führungsmodell birgt Chancen und Risiken. Diese wurden gemeinsam mit der Controllingkommission vertieft beleuchtet. Als Vorteile sehen wir in erster Linie:

• Die Vereinbarkeit von politischer und anderer Berufstätigkeit.

• Die Trennung von strategischer und operativer Tätigkeit.

• Die klare Fokussierung auf die strategische Ebene.

• Die Entpolitisierung der operativen Ebene

Wie sind die ersten Reaktionen auf den Strategiewechsel ausgefallen?

Bis jetzt bin ich lediglich privat auf dieses Thema angesprochen worden. In diesen Gesprächen spiegelt sich das ganze Spektrum von absoluter Zustimmung bis zur sehr kritischen Hinterfragung.

Wie wird die Umsetzung des neuen Führungsmodells erfolgen?

Als erstes wird sich der Gemeinderat in seiner Klausur mit der Umsetzung auseinandersetzen. Die Planung wird selbstverständlich Einfluss auf das Organigramm der gesamten Verwaltung haben. Voraussichtlich werden wir das Modell schrittweise bis zu Beginn der neuen Legislatur am ersten September 2016 umgesetzt haben.

 

In der nächsten Ausgabe: Die Stimmen der politischen Parteien zum Thema