Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

«Wer keine Aufgaben hat, hat auch keine Chancen»

Er kann es (noch) nicht lassen! Sepp Schuler realisiert nach dem Golfclub in Küssnacht einen weiteren Golfplatz in Meggen. Doch bis zum Start dieses neuen Projekts forderte das Leben den gebürtigen Zuger. Seine Wiege stand in Drälikon, Hünenberg. Sepp Schulers Vater übersiedelte dann 1952 auf die Liegenschaft Grossarni in Küssnacht, wo sein Grossvater – seinerzeit aus dem schwyzerischen Alpthal kommend – einen Bauernhof gekauft hatte.

Sepp Schuler

Sepp Schuler

Sohn Sepp besuchte in Küssnacht die Primarschule. Nach der Weiterbildung im Kollegium St. Michael in Zug folgte die Ausbildung zum Landwirt und anschliessend eine weitere in der Handelsschule Luzern. Sprachaufenthalte in Cadenazzo (TI) und in Frankreich sollten das berufliche Rüstzeug abrunden. «Italienisch kann ich noch ein bisschen, in Frankreich hat es mir gar nicht gefallen», blickt der heute 69-Jährige zurück auf seine Jugendjahre. Er wollte schon immer in den USA arbeiten und erfüllte sich diesen Wunsch 1970 und 1971 in Kalifornien auf der Farm seines Onkels und im Fleischhandel in Los Angeles.

Verwalter und Landwirt
«Sehr gerne wäre ich auch in die USA ausgewandert», sagt Sepp Schuler. Die Krankheit seines Vaters liess dies aber nicht zu. Losgelassen haben ihn aber die Staaten bis heute nicht. Regelmässige Besuche bei der Verwandtschaft, Bekannten und mehrere Reisen mit seiner BMW 1600 GT von der West- zur Ostküste und über New York bis zum Prince Edward Island trösten den Amerika-Fan über den nicht erfüllten Wunsch hinweg.

1972 übernahm er den elterlichen Hof. Und 1976 die Verwaltung von drei zusätzlichen Betrieben im Urner- und Zugerland. 40 Kühe, 1200 Mastschweine und 6 Hektaren Tafelobstbau und Kirschenproduktion warteten allein in Küssnacht auf die Bewirtschaftung. Gut, dass es sukzessive helfende Hände gab. 1972 heiratete der Bauer und Unternehmer Christa Ott: Drei Buben und ein Mädchen belebten in der Folge den Bauernhof.

Obstbau mit Auszeichnung
Sepp Schuler war und ist fasziniert vom Bauen und Umgestalten. Da konnte und kann er sich verwirklichen, standen doch in den von ihm betreuten Gehöften, Immobilien und Liegenschaften immer auch Umbauten, Renovationen und Neubauten an. «So als richtigen Viehbauer und Viehzüchter würde ich mich nicht bezeichnen», gibt sich der Fachmann selbstkritisch. Deshalb widmete er sich der Umstellung auf intensiven Obstbau und pflanzte die ersten 2,5 Meter hohen Spindelbuschbäume. Was ihm einiges Kopfschütteln der Fachgremien eintrug. Doch seine Strategie ging auf. Während drei Jahren zahlte ihm Abnehmer Migros einen Qualitätszuschlag für das Obst «weil es besonders schön war». Stets auf Optimierungen aus, entwickelte der findige Küssnachter 1982 einen Chriesischüttler, der die Ernte der Kirschen von den Hochstammbäumen wesentlich erleichterte und den Mangel an Kirschpflückern ausglich.

Ausflug in die Politik
«Als zu langsam und zu langwierig» empfindet der «Macher» seinen kurzen Ausflug aufs politische Parkett von 1986 bis 1990 als Bezirksrat mit Einsitz in verschiedenen Kommissionen. Just im letzten Politikjahr kam bei einer Besprechung über Bodenproben auf dem Hof die Idee nach einem Golfplatz auf. Eine Anfrage beim Schwyzer Regierungsrat sollte 1989 klären ob diese Idee realisiert werden kann. Die Antwort war nicht zufriedenstellend. So nahm Sepp Schuler das Heft selber in die Hand. Verhandelte mit vier Nachbarn, holte den Landschaftsschutz mit an Bord und erstellte nach nur fünf Jahren den 18 Loch-Golfplatz in Küssnacht. «Weg von der intensiven Landwirtschaft, hin zu einem anderen Grundbedürfnis unserer Mitmenschen nach Freizeit, Bewegung, Sport und Erholung», so das Credo.

Einen etwas längeren Schnauf brauchte das aktuelle Projekt. Erste Gespräche fanden 2007 statt, die rechtskräftige Umzonung 2014. Oder wie es Sepp Schuler in der Historie des Golf Meggen auflistet: «1150 Tage nach der Urnenabstimmung 2010 in Meggen bestätigte das Kantonsgericht, dass der Regierungsratsentscheid nicht mehr angefochten werde.» Im Mai 2015 wurde der Gestaltungplan rechtsgültig, im November 2015 erfolgte die Baueingabe der Baugesuche und der Baubeginn der Anlage ist im Mai 2016 geplant. Selber zum Golf spielen kommt der Golfplatzbauer höchstens vier Mal pro Jahr: «Auch wenn das Gefühl unbeschreiblich ist, wenn der Ball den vorgesehenen Punkt trifft.» Der Fokus von Sepp Schuler bleibt beim Machen, Bauen und Organisieren – jedenfalls bis zur Eröffnung von Golf Meggen im Mai 2017.
Marlis Jungo

Unsere nächsten Gäste in der Rubrik «Menschen» sind – auf Wunsch von Sepp Schuler – Danielle und Rudolf Fischlin, Wirtschaft Trumpf-Buur in Ebikon.

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